Der Himmel und die Jahrhundertwende – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Dies ist mein Beitrag für diese Woche.

Thema ist diesmal:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz Der Himmel verdunkelte sich und…” beginnt.

Dieser Beitrag knüpft an den vom letzten Freitag an.

Der Himmel verdunkelte sich und ließ das Schloss in den Bergen gespenstisch erscheinen. Jedenfalls funkelte eine Turmspitze immer noch unter den paar Sonnenstrahlen, die noch durch eine Wolke drangen.

Doch gerade dies lockte die Journalistin Leontine, dieses Schloss abermals zu betreten und eine weitere Nacht darin zu verbringen, gemeinsam mit dem befreundeten Reporter Siggi Georg.

Beide sagten zu einander:

„Wollen doch sehen, ob es in dieser Nacht spukt!“

„Ja, das mit dem geschmolzenen Gletscher und dem Gespenst kann doch nur eine alte Mär sein!“

So setzten sie sich in den Saal des Schlosses, der mit einer modernen Heizung gewärmt wurde. An den Wänden hingen Bilder von den früheren Herrinnen und Herren des Schlosses, dem Grafengeschlecht von Glaster.

Aber wie sie so dasaßen, wurden sie doch von etwas überrascht: Und zwar fiel ein Gemälde herunter, und an der Wandfläche, die nun frei wurde, stand in leuchtender Schrift ein Spruch geschrieben:

Was ich heute sicher weiß:
Dieser Gletscher und sein Eis
irgendwann bedroht vom Verschleiß!

Erst waren Leontine und Siggi Georg erschrocken, doch schon ein paar Augenblicke später sagten sie sich:
„Da wird sich ein Nagel gelöst haben – wer weiß, wie lange der schon in der Wand steckte!“
„Ja; und die Buchstaben werden mit einem fluoreszierenden Material aufgetragen worden sein!“

So saßen sie weiter auf ihren Stühlen, fingen schon an, sich aneinander zu kuscheln, da fiel ein zweites Gemälde zu Boden und gab einen weiteren Spruch frei:

Eines merke:
Hier die Berge
sind wie Särge!

Doch die beiden sagten sich:
„Davon lassen wir uns nicht einschüchtern!“
„Nein, wird wieder ein alter Nagel gewesen sein!“

Fast schienen sie schon einzuschlafen, da fiel ein drittes Bild von der Wand, an der nun noch ein Spruch zu lesen war:

Es kommt mal die Jahrhundertwende,
und dann geht alles hier zu Ende!

Doch Leontine meinte:
„Dieses Schloss hat doch seit seiner Einweihung schon mehrere Jahrhundertwenden erlebt!“

Siggi Georg erwiderte:
„Ja, muss ja nicht dieses Jahr 2100 gemeint sein!“

Jetzt klarte es draußen auf, und der Vollmond beleuchtete ein bestimmtes Fenster, und darin zwei Ziffern, nämlich eine Zwei – und noch eine Zwei!

So sagten sich Leontine und Siggi Georg:
„Vielleicht ist jetzt dies ein Omen!“

„Ja, dass der Untergang erst für das Jahr 2200 vorgesehen ist!“

Jedenfalls kam in dieser Nacht noch ein Sturm auf, und es rollten einige Steine vom Berg herunter, die der Gletscher freigegeben haben musste – aber das Schloss blieb noch stehen, vielleicht für seine letzten hundert Jahre.

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