Im Moor am Fuß zweier Berge – #WritingFriday, KW 11

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
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Gewähltes Monatsthema:
Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, dass sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffeebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

In einem Moor im Voralpenland steht ein Holzhaus, in dem nur noch Frösche und Kröten wohnen. Durch die zerbrochenen Fenster kann man sie gut quaken hören. Gerade um den Kamin herum haben sie es sich gemütlich gemacht, seit dieser mit Wasser gefüllt ist, das wohl bei starken Regenfällen durch den Schornstein heruntergekommen ist. Der Boden ist auch großenteils von Moos bewachsen.

Allerdings liegen auf diesem Boden auch allerhand Kaffeebohnen verstreut. Nachts schwebt über ihnen manchmal ein rubinroter Widderkopf. Man sagt, man müsse ihm nur ein paar Kaffeebohnen ins Maul stecken, dann würde er ganz freundlich und erzähle lustige Geschichten.

An den Wänden hängen Schwarzweißfotos, wahrscheinlich von früheren Bewohnern, vielleicht gar von den letzten. Ganz genau weiß niemand, wann die letzten Bewohner verschwunden sind. Durch ein weiteres zerbrochenes Fenster genießt man eine gute Aussicht auf die nächstgelegenen Gipfel: die Spaßspitze und die Schreckensspitze – die eine mit einem flachen Gipfel, die andere wild gezackt.

Eine Kunde besagt, sie wären im Moor versunken. Eine andere wiederum erzählt von einem besonderen Familiengeheimnis. Demnach hätten die letzten Bewohner dem schwebenden Widderkopf so viele Kaffeebohnen angeboten, dass dieser davon regelrecht berauscht wurde, eine besonders intensiv-rubinrote Färbung annahm und sie direkt auf die Spaßspitze führte. Dort verschaffte er ihnen, im Einvernehmen mit anderen Berggeistern, allerhand Vergnügungen, unter anderem ein schnelles Karussell. Danach waren sie so berauscht, dass sie vergaßen, sich bei den Berggeistern für das Vergnügen zu bedanken. Vielmehr verscheuchten sie die Bienen und Grashüpfer, in die sich die Berggeister verwandelt hatten.

Dafür wurden sie auf die Schreckensspitze verbracht. Auf dieser muss man sich normalerweise nur einer persönlichen Angst stellen, und man kann wieder ins Tal zurück. Diese Bewohner aber sollen so berauscht gewesen sein, dass sie Hals über Kopf zu fliehen versuchten und dabei in eine tiefe Felsspalte stürzten.

Vielleicht waren sie aber auch in Kröten und Frösche verwandelt worden und suchten sich deshalb ihr Haus als Bleibe aus, und auch ihre Nachkommen blieben gerne …

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Freude über Leserinteresse – #WritingFriday, KW 8

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

 

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe darüber wie man dir eine Freude machen kann.

Im letzten Jahr war es doch eine neue Erfahrung für mich, als ich auf lovelybooks eine Verlosung veranstaltete. Sechs Exemplare eines Kinderbuches hatte ich dabei zu verlosen.

Die Aktion wurde nicht im Newsletter von lovelybooks erwähnt, aber dennoch meldeten sich ein paar mehr Leserinnen, als ich Printexemplare zu vergeben hatte. Denen, auf die das Los nicht fiel, bot ich ein eBook an. Zwei Leserinnen reagierten auch darauf interessiert.

Wobei ich nun die besondere Freude verspürte, waren die Kommentare mancher Leserinnen, wie sie sich für ein Exemplar interessierten, und wie einige auch ihre Freude ausdrückten, ausgewählt worden zu sein.

Von den acht, denen ich nun ein Print oder eBook schickte, meldeten sich dreie nicht mehr; und von den übrigen schrieben einige eine bessere, andere eine schlechtere Rezension. Eine Gewinnerin eines eBooks drückte sich ähnlich wie eine Lehrerin aus, bei der man den Unterricht stört.

Interessant war auch, dass sich Teenager und junge Erwachsene begeistert zeigten von einem Buch, das ich eigentlich ursprünglich für bis zu 12 Jahre gedacht hatte. Leserinnen mittleren Alters konnten damit hingegen weniger anfangen.

Insgesamt ist aber die Freude darüber unvergessen, wie interessiert sich so viele Leserinnen während des Bewerbungsvorgangs ausdrückten.

Jack, sein Schwert und ein Herz – #WritingFriday, KW 7

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn…” beginnt.

Jack griff zu seinem Schwert und zögerte dann doch, denn dieses Pferd war ihm mittlerweile ans Herz gewachsen, auch wenn es „Bad Giant“ hieß, also „Böser Riese“.
Riesig war dieser schwarze Hengst tatsächlich, am Widerrist höher als Jacks Kopf. Im Galopp hatte er seinen Reiter über die Waldwege getragen, bis zu diesem See mit der felsigen Insel inmitten. Auf dieser Insel sollte ein magischer Sattel verborgen liegen. Doch könnte er dorthin nur auf einem Tier gelangen, dem er auch das Herz durchbohrte, so hatte es die Hexe Equizida ihm gesagt. Ob nur zum Seeufer, oder auch bis zur Insel, war nicht ganz klar. Von hier aus sah er ohnehin keine Möglichkeit, auf die Insel zu gelangen, ohne selber zu schwimmen.

Sein Lieblingspferd hatte er darum schon daheim gelassen und sich diesen Gaul zugelegt, den niemand haben wollte, weil er nach anderen Pferden trat. Auf dem Ritt hierher hatte er sich jedoch brav verhalten, daher zögerte Jack, ihm sein Schwert ins Herz zu stoßen.
Wie er so in Gedanken auf dem Pferd saß, hörte er hinter sich etwas galoppieren. Und als er sich umdrehte, erblickte er einen Kentaur, der etwas Seltsames auf dem Rücken trug.
Dieser Kentaur kam näher, und jetzt meinte Jack eine Art Herz zu erkennen, das über dessen Rücken schwebte und auf diesen Rücken schlug.
Und schon sprach der Kentaur zu ihm:
„Ich heiße Hurron, und mich hat die Fee Heartfly einst verzaubert, aus Rache, dass ich ihre Liebe nicht erwiderte, ihr gar das Herz brach. Dafür zauberte sie ein Herz herbei, das mir seitdem immer auf den Rücken schlägt, an das ich selbst aber mit meinen Beinen nicht fassen kann. Und es lässt sich auch nicht etwa an einem Baum abstreifen. Vor kurzem aber haben die Feen und Hexen in dieser Gegend beschlossen, dass meine Strafe beendet werden könnte, wenn sich jemand bereit erklärt, dieses Herz zu zerstören!“
„Und da denkst du an mich?“, fragte Jack. „Würdest du mich dafür auch auf die Insel tragen?“
„Ja, das könnte ich, denn ich kenne auch ein paar flache Stellen in dem See! Doch jetzt darfst du erst einmal zuschlagen!“
Jack ergriff sein Schwert und schlug damit nach dem schwebenden Herz über dem Rücken des Kentauren. Und schon löste sich dieses Herz in Luft auf!
Der Kentaur atmete auf und sagte zu Jack:
„Jetzt setz dich auf meinen Rücken, und ich trage dich zu dem magischen Sattel! Wenn du auf ihm sitzt, kannst du mit deinen Pferden sprechen!“

Dies tat Jack, und der Kentaur trug ihn auf einem Zickzackpfad durch den See bis zur Insel und dort zu einem Loch in den Felsen, in dem Jack einen Sattel entdeckte, der zunächst wie ein gewöhnlicher Sattel aussah.
Er nahm ihn an sich; und der Kentaur trug ihn mit dem Sattel zurück ans Ufer des Sees, wo Bad Giant schon auf sie zu warten schien.

Hurron der Kentaur verabschiedete sich, und Jack setzte seinem Pferd den neuen Sattel auf. Sobald er dann er auf diesem Sattel saß, sagte er zu Bad Giant:
„Zu Hause verträgst du dich aber mit den anderen Pferden im Stall!“
Dieser schien ihn tatsächlich zu verstehen und erwiderte in einem wiehernden Ton:
„Ja, das werde ich! Bei meinem früheren Herrn war es unerträglich, da habe ich meinen Frust an anderen Pferden ausgelassen!“
„Bei mir brauchst du das nicht!“, sagte Jack noch. „Ich werde dich genauso gut behandeln wie meine übrigen Pferde. Und jetzt schnell heim!“
„Ich bin schon gespannt“, erwiderte Bad Giant. „Du wirst mich nicht extra antreiben müssen!“
Und er galoppierte drauflos.

Alles noch wegen einer Bombe – #WritingFriday, KW 6

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Erwin, ein 74 jähriger Senior, entreißt von zu Hause – erzähle von seinem Abenteuer. (Bedenke dabei, er wird nach nur 17 Stunden wieder gefunden und nach Hause gebracht.)

„Schwester Angelina ist also nicht mehr“, dachte sich Erwin, als er so in seinem Zimmer saß. Ein paar Tage vorher hatte er noch mit seinen Kindern seinen 74. Geburtstag gefeiert – ob er den 75. noch erleben würde?
Schwester Angelina war immer seine Lieblingsschwester gewesen in diesem Heim, immer wieder hatte sie einen lustigen Spruch auf den Lippen. Und nun war sie einer Fliegerbombe zum Opfer gefallen, wie er einem Gespräch der Heimleiterin mit Schwester Lilly entnommen hatte. Diese Schwester mochte er weitaus weniger, sie hatte nie Zeit für einen. Gab es das denn wirklich noch? Irgendwie hatte er es in Erinnerung, dass der Krieg zu Ende ging, noch bevor er ein Jahr alt wurde. Das Haus seiner Eltern war allerdings von so einer Bombe zerstört worden. Da mussten sie aus ihrer Heimat fliehen, und auf dieser Flucht wurde er geboren, direkt auf dem zugefrorenen See am Stadtrand.
Jetzt war der Krieg also zurückgekehrt – aber diesen See wollte er noch einmal sehen, wohin er mit seiner Familie Sonntags so viele Ausflüge unternommen hatte.

Erst einmal kam er nicht dazu, denn Schwester Lilly brachte ihm das Abendessen; und gleich, nachdem er aufgegessen hatte, wollte sie ihn ins Bett bringen.
Er wollte widersprechen:
„Heute Nacht müssen wir in den Keller! Wie bei meinen Eltern!“
„Ach, Unsinn“, sagte sie. „Die sind doch längst tot. Aber wenn Sie noch nicht wollen, kann Sie auch die Nachtschwester ins Bett bringen!“
So ließ sie ihn sitzen. Bis die Nachtschwester nach ihm sah, konnten noch Stunden vergehen, da konnte er durchs Fenster abhauen!

Zum Glück lag sein Zimmer im Erdgeschoss, so holte er sich nur ein paar Schrammen. Den Weg zum See fand er auch im Dunkel im Schlaf.
Wieder einmal war der See zugefroren, genau wie bei seiner Geburt, wie man ihm erzählt hatte. Auf der Bank ließ es sich bequem sitzen, bis in den Mittag des nächsten Tages hinein. Passiert war jedenfalls immer noch nichts!

Doch nun hörte er die Stimmen seiner Tochter und seines Sohnes: „Papa!“, riefen sie. „Da bist du tatsächlich!“
„Die Heimleitung hat es heute Morgen schon versucht, uns zu erreichen; aber wir waren alle nicht zu Hause!“
Doch er starrte nur auf eine andere Person.
„Sind Sie von den Toten auferstanden, Angelina?“, fragte er die Schwester, die mit seinen Kindern gekommen war.
„Aber nein; wie kommen Sie denn darauf?“, erwiderte sie. „Kommen Sie jetzt besser mit, Sie erfrieren hier sonst noch!“
„Ich hörte, Ihr Haus wäre von einer Bombe getroffen worden, wie das Haus meiner Eltern!“, sagte er, und sie entgegnete:
„Der Krieg ist doch lange vorbei! Aber gestern wurde auf meinem Weg eine Fliegerbombe entschärft, da konnte ich nicht in die Stadt fahren, die Heimleitung hat mir frei gegeben!“
Und seine Kinder sagten:
„Jetzt komm bitte wirklich mit!“
„Und nächsten Sonntag besuchen wir dich. Da gehen wir wieder zum See, sehen, ob er noch zugefroren ist!“

 

Klara und Obscura – #WritingFriday, KW 4

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Endlich schien es für Klara wieder bergauf zu gehen, nachdem sie …“ beginnt.

Endlich schien es für Klara wieder bergauf zu gehen, nachdem sie den ersten Felsen schon hinaufgeklettert war, und nachdem ihre Beine in den letzten Monaten zu wenig Bewegung gehabt hatten. Aber ihre sicherste Zeit war es nun einmal, wenn ordentlich Schnee lag.
Gerade war der erste Schnee in diesem Tal gefallen, aber noch nicht alle Blätter von den Bäumen abgefallen.

Und die Birke oberhalb dieser Wendeltreppen-Felsen mochte Klara immer besonders gerne. Ihre Schwester Obscura rief ihr schon von unten zu:
„Du schaffst es, Klara! Kein Wolf wird dich in dem Schnee entdecken!“
Da hatte Obscura ganz sicher Recht, dachte sich Klara.

Sie kletterte weiter die Wendeltreppen-Felsen hinauf, bis sie bei ihrer Lieblingsbirke angelangt war, deren Blätter immer so besonders schmackhaft waren. Auch dieses Mal wurde sie nicht enttäuscht, die verbliebenen Blätter schmeckten wieder einmal himmlisch!

Und kein Wolf würde sie hier im Schnee und neben dem Baum mit der weißen Rinde so leicht sehen können. Denn Klara hatte das weißeste Fell von allen Ziegen im ganzen Tal, im Gegensatz zu ihrer Schwester Obscura mit dem schon fast schwarzen Fell, die sich darum am liebsten in matschigem Gelände aufhielt, oder zwischen Bäumen, die eng beieinander standen.

Schön war auch die Sicht von hier oben auf das Tal. Da konnte Klara ihre Schwestern und ihre bockigen Brüder gut warnen, wenn ein Wolf kam, oder wenn der Hirtenjunge an seinem Feuer erwachte!

Die Fee Glattbruchka und ihr See – #WritingFriday, KW 3

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Erzähle eine Geschichte über den gefrorenen See in deiner Kleinstadt.

„Schon weitgehend zugefroren, mit noch einigen Schwachstellen“, dachte sich Glattbruchka, eine Fee, deren Haare und Umhang halb grau, halb schwarz schimmerten.
„Wann werden sich die ersten Menschen wieder auf das Eis wagen?“, fragte sie Walladri, ihren Lieblingswels, der gerade mit dem Kopf das Eis an einer dünnen Stelle durchbrach.
Der Wels sagte dazu:
„Bald werde ich mich auf den Grund des Sees zurückziehen; aber ich glaube, ich werde vorher noch einen Menschen hier auf Eis einbrechen sehen!“
„Macht dir das Spaß?“, fragte die Fee, worauf der Fisch erwiderte:
„Ich möchte es denen nicht gönnen; aber manchmal macht es auch Spaß, mit den Untergegangenen zu spielen, indem wir großen Fische sie uns gegenseitig mit den Mäulern zuspielen!“
„Bitte, wenn es euch gefällt – und da hinten kommt auch schon einer!“
„Wirst du ihn auswählen?“
Da sagte die Fee:
„Dafür habe ich einmal meinen eigenen Schwur abgelegt: Weder bestrafe ich die Bösen, noch belohne ich die Guten – sondern ich lasse nur die Leichtsinnigsten durchs Eis brechen! Einmal musste ich das sogar einen ertrinken lassen, der sein Kind aus einem Eisloch ziehen wollte – doch er wog so viel, und er hat sich nicht einmal auf seinen deutlich sichtbaren Bauch gelegt, sondern blieb auf zwei Beinen am Loch stehen – da brach er unweigerlich ein!“
„Und das Kind?“
„Konnte gerettet werden?“

Jetzt beobachteten sie den Mann, der etwas in seinen Armen trug und damit auf das brüchige Eis trat. Mit schnellen Schritten schaffte er es bis fast zur Mitte des Sees, dann aber brach er ein und verlor seine Last – einen anderen Mann, der offenbar schon tot war, vielleicht ermordet.
Zu diesem toten Mann schwamm der Wels rasch hin, und gleich darauf zurück zu der Fee und sagte zu dieser:
„Den toten Mann habe ich hier schon gesehen: Es ist einer, der schon seit Jahren immer wieder an den See gekommen ist und uns Fische geärgert hat, sogar mit Steinen nach uns geworfen hat, wenn er baden wollte. Einen Hecht traf der dabei einmal sogar tödlich!“
Die Fee erwiderte:
„So werden jetzt beide Männer im See verschwinden – mein Schwur gebietet es mir, diejenigen Menschen versinken zu lassen, die sich allzu respektlos gegenüber dem Eis verhalten!“
„Das gilt aber nicht für mich!“, sagte der Wels und tauchte unter.

Kurz darauf erschien er mit einem Hecht vor dem Mann, der den toten Mann getragen hatte und mit den Armen um sein Leben kämpfte.

Ängstlich sah der Mann zu ihnen hin; da blickten der Wels und der Hecht zu ihm auf und sprachen:
„Ich bin der Wels Walladri!“
„Und ich der Hecht Hehedi!“
„Die Fee Glattbruchka hat beschlossen, dich absinken zu lassen!“
„Das gilt aber nicht für uns!“, sagte der Hecht. „Der Mann, den du versenkt hast, hat vor einiger Zeit meinen Bruder getötet; daher wollen wir dieses Mal dich retten!“
Daraufhin steckten Walladri und Hehedi die Köpfe zusammen, wobei der Wels mit seinen Bartfäden und Barteln den Kopf des Hechtes umfasste. Dann richteten sich auf, soweit sie konnten, wobei der Hecht sagte:
„Komm, Mensch, steige auf unsere Köpfe!“
„Den Weg zurück musst du aber auf dem Bauch kriechen, sonst brichst du wieder ein, und noch einmal helfen wir dir nicht!“
Daraufhin kletterte der Mann an den Fischen hoch; und als er auf ihren Köpfen stand, konnte er sich auf das Eis ziehen. Vorsichtig kroch er auf dem Bauch zurück ans Ufer, und die zwei Fische tauchten wieder unter.

Die Fee Glattbruchka hatte das Geschehen beobachtet. Als Walladri neben ihr erneut auftauchte, sprach sie zu ihm:
„Da habt ihr euch aber Mühe gegeben, diesen Menschen zu retten!“
„War auch mal ein ganz lustiges Spiel, vor allem für den Hecht!“
„Von mir aus könnt ihr es spielen, so oft ihr wollt. Es berührt meinen Schwur nicht; dieser ist erfüllt, wenn ein respektloser Mensch zumindest im Eis einbricht! Ihr müsst euch dann nur beeilen, wenn ihr noch rechtzeitig zur Stelle sein wollt.“

Drei Wünsche im Eiszapfen-Dreizack / #WritingFriday Special

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen.
Diesen Monat allerdings gibt es 24 Tage lang jeden Tag einen Beitrag – gestern von Kiras kleiner Leseecke, heute von mir, und morgen von Mein Traum frei zu sein.

Hier also nun mein Beitrag:

Etwas klopfte ans Fenster, gegen Mitternacht.
„Ich glaub, ich habe endlich einen Elch gesehen!“, rief der achtjährige Thaddäus aus und drückte seine Nase ans Fenster.
„Von denen träumst du doch schon die ganzen Tage hier!“, sagte Tamara, seine ältere Schwester, schläfrig und drehte sich auf die andere Seite.

Am nächsten Morgen, dem Tag der Abreise, hatte es heftig geschneit, vielleicht schon zu heftig, in diesem Tal im Mittelgebirge. Denn die einzige Straße, die aus diesem Tal hinausführte, war vollkommen zugeschneit, wo sie zum Ausgang des Tales anstieg.
So war der Reisebus gezwungen, anzuhalten, mitten auf einer weiten Schneefläche. In einiger Entfernung waren die Berghänge mit ihren verschneiten Tannen und Fichten zu sehen.

Wenigstens passierte dies neben einem großen Schneemann, dieser musste ungefähr zwei Meter hoch sein. Auf der Hinfahrt hatte ihn noch niemand gesehen.
Einige Fahrgäste stiegen aus, besonders die Kinder.
„Wer hat dich denn gebaut?“, fragte Thaddäus.
„Er kann dich doch nicht verstehen!“, sagte Tamara zu ihm.
Zu ihrer Überraschung aber antwortete der Schneemann:
„Der Elch Schneeschaufler!“
„Dann nenne ich dich Elchfreund!“, sagte Thaddäus.
„Dieser Name gefällt mir!“, meinte der Schneemann und erzählte dann:
„Wenn ihr diesem Elch das Richtige zum Fressen gebt, wird er so groß, dass er mit seinen Schaufeln den Schnee von der Straße wegräumt!“
„Ach was!“, sagte Tamara.
„Ist jemand unter euch, der besonders gut tauchen kann?“, fragte der Schneemann.
„Ja, ich!“, erwiderte Frau Tannenbacher, die Mutter von Tamara und Thaddäus. „Auch im Eis, dies habe ich im See beim Hotel geübt, noch bevor dieser See zufror!“
„Diesmal wirst du in das Flüsschen dort hinten tauchen! Dort könntest du einer Feerelle begegnen, die weiß, wo das Lieblingskraut des Elches wächst!“
„Eine Forelle mit Feenkräften – gibt es die wirklich?“, fragte sie skeptisch, und der Schneemann erwiderte:
„In diesem Tal schon, du wirst sehen!“

Frau Tannenbacher zog ihren Tauchanzug an und stieg in das Flüsschen, das sich aus zwei Bächen bildete, die von beiden Seiten des Tals kamen.

Sie tauchte eine Weile umher – und schließlich kam aus einem dieser Bäche eine Forelle auf sie zu geschwommen, mit einer Blaufärbung!
Eine Weile musterte die Forelle die Taucherin, dann sprach sie:
„Ich bin die Feerelle Eisbachschnelle,
ich wach hier über die Quelle und die Welle!
Siehst du in der Ferne die dunkelblaue Stelle?
Dort hat der Dämon der Lawinen seine Höhle!
Hörst du auch diesen fernen Klang?
Das ist des Dämons Lockgesang!

Mensch vom Land, wie heißt du, und wie bist du hierher gelangt?“

„Ich heiße Tanja Tannenbacher, und ich bin eine gute Taucherin! Und du kannst nicht nur sprechen, sondern auch zaubern?“
„Das kann ich! Du möchtest mit den anderen Menschen raus aus diesem Tal?“
„Ja, das möchten wir möglichst bald, noch bevor es dunkel wird!“

„Dann musst du zur Höhle des Lawinendämons – aber nur bis zum Eingang – und dort drei Eiszapfen abbrechen. Diese werden dann einen Dreizack bilden.“
„Und wenn ich dem Dämon begegne?“
„Wünsch dir am besten gleich etwas, was ihm gefallen wird! Dieser Wunsch wird in einen der Eiszapfen schlüpfen.“
„Dann wird uns der Dämon in Frieden ziehen lassen?“
„Dich zumindest. Anschließend bringst du den Dreizack zu deinen Leuten. Wenn dann zwei weitere Menschen unterschiedlichen Alters einen Wunsch in je einen dieser Eiszapfen stecken, wird der Bach eine Fläche frei spülen, auf der das Lieblingskraut des Elches wächst. Und wenn der Elch dieses Kraut gefressen hat, wird er groß werden! Viel Glück!“
Jetzt schwamm die Feerelle davon, und Frau Tannenbacher zu dieser Höhle. Dort erblickte sie oberhalb der Wasseroberfläche, inmitten von ein paar kahlen Felsen, tatsächlich drei Eiszapfen nebeneinander, während eine Melodie erklang, die sich ungefähr so anhörte, als würde der Wind „Kling, Glöckchen, kling“ spielen.
Frau Tannenbacher fasste instinktiv den mittleren Eiszapfen an. Dabei äußerte sie den Wunsch:
„Mögen in diesem Winter die Gletscher ordentlich wachsen und im nächsten Jahr nicht so stark schrumpfen wie sonst oft!“
Daraufhin brachen die drei Eiszapfen ab und formten in ihrer Hand einen Dreizack. Mit diesem begab sich Frau Tannenbacher zurück zu ihrer Gruppe und erzählte den anderen von ihrem Erlebnis.
Da fasste ihr Sohn Thaddäus einen weiteren Eiszapfen und sagte:
„Der Kevin aus meiner Klasse soll auch ein schönes Weihnachtsgeschenk erhalten – seine Familie hat so wenig!“
Kurz darauf trat der weißhaarige Peter Pilzdorfer vor und sprach zu dem dritten Eiszapfen:
„Ich bin jetzt 88 Jahre alt, hatte früher einen acht Jahre älteren Bruder. Der ist im Krieg verschollen – möge er nun seinen Frieden finden!“
Jetzt spülte einer der Bäche eine Fläche vom Schnee frei, und darunter kamen ein paar rote und lilafarbene Kräuter zum Vorschein.
Daraufhin trabte ein Elch herbei, fraß diese Kräuter auf und nahm danach an Größe zu – war schließlich ähnlich groß, wie es ein Brachiosaurus gewesen sein mag.
Mit seinem Geweih schaufelte er nun den Schnee auf der Straße beiseite, und der Bus setzte sich alsbald in Bewegung.

Schließlich konnte der Fahrer den Bus über den Pass bringen, hielt aber vorher kurz an, so dass sich die Reisenden noch einmal umdrehen konnten und jetzt beobachteten, wie der Elch Schneeschaufler langsam zu seiner normalen Größe zurück schrumpfte.

Bald erreichte er Elchfreund, seinen Schneemann, stellte sich hinter diesen und lud auf sein Geweih eine Ladung Schnee, so dass es nun aussah, als winke der Schneemann dem Reisebus nach, der kurz darauf aus seiner Sichtweite verschwand.

 

 

Das Gran-Moreno-Eis, #WritingFriday, KW 47

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
https://readbooksandfallinlove.com/
https://readbooksandfallinlove.com/2018/11/09/henriette-writingfriday-week-45/

Gewähltes Monatsthema:

Erzähle wie die Welt aussehen würde, wenn es überall nur noch eine Jahreszeit geben würde.

Wieder einmal war es ein heißer Tag, nachdem nun schon mehrere Jahre permanent Sommer herrschte.
Heizungen wurden in neue Häuser gar nicht mehr immer eingebaut, dafür überall Klimaanlagen. Und Gefrierfächer waren noch beliebter als zuvor.
Als Dinah und Dieter aus der Schule kamen, riefen sie dann auch sogleich aus:
„Gibt es neues Eis?“
„Heute war der Heimweg besonders heiß!“
„Langsam, langsam!“, sagte ihr Vater. „Mutter ist noch beim Einkaufen!“
Ein paar Minuten später kam die Mutter zurück, und die Kinder liefen ihr sogleich entgegen.
„Heute hat es länger gedauert“, sagte sie. „Dafür habe ich viel Eis mitgebracht!“
Da riefen die Kinder aus:
„Au ja!“ „Ist es wieder Gran Moreno?“

Es herrschte also permanent Sommer auf der Nordhalbkugel, durch eine Veränderung der Erdachse, und auf der Südhalbkugel war seitdem nur noch Winter.
In Südamerika etwa oder in Neuseeland wuchsen die Gletscher seither umso stärker, während sie in der Arktis immer weiter schmolzen. In der Tundra wuchsen langsam mehr Bäume, während sie in Neuseeland am Verschwinden waren.
Seit ein paar Monaten nun waren die Antarktis und Südamerika, wohl endgültig, durch eine Gletscherbrücke miteinander verbunden.
Man nannte diesen Gletscher mittlerweile „Gran Moreno“, nach dem schon bestehenden Perito Moreno, der nun einen Teil dieser Brücke bildete. Und es hatte nicht lange gedauert, bis ein Eishersteller auf die Idee gekommen war, eine Eissorte nach diesem Gletscher zu benennen, und diese Sorte war schon bald ein Renner geworden.

Auf die Frage ihrer Kinder antwortete die Mutter:
„Weshalb ich heute länger gebraucht habe: Ich habe wieder das Gran Moreno mitgebracht! Dazu ein paar Broschüren, die im Markt auf dem Eisfach auslagen. Darin könnt ihr einiges lesen, auch über Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil es dort zu heiß und trocken, oder auch zu kalt wird!“
Interessiert sahen sich die Kinder die Broschüren an, in denen auch ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Und zwar ging es darum, nach dem Verzehr des Eises die Stiele zu sammeln und aus ihnen etwas zu basteln. Mit diesen Basteleien wollte der Eishersteller gemeinsam mit einigen Bundesministerien eine Ausstellung eröffnen, deren Erlöse den Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, zugute kämen.
Einige Zeit später, nach dem Mittagessen, sagte Dieter:
„Ich baue aus den Stielen eine Holzbrücke!“
Dinah fuhr fort:
„Und ich Eisenbahnschienen, die über die Brücke führen, bis nach Südamerika!“
Die Eltern meinten dazu:
„Ja, wenn sich ein paar Millionen Kinder an dem Wettbewerb beteiligen …“
„… dann könnte die vielen Holzstiele wirklich einen langen Weg ergeben, selbst wenn sie nicht hintereinander gelegt sind!“

Die Fee Henriette und die Hinrichtungen – #WritingFriday, KW 45

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Gewähltes Monatsthema:

Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste war…

Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste, war, dass sie hinter dieser Einfachheit ein Geheimnis verbarg. Denn ihr Name war ihr etwas mehr als dreihundert Jahre zuvor von zwei älteren Feen gegeben worden, nachdem sie gerade aus einer Blüte geschlüpft war.

Eine dieser älteren Feen lebte lange in England am Hof von Henry VIII, konnte aber erst bei dessen sechster Frau verhindern, dass sie hingerichtet wurde. Und die andere lebte in Frankreich, wollte König Henry IV beschützen, war aber gerade abwesend, als sich ein Attentäter auf den König stürzte.

Die neu geschlüpfte Fee mit dem Namen „Henriette“ sollte dann also Personen, die „Henry“ oder ähnlich hießen, vor Hinrichtungen beschützen oder von Hinrichtungen abhalten, und sich dabei möglichst unauffällig verhalten.

Seitdem waren nun mehr als dreihundert Jahre vergangen. In letzter Zeit war für die Fee diese Aufgabe besonders schwierig geworden. Denn seit mehr als fünf Jahren herrschte Krieg, und inzwischen hatte die Fee eine ebenso graue Farbe angenommen wie die Stadt mit ihren vielen Trümmern, dem Schutt und der Asche.

Das Augenmerk der Fee Henriette fiel nun auf einen Mann in einer abgestandenen braunen Uniform, der zu einer Gruppe Männer unterschiedlichen Alters sprach, die sich in einer Straße inmitten mehrstöckiger Häuser aufgereiht hatten.

Einer von ihnen fragte den Anführer in der braunen Uniform, der sich vor seiner Ansprache erst lange räuspern musste:

„Also, Herr Hinrichsen, wie sollen wir nun verfahren?“

Dieser sagte nun:

„Erst einmal begrüße ich euch alle an diesem Morgen des 5. Mai 1945! Offiziell sollen wir unser Viertel gegen die Russen verteidigen …“

„Die sind schon mitten in Berlin!“, rief einer aus, worauf Herr Hinrichsen fortfuhr:

„Aber ist ja sinnlos geworden!“

 

Währenddessen marschierte ein paar Straßen weiter ein Trupp der SS, und deren Anführer erklärte seinen Leuten:

„Die Kampfdisziplin in dieser Stadt scheint nachzulassen. Also: Jeden, der sich weigert zu kämpfen, sofort niederschießen!“

 

Ein weiterer Mann aus Herrn Hinrichsens Truppe fragte:

„Ist es sicher, dass bald jemand die Kapitulation unterzeichnet?“

„Ja, das wird in den nächsten Tagen geschehen“, erklärte Herr Hinrichsen. „Also geht heim!“

Er selbst machte kehrt, und nach und nach taten dies immer mehr von seinen Leuten.

 

Nun sah die Fee Henriette ihre Stunde gekommen, fast auf den Tag genau 335 Jahre nach dem Attentat auf Henry IV von Frankreich. Denn Herr Hinrichsen und ein Teil seiner Männer bewegten sich geradewegs auf den Trupp der SS zu. Da musste sie schleunigst verhindern, dass es zu weiteren Hinrichtungen kam!

Sie flog auf die SS zu und streute hellgrauen Feenstaub über sie aus. Dieser Feenstaub betäubte die Männer, versetzte sie in eine Art euphorischen Rausch, so dass sie Hinrichsens Leute unbehelligt heimgehen ließen.

Da jubelte Henriette die Fee, unhörbar für die Menschen.

Drei Tage später schließlich wurde die Kapitulation unterzeichnet.

Rezension „Das Meer“ von Wolfram Fleischhauer

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Hier erhältlich

Faszinierende Schilderung der Ausbeutung der Meere und einer drastischen Abhilfemethode

Diese Rezension entstand im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks. Das Thema hat mich gleich gereizt, mich für das Buch zu bewerben.

Insgesamt hat es einen starken Eindruck hinterlassen, das Thema um die Ausbeutung der Meere wird sehr gut und drastisch dargestellt, manchmal vielleicht schon etwas zu plakativ.
Die Handlung geht dafür in der ersten Hälfte noch eher langsam voran, nimmt dann aber in der zweiten Hälfte an Fahrt auf. Um die Menschen vom Fischverzehr abzubringen, wird im Handel verschiedenen Fischchargen eine Alge untergemischt, die Übelkeit verursachen und über Generationen hinweg eine Fischunverträglichkeit schaffen soll.

Anfangs fiel es mir noch etwas schwer, mich mit den verschiedenen Personen zurecht zu finden, da hätte ich mir ein Verzeichnis im Beiheft gewünscht. Im Laufe der Handlung gelang dies aber immer besser, da der Personenkreis auch nicht sonderlich erweitert wurde.
Hauptorte sind das Meer, das spanische Vigo, Frankfurt, Brüssel und verschiedene Orte in Thailand und Myanmar, wobei hier eine Karte im Beiheft noch wünschenswert gewesen wäre.

Warum der Anfang als „Prolog“ bezeichnet wird, ist mir nicht ganz klar. Denn was hier passiert, ist doch schon Teil der Haupthandlung.
Der Autor hat einen teils flüssigen, teils breiten und sachlichen Schreibstil. Was heißen soll, dass die Geschehnisse häufig minutenlang in einer berichtenden Weise vorgetragen werden, wie im Nachrichtenteil einer Tageszeitung.

Die Handlung um Adrian, Ragna, di Melo, Teresa und Render sowie einige Nebenfiguren wird im Stil einer klassischen Abenteuergeschichte erzählt, variiert um moderne Zutaten, wie Internet und Handy. Erst der Schluss weicht dann von dieser Linie ab, indem er (ACHTUNG: SPOILER!) so einiges offen lässt. Teilweise verhalten sich die Protagonisten für ihr Alter aber ziemlich naiv. Bei Adrian, der sich als Hauptfigur herauskristallisiert, mag dies noch passen, er soll offenbar dem Archetyp des Narren entsprechen. Am Schluss hat er dann dazu gelernt, zeigt mehr Interesse an den Umweltproblemen. Di Melo allerdings legt kurz vorm Schluss noch ein Verhalten an den Tag, das man von ihm eigentlich nicht erwartet hätte.
Insgesamt fügt sich zum Finale alles gut zusammen, lässt einen nachdenklich zurück.

Die Stimme von Johannes Steck trägt den Text sehr gut vor.

Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes Hörbuch, das aktuelle Probleme gut aufzeigt und zudem, zumindest in der zweiten Hälfte, auch unterhaltsam ist.
Danke nochmals für das Rezensionsexemplar!

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