Keine Banane ohne Schale, #WritingFriday, KW 13

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbriese, bunt

 

Nach einigen Tagen mit kalten Winden wehte heute eine Frühlingsbrise durch die Stadt.

Da zog es Albert und Zoran, zwei benachbarte Jungs, der eine blond, der andere schwarzhaarig, nach draußen. Ein weiterer Junge, der rothaarige Lutz, wollte hingegen nicht raus. Ihm hatte das kalte Wetter der vergangenen Tage mehr zugesagt, und ausgerechnet heute tat ihm auch seine Zahnlücke weh.

Aber mit dem Fernglas beobachtete er die Umgebung, konnte bis über den Stadtrand hinaus schauen. Da entdeckte er etwas, und sofort musste er seine Kumpels anrufen.

Albert nahm auf seinem Smartphone den Anruf von Lutz entgegen, und dieser sagte:

„Hallo, ich habe gerade Claudina gesehen, wie sie an der Wiese bei einem Bullen steht! Und ratet mal, was sie gerade macht!“

„Sie wird es doch wohl nicht wagen, auch den zu kitzeln!“

„Und wenn doch?“, meinte Lutz; doch da sagte Zoran:

„Ich glaube, ich weiß, welches Tier das ist: Toroxro, ein ganz harmloser Ochse!“

 

Doch jetzt rannten die beiden Jungen zu der Wiese am Stadtrand. Als sie um die Ecke bogen, die auf den Feldweg führte, erblickten sie schon Claudina …

Diese kitzelte mit einem bunten Strauß aus Zweigen, Rosen und Brennnesseln den Ochsen, der vor der Stadt graste.

Der Ochse schnaubte in Richtung der Jungs, und obwohl diese beiden sich leise verhielten, drehte sich das Mädchen zu ihnen um und sagte:

„Mehr als zwei dürfen sich zur Zeit nicht versammeln!“

„Hast Recht“, sagte Albert und wandte sich zum Gehen, flüsterte Zoran aber noch etwas zu:

„Ich hole jetzt eine Banane von daheim!“

Zoran nickte ihm zu; und jetzt rannte Albert nach Hause, holte dort heimlich eine Banane aus der Küche und rannte zurück zu seinem Freund.

Dieser lief ihm schon entgegen, als er ihn kommen hörte; und während Claudina sich wieder dem Ochsen zuwandte, teilten sich die zwei Jungs die Banane.

Doch sie hatten noch etwas anderes vor. Und als sie die Banane aufgegessen hatten, gingen sie zurück zu Claudina. Zoran fragte sie:

„Na, wie geht es dem Ochsen?“

„Es wird ihm gut gehen!“, erwiderte das Mädchen. Da sie Zoran ins Gesicht sah, bemerkte sie nicht, wie Albert ihr leise die Schale der Banane vor die Füße legte. Dann sagte er zu ihr:

„Ich sehe es dem Ochsen an, dass er möchte, dass du näher an ihn heran trittst!“

Da ging Claudina einen Schritt näher auf den Ochsen zu – und geriet auf der Bananenschale ins Rutschen.

Dabei fiel sie allerdings in Zorans Arme – und ihr Arm mit dem Strauß vollführte eine Bewegung, so dass die Brennnessel Zorans Gesicht streifte und die Rose mit einem Dorn an Alberts Hals hängen blieb.

Claudina drehte sich erst zu den erschrockenen Jungs, dann wieder zu dem Ochsen, dem sie laut zurief:

„Wen soll ich nun lieben?“

Der Ochse schnaubte und drehte den Kopf in Richtung der Wiese, wo weitere Rinder grasten.

Mias Aufschrecken – #WritingFriday, KW 12

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

 

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt.

Mia wollte jetzt noch nicht gehen, aber die summenden Wespen in der Umgebung machten sie zunehmend nervös. Denn in der Vergangenheit hatte sie schon allergisch reagiert; und hier auf der Wiese war die Gefahr, gestochen zu werden, besonders hoch. Zum ersten Mal seit Wochen hatten sie und ihre Freundinnen und Freunde sich einmal wieder im Freien treffen und auf der Wiese sitzen dürfen.

Plötzlich spürte sie einen Stich und sah ein paar Wespen vor sich, die sich zu einer schwarz-goldenen Krone geformt hatten!

Da sprang sie auf und geriet ins Taumeln, trat dabei auf die Decke, auf der sie ihre Mittagsimbisse verstaut hatten.

„Was hast du denn, Mia?“, fragte Amina, ihre Freundin, worauf Mia erwiderte:
„Mich hat eine Wespe gestochen, in Form einer Krone …“

„Das bildest du dir ein“, sagte Jaime, der neben ihr gesessen hatte, wobei er einen Dorn hochhob, und anschließend fortfuhr:
„Mit dem hast du dich lediglich in den Unterschenkel gepiekt, ich habe es genau gesehen!“

„Dir scheint es aber immer noch nicht gut zu gehen“, meinte Amina und erklärte weiter:„Hier schwirren zwar ein paar Wespen umher; aber die Krone, die du gesehen hast, war vielleicht das Wappen auf dieser Bierflasche!“

Dabei hob sie eine Bierflasche hoch, um deren Öffnung ein paar Wespen kreisten.

„Ja, so muss es gewesen sein!“, flüsterte Mia, worauf Amina erwiderte:
„Bei dir war es vorige Woche wirklich nur eine Erkältung – aber vielleicht ist es besser, wenn du dich jetzt hinlegst, ich begleite dich nach Hause! So ein Treffen zu zehnt erstmals seit Wochen war jetzt sicherlich noch zu ungewohnt für dich!“

Jetzt winkten sich alle einander zu und sagten: „Bis bald!“

Weiter berührten sie einander nicht.

 

Eine Ersatzaktion für die ausgefallene LBM – #WritingFriday, KW10

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

Dass die Leipziger Buchmesse dieses Jahr abgesagt wurde, hatte Venus vom Schreibfreitag aus dem Radio erfahren und später in den Fernsehnachrichten gesehen.

Sie hätte dieses Mal sowieso nicht hinfahren können, war aber trotzdem traurig. So entfiel auch die Möglichkeit, zwei ihrer Bücher am Stand des Selfpublisher-Verbandes auszustellen – hoffentlich wurden diese dann wenigstens bis Frankfurt aufgehoben, an die Spedition hatte sie sie schließlich schon schicken müssen.

 

Heute allerdings entdeckte sie in ihrem Twitter-Newsletter eine Nachricht, musste sofort draufklicken. Und hier war von einem Networking-Wochenende die Rede, dafür musste Venus vom Schreibfreitag allerdings von der Twitter-Seite noch weiterklicken, bis zum Forum der Schreibnacht, deren Team sich eine „Alternative zum zweiten wichtigen Aspekt der Leipziger Buchmesse“ erdacht hatte – nämlich ein Networking-Wochenende für einen gegenseitigen Austausch, etwa von Schreibenden, Verlagsmenschen und Vortragenden.

Dies war möglicherweise ein Grund zur Freude – jedenfalls musste Venus vom Schreibfreitag sich von ihrem Stuhl erheben und mit erhobenen Armen ein wenig umher tanzen.

 

P. S.:

Im Schreibnacht-Forum wäre die Admin auch „sehr sehr sehr dankbar“, wenn man für dieses Event Werbung macht, was ich hiermit schon einmal auf meinem Blog tue – scheint auch ohne Anmeldung zu funktionieren :

Networking-Wochenende im Schreibnacht-Forum

 

 

ERGOTHEK am Donnerstag – Die 5 besten Tierfilme

Es gab schon verschiedene Tierfilme, die mir gut gefallen haben, bei einigen erinnere ich mich allerdings nicht mehr so genau an den Titel.

Aber hier sind zumindest einmal fünfe – die Reihenfolge bedeutet keine Wertung:

  1. Bambi
  2. Findet Nemo und Findet Dorie
  3. Dumbo
  4. Große Haie – kleine Fische
  5. Khumba das Zebra ohne Streifen am Po

Weitere Titel erfahre ich gerne 🙂

 

Die Libelle und ihr Austritt, #WritingFriday, KW 8

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

 

Karl Julius Darverne bekam noch immer eine Gänsehaut, als er den Bericht las, den er 5 Jahre vorher aufgeschrieben hatte.

Damals hatte er ein Experiment mit einem Kohleblatt, einer Sauerstoffflasche und den Pflanzen in seinem Zimmer gemacht, und das ganz nah bei drei Steckdosen, die nebeneinander in der Wand steckten.

Die Pflanzen jedenfalls sogen scheinbar begierig die Kohle aus dem Blatt auf, und die Luft roch danach ungewohnt frisch.

Er ging rundherum um die Pflanzen, hielt ihnen weiterhin sein Kohleblatt hin und pumpte weiterhin Sauerstoff aus der Flasche auf dieses Blatt.

Doch als er im rechten Winkel zu den drei Steckdosen stand, kam scheinbar aus allen dreien eine einzige Libelle hervor, zunächst nur wenige Millimeter lang. Doch innerhalb weniger Minuten, in denen sie immer vor der Öffnung der Sauerstoffflasche hin und her flog, wuchs sie mehr und mehr, bis sie schließlich eine Länge von etwa sechzig Zentimetern erreicht hatte!

Gerade in diesem Moment kamen, ohne anzuklopfen, Julia und Winfried herein, seine Nichte und sein Neffe, und staunten nicht schlecht über die große Libelle.

Die neunjährige Julia rief sogleich aus:

„Die ist ja so groß wie eine Riesenlibelle aus dem Karbon!“

Ihr Onkel erwiderte:

„Genau, wie eine Meganeura aus dem Karbonzeitalter vor etwa dreihundert Millionen Jahren! Eigentlich sollte man bei Kohle ja eher an schlechte Luft denken. Tatsächlich aber war der Sauerstoffgehalt in der Luft in jenem Karbonzeitalter wesentlich höher als heute; und Insekten sind so gebaut, dass sie dabei viel größer werden konnten als heute!“

Jetzt sagte der fünfjährige Winfried:

„An ihre Flügel sollten wir uns klammern, dass wir mit ihr mitfliegen können!“

Und er sprang auf die fliegende Libelle zu, versuchte, ihre Flügel zu fassen, was aber gar nicht so einfach war.

Da rannte auch Julia zu der Libelle hin, stieß aber Kopf an Kopf mit ihr zusammen.

Daraufhin schrumpfte die Libelle auf eine Größe, wie sie in unserer heutigen Zeit normal ist, und flog zu einem Fenster hin, das allerdings verschlossen war, das der Onkel aber sogleich öffnete.

Anschließend sagte er:

„War sicherlich gut, was ihr gemacht habt, was immer auch tatsächlich geschehen sein mag – aber mit dieser Größe kann die Libelle in unserer heutigen Luft besser überleben, mit der vorherigen wäre es ihr ähnlich ergangen wie den Dinosauriern, als sie ausgestorben sind!“

„Wäre sie verbrannt?“, fragte Julia.

„Oder erfroren?“, fragte Winfried, worauf ihr Onkel erwiderte:

„Ihr liegt beide nicht ganz falsch, auch wenn dies nicht auf die Libelle in unserer Zeit zugetroffen hätte. Aber damals im Karbon führte der geringe Anteil von Kohlendioxid in der Luft zu mehr Kälte – doch gleichzeitig erwies sich der viele Sauerstoff sozusagen als Feuerbringer, förderte viele Brände, wahrscheinlich schlimmer als heute in Australien! Ihr müsst euch dies als das Gegenteil davon vorstellen, wenn wir auf eine Flamme pusten, um sie auszulöschen, denn wir atmen eben schlechte Luft aus!“

 

Dies verstanden die Kinder damals nur zum Teil, doch in den nächsten Jahren sprachen sie immer wieder über dieses Erlebnis. Und immer wieder konnte bei ihnen wie auch bei ihrem Onkel dann eine Gänsehaut nicht ganz ausbleiben.

Jo Pestum: Zeit der Träume, #WritingFriday, KW 7

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Welches Buch hat dich als Teenager (von 13-18) begeistert? Magst du es heute auch noch?

 

Ein Buch, das ich im Alter von 17 las und das mich lange nicht mehr losgelassen hat:

Zeit der Träume von Jo Pestum

Der Vater des Protagonisten Peter stürzt bei der Beerdigung in das offene Grab der Mutter, muss ins Krankenhaus gebracht werden. Dies ereignet sich in einem Dezember irgendwann Mitte der 70er Jahre. Peter stand dabei; und für mehrere der Anwesenden sah es so aus, als habe er seinen Vater vorsätzlich in das Grab gestoßen.

Er selbst tritt nicht in Erscheinung, sondern sechs Verwandte und Bekannte erzählen von ihm: sein Onkel väterlicherseits, seine Exfreundin, ein Schulkamerad, sein zeitweiliger Pfadfinderführer, der Pfarrer und seine ältere Schwester. Ihre Ansichten widersprechen sich häufig; einig sind sie sich aber darin, dass Peter immer ein Träumer gewesen sei.

Viele Jahre lang war sein Aufenthaltsort unbekannt. Erst als seine Mutter todkrank wurde, kam er auf eine Nachricht seiner Schwester hin zurück. Nicht einmal die Schwester wusste, wo er sich aufhielt; sie erriet lediglich, dass es ein Ort sein könnte, wo sie als Kinder einen glücklichen Kuraufenthalt erlebt hatten.

Ansonsten waren sie in einem offenbar besonders tristen Essener Arbeiterviertel aufgewachsen.

In den 60er Jahre wurden sie erwachsen, so dass der Großteil der Erzählungen wohl in der Adenauerzeit spielt.

Das spießige und autoritäre Image dieser Zeit wird hier besonders krass dargestellt, mit extrem prüden Eltern und einem tyrannischen Vater, der auch nicht über sich hinaus wächst. Und auch die Reaktionen des Sohnes sowie seine Entwicklung in der Pubertät sind besonders extrem.

Man fühlt mit den Figuren mit, auch wenn sie nicht immer sympathisch sind – auch nicht die Hauptfigur Peter, der häufig schon egoistisch handelt und sich selbst schadet, sich berufliche Möglichkeiten verbaut, anstatt sich einmal zusammenzunehmen wie sicherlich viele andere auch, die ähnlich unzufrieden mit den Bedingungen waren, in denen sie aufwuchsen. Auch seine Freundschaft mit einem Mädchen, eine der sechs ErzählerInnen, zerstört er sich, weil er sie nie richtig berührt.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, das Teenies besonders fesseln mag, ich musste damals immer wieder hinein sehen. Heute würde ich sicherlich nicht mehr so empfinden; aber beim Hineinschauen jetzt fand ich, dass es sich immer noch gut liest.

Zeit_der_Träume

Die Abenteuer eines Pinguins, einer Seeleopardin und eines Tauchers – #WritingFriday, KW 4

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart

Vorab noch ein Hinweis: Das „Geschenk“ aus der folgenden Geschichte ist einer Tiersendung entnommen:

91GW9NTUboL._SY550_

 

Muss ein schöner Tag an der Oberfläche sein – so klar, wie das Meer heute ist und wie es von der Sonne beschienen wird! Dies dachte Parditia, das Seeleoparden-Weibchen, während sie durch die momentan ruhige See am Rande der Antarktis schwamm.

An die Pinguine an Land konnte sie sich bei so einem Wetter schwerer heran schleichen, dafür konnte sie unter Wasser weiter sehen und erblickte in einiger Entfernung einen Schwertwal. Nein, in dessen Nähe wagte sie sich besser nicht! Lieber schwamm sie in die entgegen gesetzte Richtung, zu den sanften Buckelwalen, die sich von dem kleinen Krill ernährten, der auch heute in Massen herum schwamm.

Jetzt aber machte Parditia eine Entdeckung: Ein Zügelpinguin sprang ins Wasser und schwamm ganz sorglos in Richtung einer felsigen Insel. Den konnte sie sich schnappen! Gleichzeitig erblickte sie in einiger Entfernung einen Menschen, der in ihrem Revier tauchte. Diesen Menschen hatte sie schon einmal gesehen und ihm bereits ihr Gebiss hingestreckt, als Zeichen, dass sie hier die Herrscherin war und er ihr mit dem nötigen Respekt begegnen sollte, wenn er sich weiter in ihrem Revier aufhalten wollte. Nun war er zurückgekehrt; und wie er sie ansah, empfand er offenbar den gewünschten Respekt. Da konnte sie mit ihm Freundschaft schließen und ihm ein Freundschaftsgeschenk überreichen – und zwar diesen Pinguin, der da so sorglos ihr Gebiet durchschwamm!

So schnappte sie sich den Pinguin, hielt ihn aber so sanft, fast schon zart, mit ihren Zähnen, dass sie ihm keine Verletzungen zufügte und sie ihn dem Taucher möglichst unversehrt übergeben konnte.

Mit ihrer Beute im Gebiss schwamm sie also zu dem Taucher. Doch dieser wollte den Pinguin weder mit seinem Gebiss, das er irgendwo haben musste, noch mit seinen Armen fassen! Nach ein paar weiteren Versuchen, ihm den Pinguin zuzuspielen, sagte sie sich: Vielleicht ist so ein Pinguin nicht nach seinem Geschmack – oder er möchte großzügig zu der Beute sein!

 

Die will doch nur spielen! Das mag der Taucher gedacht haben. Für eine Seeleopardin jedoch war es, wenn ein anderer ein solches Geschenk nicht wollte, ein Zeichen, dass die Beute eine zweite Chance zum Leben erhalten sollte.

So ließ Parditia den Pinguin zurück an Land schwimmen, dachte aber noch, während sie ihm nachsah: Komm nicht nochmal in meine Nähe!

Dann drehte sie sich um und schwamm davon.

 

Zurück an Land, dachte sich der Pinguin: Geschafft – und wie langweilig war doch immer mein Name: Pingfünf – als Zeichen, dass ich das fünfte Küken meiner Eltern bin. Von jetzt an werde ich mich Zügel-ping-ui nennen!

Unter diesem Namen machte er sich in der Folgezeit bekannt, in immer mehr Pinguin-Kolonien, indem er allen Pinguinen von seinem Abenteuer erzählte, wie er dem Rachen der Seeleopardin entkommen war, und alle jungen Pinguine lehrte, beim Springen ins Wasser stets umsichtig zu sein.

 

Und der Taucher musste daheim sein Erlebnis ebenfalls festhalten, nicht nur als Video. Denn ein Bekannter seiner Großeltern besaß noch ein altes Tintenfass samt Feder und Tinte. Die Tinte war sicherlich schon stark eingetrocknet – aber dieser alte Mann wusste vielleicht eine Möglichkeit, damit noch zu schreiben – denn solch ein Seemannsabenteuer verdiente es, auch auf solch altmodische Art festgehalten zu werden!

 

Wie bereits oben gesagt: Das „Geschenk“ aus dieser Geschichte ist einer Tiersendung entnommen:

91GW9NTUboL._SY550_

Das Karussell und seine Mitte – #WritingFriday, KW 50

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Karussell, Zimtschnecken, bitterkalt, grosse Augen, Liebe

Das Karussell hörte nicht auf, sich zu drehen, in dieser kalten Nacht. Sein Zentrum sah aus wie eine Zimtschnecke, und Zimtschnecken wurden haufenweise verkauft von den Ständen ringsum.

Die Kinder lagen schon im Bett, doch genug Erwachsene tummelten sich noch auf dem Weihnachtsmarkt und genossen die bitterkalte Nacht mit allerhand Glühwein.

Der achtzehnjährige Karl Ussel hatte seine Eltern und kleineren Geschwister auch schon heimgeschickt, oder vielmehr waren sie nach 8 Uhr von selbst gegangen. Er aber wollte noch den Weihnachtsmarkt genießen, insbesondere eines dieser Karussells, welche dieselben Buchstaben enthielten wie sein Name, womit er schon seit der Grundschule manchmal aufgezogen wurde.

Langsam wurde die Nacht wirklich bitterkalt, doch Karl ließ es sich nicht nehmen, eine Runde auf dem Karussell mit der zimtschneckenartigen Innenform zu drehen. Und diese Runde wollte und wollte kein Ende nehmen …

Allmählich drehte sich auch in ihm alles. Zumindest die Zimtschnecke, die er kurz zuvor gegessen hatte, wollte nicht wieder hochkommen. Dafür machte er bald richtig große Augen, denn er erblickte jemanden, direkt in der Mitte des Karussells: Ein Mädchen mit langen Haaren in den Farben einer Zimtschnecke, also hauptsächlich blond bis hellbraun, aber es mischten sich auch weiße Strähnen darunter.

Und dieses Mädchen sagte zu ihm:

„Ich heiße Ursel Kasl, also auch mit den Buchstaben in Karussell!“

„Und wo kommst du jetzt her?“, fragte Karl, woraus sie erwiderte:

„Die Winterfee schickt mich ab und zu hierher!“

„Schön, dass sie dich zu mir geschickt hat, warum auch immer!“

„Wenn du meine Haare zu einer Zimtschnecke drehst, schenkt sie dir meine Liebe!“

Karl streckte die Hände zu ihren Haaren aus, da kitzelte sie ihn mit ihren Haaren im Gesicht, und er flog aus dem Karussell hinaus, welches gleich darauf stoppte.

In seiner Mitte war nichts mehr zu sehen. Da hatte er wohl gerade geträumt …

 

Zeit, um heim zu gehen, zumal der Abend auch immer kälter wurde – aber einmal drehte sich Karl noch um zu dem Karussell. Dieses hatte sich gerade wieder in Bewegung gesetzt, da zahlte er nochmal für eine Runde. Bald schon ertönte aus dem Lautsprecher:

„Uuuusssseeeellll – rrrrrrr – aaaaaaa – k“

Dies war das Letzte, woran Karl sich erinnern konnte, als er im Krankenhaus wieder zu sich kam. Um ihn herum standen seine Eltern und seine zwei kleinen Geschwister, die jeweils eine Zimtschnecke naschten. Und für ihn hatten sie eine besonders große mitgebracht!

 

 

Die Waldeule und die Straßeneule, #WritingFriday, KW 48

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Wind, Comicbuch, klein, Avocado, Eule

Die Eule Ulla fühlte sich klein zwischen diesen vielen hohen Bäumen.
Ganz allein war sie losgeflogen auf der Suche nach Nahrung. Aber nun kam ein so starker Wind auf, dass sie sich am liebsten versteckt hätte. Die Wipfel der vielen Fichten um sie herum bogen sich im Wind.

Ebenfalls vom Wind kräftig bewegt wurden die Seiten eines Comicbuches: EUKLIDA DIE SUPEREULE des achtjährigen Dieter. Dieser Comic handelte von einer Eule namens Euklida, die bei Nacht alles sah, also auch jeden Einbrecher, selbst wenn dieser sich noch so gut versteckte. Auf diese Weise spürte sie so manchen Missetäter auf, und Kilian, ihr menschlicher Freund, durfte diesen dann der Polizei mitteilen. Immer wenn sie mit Kilian sprach, hielt sie ein Auge geschlossen und das andere offen, so als wollte sie mit einem Auge ihre Vorahnung spüren lassen, wo als Nächstes etwas los wäre.

Als Dieter so auf der Terrasse saß und den Wind beobachtete, rief ihn seine Mutter:
„Komm, es gibt Essen!“
Daraufhin lief Dieter in die Küche, wobei er den Comic unter den Pullover steckte, auf dem ebenfalls eine Eule abgebildet war. Doch seine Mutter fragte sogleich:
„Was hast du denn da wieder versteckt?“
Da holte er den Comic hervor und legte ihn auf den Sitz neben sich, auf dem meistens Gäste saßen.

Zum Nachtisch gab es Avocado, und zunächst löffelte Dieter die eine Hälfte seiner Frucht aus. Dann aber überkam ihn das Verlangen, die leere und die volle Hälfte anzustarren, und seine Mutter fing schon an, ihre Sachen vom Tisch zu räumen. Er aber dachte sich: Das wären doch zwei schöne Eulenaugen, wie wenn die Eule das eine Auge geschlossen und das andere offen hält!
Da glaubte er in der leeren Hälfte etwas zu erblicken: Eine kleine Eule, die im Sturm durch den Wald fliegen musste. Da flüsterte Dieter, während er auf die leere Hälfte der Avocado starrte:
„Komm zu uns, leiste meiner Euklida Gesellschaft!“

Während der Sturm durch die Fichten tobte, meinte die Eule Ulla einen Ruf zu hören; und einen Moment später fand sie sich auf einer Fensterbank wieder.
Dieter erblickte sie von drinnen und öffnete das Küchenfenster. Seine Mutter wollte ihm schon befehlen, das Fenster bei dem starken Wind wieder zu schließen, da flog die Eule herein. Und die Mutter sagte:
„Na gut, lass die Eule herein! Da wirst du bald sehen, dass sie keine Zauberkräfte besitzt. Aber wenn es draußen ruhiger geworden ist, lässt du sie wieder wegfliegen!“
„Au, danke!“, erwiderte er und zeigte der Eule Ulla sein Comicbuch mit einer großen Abbildung der Eule Euklida, wie diese durch die nächtlichen Straßen flog.
Da dachte sich Ulla:
„Dieser Eule werde ich einmal den Wald zeigen, wenn es nicht so stürmt und sich die Sterne zeigen! Aber warum sollte ich nicht auch probieren, wie gut sich hier Nahrung finden lässt?“
Euklida bewegte sich jedoch nicht aus dem Comic heraus, nur dieser Menschenjunge kümmerte sich um Ulla, die sich schon bald wieder nach der Weite draußen sehnte. Und in den folgenden Tagen und Wochen konnte, wer Glück hatte, nachts in diesem Stadtteil eine Eule durch die Straßen fliegen sehen.