Lara die Larvenkönigin – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Diesmal kommt folgendes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch…” beginnt.

Dies ist der neunte Teil nach sieben anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Der Regen mit dem verheißungsvollen Bogen

Jasmin am Ende des Regenbogens

Merkwürdige Stimmungen am Ende des Regenbogens

Emma und das Schranktor

Kurt vom Schwarzweißbogen

Trix die rote Torkatze

Emma am Meer

Emmas Rückkehr mit dem Hexentrank

Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch diesmal war sie neugierig auf das, was sich auf ihrer Wiese tat. Hier war sie seit Jahren schon die Königin der Larven, wachte mit ihrem grünschwarz gestreiften, etwa zehn Zentimeter langen Körper, ihren durchsichtigen Flügeln, ihren sechs Beinen und ihren sechs Köpfen darüber, dass hier alles mit rechten Dingen zuging. Dass also die Larven der verschiedenen Insektenarten friedlich schlüpften, aber auch die Bienen und andere Völker die Blütenpflanzen gut bestäuben konnten.

Heute aber war etwas anders – regenbogenfarbener Rauch stieg jenseits der Wiese auf; und dies war für Lara ein Zeichen, dort hinzufliegen!

Zwei ihrer Köpfe zog sie nach vorne; und beide Köpfe erblickten ein Schaf und einen Wolf, die gemeinsam aus der Schüssel tranken, aus der dieser Rauch in allen Farben des Regenbogens aufstieg. Danach rieben das Schaf und der Wolf ihre Köpfe aneinander; und anschließend blökte das Schaf und heulte der Wolf, aber beide blieben stehen und taten einander nichts!

Nun wollte auch Lara einmal von diesem Trank kosten.

Dafür musste sie sich aber dem Schaf zeigen, aber auch dem Wolf – und den Menschen, die drum herum standen!

Jetzt zeigte einer ihrer sechs Köpfe nach links, einer nach rechts, einer nach vorne, einer nach hinten, einer nach oben und einer nach unten – zu dem Schaf und dem Wolf, über deren Köpfen sie gerade flog. Beide hörten jetzt ihr Summen und blickten zu ihr auf, während sie zu einem Sinkflug ansetzte, um von dem Trank zu schlürfen.

Nach ein paar Schlucken konnten alle in der Umgebung ihre Sprache verstehen, sowohl die Menschen als auch das Schaf und der Wolf – das Schaf in blökenden und der Wolf in heulenden Lauten. Dabei justierte Lara ihre Köpfe in einem waagerechten Kreis um ihren Leib, so dass sie alle Menschen und Tiere um sich herum gut sah, die wiederum alle zu ihr hinstarrten, nachdem sie ganz laut gesummt hatte.

Und Lara sprach:
„Ihr Schafe und Wölfe müsst jetzt auf der Wiese im Wald darauf achten, dass die Bienen und andere Insekten die Blüten der Pflanzen gut bestäuben, so dass die anderen Tiere dort gute Nahrung finden!“

Grasverstecker das Schaf blökte laut, und Lupluvi der Wolf heulte weithin hörbar.

Lara fuhr fort:
„Ihr Menschen könnt in einem Jahr wieder hierher kommen, sobald neuer Honig gereift ist! Denn wenn die Bienen und die Schafe und Wölfe ihre Arbeit gut machen, wird es ein ganz besonderer Honig werden!“

Jetzt flog Lara zurück auf ihre Wiese, richtete dabei einen ihrer Köpfe wieder nach unten. So konnte sie beobachten, wie sich die Menschen unterhielten und zwei von ihnen in verschiedene Richtungen davon gingen.

So sagte Emma:
„Das Regenbogentor ruft mich zurück! Aber in einem Jahr werde ich wieder kommen!“

Und Kurt meinte:
„Mich ruft der Schwarzweißbogen zurück; zu ihm soll ich einen Becher mit dem Trank bringen!“

Jasmin reichte ihm einen Becher; und innerhalb einer langen Sekunde wurde er durchsichtig, dann war er ganz verschwunden. Gleichzeitig schien Emma durch ein unsichtbares Tor zu treten – erst war ihre Vorderseite nicht mehr zu sehen, man konnte sie aber noch undeutlich sagen hören:
„Da ist ja wieder der Wandschrank!“

Dann war auch sie gänzlich verschwunden.

Nun sagten Jasmin und Pluvinura zueinander:
„Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, die Wiese zu bewachen!“
„Ja, du von dieser Seite, ich von der anderen!“
„Damit in Zukunft besonders guter Honig von ihr kommt, vielleicht auch noch anderes!“
„Und Wölfe und Schafe gemeinsam darauf achtgeben!“

Gleichzeitig blökte Grasverstecker und heulte Lupluvi, bevor das Schaf und der Wolf zusammen auf einen Hügel stiegen, von dem aus sie die Wiesen in der Umgebung gut beobachten konnten.

Emmas Rückkehr mit dem Hexentrank – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Diesmal kommt folgendes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein:  Laub, kühl, Gesund, Beeren, Vorfreude

Dies ist der neunte Teil nach acht anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Der Regen mit dem verheißungsvollen Bogen

Jasmin am Ende des Regenbogens

Merkwürdige Stimmungen am Ende des Regenbogens

Emma und das Schranktor

Kurt vom Schwarzweißbogen

Trix die rote Torkatze

Emma am Meer

Hexenkunst am Strand

Emma war voller Vorfreude darauf, ihren Bekannten, die sie eigentlich alle erst seit kurzem kannte, den Hexentrank vorzuführen.

Als sie also ihren Kopf unter dem Bauch von Trix, der dreibeinigen Katze, hervorzog, starrten die Umstehenden sie an. Und Jasmin, die an diesem Ort wohnte, fragte als erste:
„Für ein paar Momente warst du weg – aber wie lange ist dir die Zeit vorgekommen?“

„Mir kam es wie ein paar Stunden vor“, erwiderte Emma. Dann hob sie die Thermoskanne, die sie erst unter dem Bauch der Katze abgelegt hatte, auf und erklärte weiter:
„Holt euch alle je eine Tasse, oder einen Becher, oder was es sonst noch hier geben mag!“

„Ich bringe ein paar Becher!“, entgegnete Jasmin und eilte in ihre Hütte, kam kurz darauf mit ein paar Kupferbechern zurück, reichte allen Anwesenden jeweils einen.

Während der Tee sich langsam abkühlte, bestaunten alle den Rauch, der abwechselnd in allen Farben des Regenbogens aus den Bechern aufstieg: Immer erst rot, dann orange, dann gelb, dann grün, dann indigo, dann violett, und danach fing er wieder mit rot an.

Jasmin trank schließlich ein paar Schlucke, nachdem sich der Tee einigermaßen abgekühlt hatte, und meinte dann:
„Schmeckt nach Beeren, die nicht nur gesund sind, sondern in Kombination mit Algen auch einen besonderen Kick in meinem Inneren hervorrufen!“

Emma nickte und sagte:
„Die Hexe hat auch allerhand Beeren und Algen zusammengemixt! Aber jetzt fehlen noch ein paar Gäste …“

„Damit meinst du Tiere!“, sagte Pluvinuria, und gleich darauf reichte Kurt seinen Becher seinem Pferd, dem der Becher jedoch zu klein war.

Da sagte Jasmin:
„Für die Tiere habe ich auch große Schüsseln, aus denen sie schlürfen können!“

Während Jasmin aus ihrer Hütte noch ein paar Schüsseln holte, fragte Emma noch etwas anderes:
„Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, in welcher Zeit wir uns hier befinden?“

Kurt meinte:
„Mir kam es auch vor, als wäre ich hier in einer früheren Zeit gelandet; und du, Emma, kämest aus einem späteren Jahrhundert!“

Jetzt sagte Pluvinuria, die Hirtin von jenseits der Wiese:
„Ich glaube, dass vor allem ein Schaf und ein Wolf von dem Tee trinken sollten!“

„Wie kommst du nur darauf?“, fragte Emma lächelnd, denn dies hatte ihr die Hexe ja auch gesagt.

„Das ist so eine alte Erzählung in meinem Land!“, erklärte Pluvinuria. „Und wenn die beiden Tiere aus einer Quelle – oder einer Schüssel – getrunken haben, soll es eine Erleuchtung geben – wie auch immer diese dann genau aussehen mag!“

Im Laub war es kühl, und darum versteckte sich der Wolf Lupluvi gerne dort. Jetzt aber lockte der Geruch eines leckeren Gewässers, oder woraus immer er trinken konnte …

Ähnlich erging es dem Schaf Grasverstecker, das bei dem Geruch so eines Trankes aus ihrem Versteck unter hohen Grashalmen heraus rannte …

Zu einem Ende kommt es demnächst, voraussichtlich noch mit einer Lara!

Hexenkunst am Strand – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Diesmal kommt folgendes Monatsthema:

Eine Kräuterhexe mixt einen besonderen Tee, für wen ist dieser und welche magische Wirkung hat er? Verpacke das Ganze in eine kleine Geschichte.

Dies ist der achte Teil nach sieben anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Der Regen mit dem verheißungsvollen Bogen

Jasmin am Ende des Regenbogens

Merkwürdige Stimmungen am Ende des Regenbogens

Emma und das Schranktor

Kurt vom Schwarzweißbogen

Trix die rote Torkatze

Emma am Meer

Nach etwa zwei Kilometern Wanderung am Strand entlang erblickte Emma zunächst Rauch, der hinter einem Felsen aufstieg. Sie näherte sich diesem Felsen, der etwa doppelt so hoch war wie sie und auf der einen Seite fast bis ans Wasser reichte, auf der anderen Seite an eine kilometerlange Felswand grenzte.

Mit vorsichtigen Schritten ging Emma um das Ende des Felsens herum und erblickte schließlich ein Feuer, über dem ein Kessel aus Kupfer hing. In dem Kessel befand sich irgendein Trank, in dem eine alte Frau, mit langen, weißen Haaren, rührte. Gekleidet war sie in ein blaugraues Gewand.

„Ich habe dich schon erwartet!“, sagte die Alte. „Ich bin die Hexe Salmaria; und hier koche ich einen Tee, von dem du eine große Kanne mitnehmen kannst!“

Da fragte Emma:
„Was ist denn das für ein Tee? Sieht ja merkwürdig aus, in allen Farben des Regenbogens!“

Die Hexe erwiderte:
„Er besteht zum einen aus Meerwasser und Algen. Er lässt sich aber trotzdem trinken, denn ich mixe ihm zum einen Regenwasser bei, welches das Salz in sich aufnimmt, und zum anderen Kamillenblüten, Holunderbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Blaubeeren, Brombeeren und einige ganz seltene Früchte!“

„Und diese Mischung wird gut schmecken?“

„Ja, das wird sie! Außerdem bewirkt sie, dass am Ende des Regenbogens ein Ort geschaffen wird, der als ein Kraftort die Kommunikation über verschiedene Zeitebenen begünstigt!“

„Mir kam es auch schon vor, als wäre ich heute in andere Zeiten gereist!“, meinte Emma.

„Das hast du richtig erkannt!“, erwiderte die Hexe. „Und in Kürze wirst du mehr erfahren. Ihr müsst alle von diesem Tee trinken, und ihn außerdem je einem Wolf und einem Schaf zu trinken geben!“

Jetzt pfiff die Hexe – und eine grüne Katze mit fünf Beinen kam vom Felsen gesprungen!

„Das ist Quinx, meine fünfbeinige Katze!“, sagte die Hexe und reichte Emma eine Thermoskanne, die aus der Zukunft zu kommen schien, jedenfalls nicht ganz zu diesem einsamen Strand und der Hexe zu passen schien.

„Du musst jetzt unter ihren Bauch sehen!“, sagte Salmaria die Hexe noch, und Emma bückte sich und steckte ihren Kopf zwischen die fünf Beine der Katze. Und schon befand sie sich wieder unter dem Bauch von Trix der dreibeinigen Katze, von wo aus sie ans Meer gelangt war!

Fortsetzung wird bald folgen

Emma am Meer – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.


Diesmal kombiniere ich zwei Monatsthemen:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Emma war verblüfft über die Weiten des Meeres, sie hätte nie gedacht…” beginnt.

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein:  Maske, Habseligkeiten, müde, absichtlich, Widerling

Dies ist der siebte Teil nach sechs anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Der Regen mit dem verheißungsvollen Bogen

Jasmin am Ende des Regenbogens

Merkwürdige Stimmungen am Ende des Regenbogens

Emma und das Schranktor

Kurt vom Schwarzweißbogen

Trix die rote Torkatze

Emma war verblüfft über die Weiten des Meeres, sie hätte nie gedacht, dass man wirklich so weit ohne jedes Hindernis blicken könnte.

Gerade noch hatte sie sich unter den Bauch der dreibeinigen Katze gebeugt, und schon war sie hier gelandet. Von so einer Weite hatte sie zwar andere schon erzählen gehört, aber selbst immer in den Bergen oder in der Großstadt am Fuße dieser Berge gelebt, wo die Sicht selten mehr als ein paar hundert Meter betrug.

Irgendeinen Grund musste es haben, dass irgendeine Magie sie hierher verschlagen hatte; und so wanderte sie am Ufer entlang, wobei ihr die meiste Zeit ein kühler Wind vom Meer in die Seite wehte.

Bald schon wurde sie müde und setzte sich auf einen Stein. Bei dem Wind musste sie aufpassen, dass er nicht noch ihre wenigen Habseligkeiten wegwehte, nämlich ein Halstuch und ein paar Geldscheine, die sie in einer Tasche ihrer Jeansjacke trug – sowie ein Säckchen mit Salz, das sie in einer weiteren Jackentasche trug und jetzt beiläufig in die Hand nahm.

Es stammte von Willsal, dem Besitzer eines Salzbergwerks in ihrem Heimattal. Eigentlich ein Widerling, der sich immer wieder gerne eine Maske aufsetzte, besonders wenn die Zeit der Perchten angesagt war. Häufig erschreckte er andere absichtlich, manchmal mit einem lauten Hupen nachts, manchmal auch mit einem ganz besonderen Kostüm, das wie ein Haufen Salzkristalle aussah und weithin einen fauligen Geruch verströmte. Aber als Emma aus dem Tal in die Großstadt zog, hatte er ihr dieses Säckchen mit Salz geschenkt, welches sich nun plötzlich für einen Moment in Richtung des Meeres bog, als wollte es Kontakt mit dem Salzwasser aufnehmen.

Kurz darauf bog es sich wieder zurück; doch jetzt erblickte Emma in der Ferne einen Regenbogen, größtenteils über dem Meer, aber mit einem Ende über dem Land.

Sie fühlte sich auch wieder etwas gestärkt, obwohl sie schon länger nichts gegessen hatte, und machte sich auf in Richtung dieses Regenbogens.

Fortsetzung wird bald folgen

Trix die rote Torkatze – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Berichte aus dem Alltag von Trix, einer dreibeinigen roten Katze mit einem verblüffenden Talent. 

Dies ist der sechste Teil nach fünf anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Der Regen mit dem verheißungsvollen Bogen

Jasmin am Ende des Regenbogens

Merkwürdige Stimmungen am Ende des Regenbogens

Emma und das Schranktor

Kurt vom Schwarzweißbogen

Auch Trix, eine Katze mit rotem Fell und drei Beinen, hatte den Regenbogen gesehen. Trotzdem fand sie in den Tagen darauf nur die üblichen Mäuse zum Jagen. Fisch hatte sie in letzter Zeit nur sehr selten bekommen, hatte kaum einen fangen können.

So war sie zunächst auch zu missmutig, um sich den Menschen zu zeigen, die neu in diese Gegend kamen.

Doch als sie Albnig den Widder erblickte, wie er auf die Menschen zukam und einige von ihnen mit sich nahm, war ihr Interesse wieder geweckt. Denn wenn sie eines dieser Erzeugertiere zu Gesicht bekam, konnte sie immer wieder hoffen, dass einmal wieder etwas Unerwartetes passierte – und wenn es nur ein ganz kleines Lamm war, das sie sich gerade noch rechtzeitig schnappen konnte. Manchmal trugen diese Tiere gar einen Geruch mit sich, der die Katze zu großen Sprüngen an weit entfernte Orte befähigte; und auch dieser Widder strömte einen strengen Geruch aus …

Schon hörte Trix einen der Menschen etwas rufen:
„Oh, eine rote Katze, und mit drei Beinen!“

Da erwiderte Jasmin, mit der die Katze schon immer fast befreundet war:
„Ja, Kurt, das ist Trix! So haben wir sie immer genannt; aber niemand hat gesehen, wie sie geboren wurde, oder wie sie ihr viertes Bein verlor, ob sie gar jemals eines hatte!“
„Jedenfalls scheint sie damit sehr gut zu laufen!“, sagte Pluvinura, und Emma meinte:
„Ich sehe da etwas …“

Alle sahen hin – und tatsächlich war zwischen den Beinen der Katze ein blaugrüner Schimmer zu erkennen.

 „Dort hindurch geht es zum Meer!“, sagte Jasmin, worauf sie alle anderen anstarrten.

Hier befand man sich mehrere hundert Kilometer vom Meer entfernt – aber diese dreibeinige Katze verfügte offenbar über eine Gabe!

Jasmin erklärte weiter:
„Ich habe schon länger vermutet, dass diese Katze … einen Bezug zu fernen Orten besitzt – jedenfalls tauchte sie schon zwei- oder dreimal mit Fischen im Maul auf, die es hier nicht gibt, dafür aber nach Salzwasser rochen!“

Emma bückte sich und schob ihren Kopf unter den Bauch der Katze, drehte ihren Kopf nach oben – und plötzlich waren sie und die Katze verschwunden, als wären die Beine der Katze ein Tor zu einem anderen Ort gewesen!

Fortsetzung wird bald folgen

Verena Petrasch: Der Händler der Töne – Rezension

Sehr phantasievolles und spannendes Kinderbuch

Erstmals seit ungefähr zwei Jahren habe ich auf lovelybooks wieder ein Rezensionsexemplar gewonnen; und dies ist meine Rezension:

Originell und sehr phantasievoll ist das Buch von Beginn an, mit den vielen Ideen zu einer Welt, in der Töne und Klänge eine besondere Rolle spielen. Durch die Klangbögen, die wie Teleportale wirken, gelangen die Protagonisten in ferne Gegenden, die mal an den Vorderen Orient, mal an eine düstere Hafenstadt, mal an Island, an das tropische Afrika, den Fernen Osten oder an Russland erinnern.

Dennoch fiel es mir am Anfang noch etwas schwer, in die Geschichte hinein zu finden, da sie beginnt, als der Junge Noé seine Reise bereits angetreten hat. Seine Alltagswelt, in der er aufgewachsen ist und der er entfliehen wollte, wird erst ein paar Kapitel später beschrieben. Da hätte ich mir doch ab und zu etwas auktoriale Perspektive, die manches kurz erklärt, gewünscht.

Auch werden die eigentlichen Antagonisten, nämlich die Klangpiraten, erst spät erwähnt, auch nicht im Klappentext. Dadurch ist ein wenig Spannungspotential verloren gegangen. So hielt ich zunächst den Händler für den Hauptgegner, weil er anfangs so unfreundlich ist. Zuerst erscheint er sehr stereotyp; im Verlauf des Buches treten aber andere Züge bei ihm hervor.

Spätestens in der zweiten Hälfte legt die Spannung aber mächtig zu. Und die spezielle Bedeutung der Töne und Klänge sorgt immer wieder für unerwartete Wendungen.

Am Schluss fügt sich alles passend zusammen, nur die letzten zwei Seiten treten den Ausgang meinem Empfinden nach etwas zu breit; dies ist aber Ansichtssache.

Insgesamt ein gut geeignetes Buch für Kinder und Junggebliebene.

Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte!

🎶🎶🎶🎶 4/5

30-Days-Book-Challenge – Tag 4

Thema diesmal: Ein Buch mit einem Cover in Grün

Hier habe ich drei Bücher:

  1. Roy Peter Clark: Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben

Ein Ratgeber mit 50 Tipps zum Schreiben, die knapp und sehr gut verständlich erklärt werden. Für alle, die gerne schreiben, ein sehr nützliches Buch!

2. Harald Braem: Magische Riten und Kulte

Einige interessante Gedanken zur Vorzeit in Europa.

3. Wolf-Dieter Storl: Die alte Göttin und ihre Pflanzen

Auch hier interessante Gedanken zur Vorzeit, welche alten Bräuche zu unseren heutigen Feiertagen geführt haben, und was sich von all dem in den Märchen ausdrückt. Demnach wäre es z. B. ein Glücksgriff gewesen, dass Drei Haselnüsse für Aschenbrödel im Winter gedreht wurde, weil das Märchen am besten zu dieser Jahreszeit passen soll.

Pyramide Nummer drei – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Du gerätst über eine Zeitmaschine ins alte Ägypten, erzähle von diesem Abenteuer.

Beim Anblick dieser Maschine kann ich kaum widerstehen. Aus dem Nichts ist sie auf dem einsamen Waldweg aufgetaucht, und ihre Benutzer sind erst ausgestiegen, haben sich dann aber unsichtbar gemacht. So sagt auch niemand etwas, als ich einfach einsteige und mir die Apparatur ansehe:

Ein Hebel, ein Globus und eine Zahlentastatur, mit einer Taste für „B.C.“.

Auf dem Globus drücke ich mal auf Ägypten, tippe dieses B.C. ein und ohne hinzusehen eine vierstellige Zahl – ein bisschen Überraschung soll auch dabei sein – und ziehe den Hebel …

Sogleich umfängt mich trockene Hitze, sicherlich über vierzig Grad. In der Ferne sehe ich zwei große Pyramiden, eine dritte befindet sich offenbar gerade im Bau. Die Maschine ist im Wüstensand gelandet, ich muss jetzt wohl ein bisschen laufen.

Es fällt schwer, in der Hitze voran zu gehen; aber ich zwinge mich dazu.

Bald stoße ich auf Menschen, die nur wenig Kleidung tragen und mich anstarren – nicht nur wegen meiner blassen Haut, sondern auch wegen meiner Kleidung, die auf sie wahrlich fremd wirken muss. Denn wie sich die Besitzer dieser Maschine unsichtbar machen konnten, habe ich nicht herausgefunden.

Jetzt aber zeigen mir einige Ägypter eine Richtung an, die ich offenbar einschlagen soll. Und was ich ein paar hundert Meter weiter zu Gesicht bekomme, erinnert mich an den Turmbau zu Babel: Denn dort stehen Menschen verschiedener Hautfarben, schwarze von weiter aus dem Süden, aber auch ein paar Hellhäutige, die irgendwie hierher gelangt sein müssen. Und diese blicken mich neugierig an und machen Zeichen, mich zu ihnen zum Essen auf den Boden zu setzen. Diese Zeichensprache sind sie anscheinend gewohnt, weil sie sich auch untereinander nicht anders verständigen können. Sklaven scheinen sie aber nicht zu sein, ebenso wenig wie die Ägypter von vorhin; jedenfalls habe ich noch keinen Aufseher mit einer Peitsche gesehen.

Zum Essen haben sie eine große Schüssel mit Getreidebrei, Fleisch und Zwiebeln. Alles schmeckt für mich ungewohnt kräftig. Zum Trinken haben sie Bier, das allerdings schwächer zu sein scheint als das Bier aus meiner Zeit.

Später zeigt ein älterer Mann auf die beiden großen Pyramiden, die weiß glänzen, sagt: „Chufu – Chephren“, legt seine Hände um die Schüssel mit dem Essen, hebt sie dann in die Höhe, wie um eine dreimal so große Schüssel anzudeuten. Anschließend zeigt er auf den oberen Rand unserer Schüssel sowie auf die Baustelle der dritten Pyramide und sagt: „Menkaura!“ Dabei macht er noch eine Handbewegung nach unten.

Ich nicke, weiß zumindest, dass die großen Pyramiden für Chufu und Chephren gebaut waren, wie die Pharaonen auf Ägyptisch hießen, und die dritte für Menkaura oder Mykerinos.

Allmählich begreife ich, dass dieser Mann wahrscheinlich andeuten wollte, dass die Zeit der größten Pyramiden eine ganz fruchtbare gewesen sein muss, mit Nahrung im Überfluss, aber jetzt waren weniger fruchtbare Zeiten angebrochen. Und deshalb hatte der jetzige Pharao eine kleinere Pyramide für sich geplant, konnte sich nicht mehr leisten, mit so verringerten Ressourcen. Diese Ressourcen würden sich wahrscheinlich weiter verringern, bis sich die Pharaonen den Pyramidenbau gar nicht mehr leisten können.

Als sich die Abendsonne senkt, wird die Luft angenehm frisch. Dies bedeutet aber noch nicht Feierabend, sondern im Gegenteil stellen sich jetzt alle an die große Rampe und fassen die dicken Seile, mit denen ein großer Stein die Rampe hochgezogen wird. Auch mir weisen sie einen Platz an einem Seil zu – und irgendwie muss die Nahrung besonders kräftigend gewesen sein; jedenfalls fällt es mir unerwartet leicht, am Seil mitzuziehen. Der große Stein ist dann an seinem Platz, bevor es wirklich dunkel wird.

Mehr wird an diesem Tag nicht gearbeitet, und die Arbeiter trinken alle noch ein oder mehrere Bier. Allmählich legen sich immer mehr von ihnen zum Schlafen hin.

Ich schleiche mich fort, hin zur Zeitmaschine, die unentdeckt noch an ihrem Platz steht. Dort tippe ich 2020 ein und ziehe am Hebel.

Kurt vom Schwarzweißbogen – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.


Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Kurt war zum Mörder geboren, könnte man meinen, wenn da nicht…” beginnt.

Dies ist der fünfte Teil nach vier anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Kurt war zum Mörder geboren, könnte man meinen, wenn da nicht das Holzschwert an seinem Gürtel gewesen wäre. Denn ansonsten schmückte er sich mit Totenköpfen: einen trug er ebenfalls am Gürtel, einen anderen vor der Brust und einen weiteren auf dem Rücken. Sein schwarzer Vollbart reichte, wenn er aufrecht saß, bis knapp oberhalb des Totenkopfes auf seiner Brust.

Ebenso mit Totenköpfen geschmückt hatte sich sein Auftraggeber, der Fürst vom Schwarzweißbogen. Diesen Titel hatte er sich einmal selbst ausgedacht, als Kontrast zu den Regenbögen, denen er gern hinterher jagte. Das Tor zu seinem Schlossbereich war dafür aus schwarzem Basalt und weißem Marmor errichtet. Und statt eines echten Parks wies der Schlossbereich nur eine große Fläche aus Asche auf.

Dennoch lockte den Fürsten immer wieder das Gegenteil – alles Farbige, wie etwa ein Regenbogen. Zumal er fest an der Hoffnung festhielt, dass am Ende eines solchen Regenbogens ein Schatz zu finden wäre.

Neulich hatte er von einem Regenbogen gehört, dessen Ende auf der Erde sichtbar wurde. Und dorthin schickte er seinen Gefolgsmann Kurt. Dessen Familie war einst von Räubern erschlagen worden, er selbst hatte sich dabei gut versteckt. Doch schließlich hatte sich Kurt an den Mördern seiner Familie gerächt, drei von ihnen erschossen und deren Schädel als Trophäen genommen, die er nun immer mit sich führte.

Ein Rabe wies ihm und zehn weiteren Gefolgsleuten den Weg zu dem Regenbogenende, das vor ein paar Wochen so gut sichtbar auf der Erde abgebildet gewesen sein sollte.

Bald schon blökten Schafe und meckerten Ziegen ganz nahe, dazwischen heulte ganz offensichtlich ein Wolf!

Kurt sah aus seinen Träumen auf und trieb seinen Apfelschimmel an.

Kurze Zeit später schon erschien eine Wiese mit vielen Tieren, dahinter eine Hütte vor einem Wald. Und auf dieser Wiese lief ein Wolf friedlich zwischen den Schafen und Ziegen umher – war vielleicht auch nur gerade gesättigt.

Da wollte Kurt am liebsten auch seine Pistolen einfach stecken lassen, die er gezwungenermaßen unter seinem Holzschwert am Gürtel trug – aber wenn es hier einen Schatz gab, und die Menschen ihn nicht herausrücken wollten, würde er dem Befehl seines Fürsten zuwider handeln!

Vor der Hütte erschienen drei Frauen, und aus dem Wald kamen noch einige weitere Menschen, in bäuerlicher Kleidung, genau wie zwei der Frauen. Die dritte trug etwas merkwürdige Kleidung, zwar auch ein Kleid, aber aus ungewöhnlichen Stoffen.

Die mittlere Frau, mit den schwarzen Haaren und dem weißen Gewand, sprach zu den Neuankömmlingen:
„Was wollt ihr hier?“

Da erwiderte Kurt:
„Eigentlich möchten wir euch nichts tun; aber wir sind beauftragt, nach einem Schatz zu suchen!“

„Hier werdet ihr keinen finden!“, sagte die Frau im weißen Kleid, die aber nun von ihrer Nachbarin angestupst wurde:

„Sieh mal, Jasmin, was für ein Schaf dort angerannt kommt!“

Jetzt sah auch Kurt in diese Richtung; und dort kam ein schwarzweiß gestreifter Widder ihnen entgegen gerannt!

Da sagte Pluvinura, die neben Jasmin stand:
„Das ist Albnig, einer unserer Widder, die sich kaum auf der Weide blicken lassen, sondern immer irgendwo umher streifen! Wenn er mit euch gehen will, könnt ihr ihn mitnehmen!“

Dazu meinte Kurt:
„Ein solches schwarzweiß gefärbtes Tier wollte unser Fürst eigentlich immer haben! Der kann ihm viele ähnliche Nachkommen zeugen!“

„Hab ich doch nur zum Spaß gesagt“, flüsterte Pluvinura den zwei anderen Frauen zu. Aber tatsächlich blökte der Widder Albnig erst laut und trottete dann ganz friedlich weiter, hin zu Kurts Gefolgsleuten. Diese verschwanden augenblicklich, mit dem Widder, und Kurt blieb allein zurück!

„Anscheinend hat der Regenbogen dich nun für eine andere Aufgabe ausersehen, bei der du vielleicht besser aufgehoben bist!“, rief Jasmin ihm zu, und Emma ergänzte:
„Das kannst du ihr glauben; ähnlich wie anscheinend bei mir!“

„Ja, das scheint tatsächlich so zu sein!“, sagte Kurt; und als er noch weiter zögerte, sagte Pluvinura:
„Steig erst einmal von deinem Pferd ab; für unser Dorf wärest du sicherlich ein guter Wächter!“

Fortsetzung wird folgen, voraussichtlich im August