Die Drosselborste des Hexenbesens – #WritingFriday, KW 44

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Diesmal habe ich zwei Monatsthemen zusammengefügt, noch aus dem Oktober, die ich aber beide gerne noch verwenden wollte:
Erzähle aus der Sicht eines Hexenbesens. Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond

Wie schön, dass es uns Besen im 21. Jahrhundert immer noch gibt, nachdem schon vor etwa vierzig Jahren die Hexe Schrumpeldei nachgedacht hatte, doch lieber auf einem Staubsauger zu reiten. Aber wir Besen sind eben auch leiser.

Und genau dies kam neulich auch meiner Besitzerin, der Hexe Zauberstaubfrei, gelegen. Es war ein besonderer Vollmond, den die auch nachts vorhandenen roten Wellenanteile des Sonnenlichts wie einen Blutmond aussehen ließen, wie mir die Hexe erklärte. Diesen Mond wollte sie sich intensiv ansehen. Wir leben mitten in der Stadt, daher musste sie auf mir hoch über die Dächer fliegen, kreiste dort immer wieder umher.

Doch als sie wieder tiefer flog, ließ es sich nicht vermeiden, dass sie jemand erblickte, der aus irgendeinem Grund um diese Zeit auf den Straßen unterwegs war und bei unserem Anblick laut schrie.

Nach diesem Schrei wollte sie nicht noch mehr Lärm mit einem Staubsauger machen, sondern lieber still und heimlich durchs Fenster in die Wohnung zurück fliegen und anschließend den Staub vom Fenstersims fegen. In der Eile schrammte sie eine Laterne. Zuhause merkte sie, dass sie blutete, wenn auch nicht schwer. Es war aber Januar, und so war auch der Schnee vor unserer Wohnung blutig gefärbt.

Dann kam eins zum anderen: Obwohl es auch eine Kehre zum Schneeschippen an der Tür der Wohnanlage gab, nahm sie rasch mich, um den blutigen Schnee wegzufegen. Doch auch der Hausmeister der Wohnanlage hatte den Schrei gehört und wollte auf der Straße nach dem Rechten sehen, erblickte dabei meine Hexe. Diese streckte sogleich ihre Hände aus, um ihn für einen Moment zu bannen, und riss mir kurzentschlossen eine meiner langen Borsten aus, um den Hausmeister damit zu erwürgen. Kurz darauf lag also auch er erdrosselt im Schnee, und sie musste ihn irgendwie beseitigen.

Deshalb setzte sie sich mit der Leiche auf mich und flog auf mir in den Wald, wo sie ebenfalls eine Hütte besitzt, die sie aber schon lange nicht mehr aufgesucht hatte. Aber unter Spinnweben stehen dort einige Gerätschaften herum, auch ein Spaten.

Immer noch erhellte der Blutmond die Nacht, und so konnte meine Hexe ihr Werk in seinem Schein gut fortsetzen. Seitdem liegt somit der Hausmeister vor einer Eiche im Wald vergraben. Vor Kreuzen schreckt die Hexe ein wenig zurück; aber meine Borste, mit der sie ihn erdrosselt hatte, hat sie ihm zum Gedenken an den Baum geklebt, was immerhin entfernt an einen Kreuzesstamm erinnern mag.

Langbeiniges – #WritingFriday, KW 42

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.

Heute ein paar Gedanken zu meiner vielleicht größten Phobie:

Das wären vor allem manche Spinnenarten und spinnenähnliche Tiere, aber nicht alle Arten.

Was ich gar nicht berühren möchte, sind die Arten mit den besonders langen Beinen, also Weberknechte und vor allem Zitterspinnen. Bei Weberknechten kann wenigstens der Körper noch schön rund sein, aber bei den Zitterspinnen ist sogar der hässlich.

Der Grund dafür wird nicht sein, dass es viele giftige Arten von krabbelnden Tierchen gibt, denn sonst müssten viele Menschen noch mehr Angst vor Bienen und Wespen haben; aber Bienen findet man ja eher niedlich.

Ich sehe den Grund eher darin, dass die langbeinigen Spinnen das genaue Gegenteil vom Kindchenschema darstellen, wonach rundliche Formen bei vielen Menschen und Tieren einen Beschützerinstinkt auslösen, hingegen eine Abneigung gegen längliche Formen besteht.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich in der Bloggerszene sogar einen Thread über Spinnen ausgelöst, als Rina einen Satz aus einem meiner Bücher gepostet hat, wo ein Mädchen eine stabile Spinnwebe hochklettern soll. Dabei dachte ich bei der Spinne auch eher an eine dicke als an eine besonders langbeinige. Auch hatte ich beim Schreiben – ist schon einige Jahre her – sicherlich eine ähnliche Szene aus der Verfilmung vom „Dieb von Bagdad“ von 1940 vor Augen, wo dem jugendlichen Dieb auch nichts anderes übrig bleibt, da sich hinter ihm die Tür geschlossen hat und vor ihm ein Abgrund liegt, an dessen Grund eine große Krake im Wasser schwimmt. Da ist die Spinnwebe sein einziger Weg nach oben.

In meinem Buch ist die Szene nicht ganz so bedrohlich; aber ein anderer Weg aus dem Sumpf ist für das Mädchen auch nur schwer zu finden. Später benutzt sie mit zwei Jungs diese Spinnwebe, um zwei Hälften eines zerbrochenen Hirschgeweihs zusammen zu fügen; und dieses ganze Hirschgeweih werfen sie dann wie ein Lasso, um eine Mauer einzureißen.

So, dies waren heute ein paar Gedanken zu einer wohl weit verbreiteten Phobie.

 

 

Willur der erste Adlige – #WritingFriday, KW 40

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: „Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

Er wischte sich das Blut von den Händen und betrachtete diese neuartige Waffe, dieses lange Messer oder „Schwert“ aus der angepriesenen Mischung aus Kupfer und Zinn. Wie viel wirksamer war sie doch im Vergleich zu den Messern aus Stein, welche die übrigen Menschen in dieser Gegend immer noch benutzten!
Dafür hatte er dem umherziehenden Händler fast seine gesamte Ernte dieses Jahres gegeben, wie er im Nachhinein merkte.

Aber es war ihm gelungen, mit dieser Waffe den räuberischen Hünen Draxauxu zu besiegen, sie ihm ins Herz zu stoßen, ehe dieser es sich versah! Denn auch Draxauxu war immer noch mit einer Keule und einem Messer aus Stein, häufig auch mit brennenden Zweigen durch die Gegend gestreift und hatte die Bauern gezwungen, ihm immer wieder etwas von ihrer Ernte abzugeben. In das Feuer der brennenden Zweige hatte er oft geblasen, so dass es aussah, als spie er das Feuer aus. Und als er Willurs „dünne Klinge“ sah, mit der dieser gegen ihn kämpfen wollte, hatte er nur gelacht. Doch dieses Lachen blieb ihm dann im Halse stecken, als Willur ihm diese Klinge ins Herz stach und er röchelnd zusammenbrach.

Die Bauern aus seinem Dorf hatten ihre Begegnung beobachtet und brachen nun in Jubel aus.
Diesen Jubel musste Willur nutzen, wenn er für den Winter wieder etwas bekommen wollte und von jetzt an nicht mehr so viel auf den Feldern schuften musste! Denn im Grunde hatte er die eintönige Feldarbeit, bei der er sich so viel bücken musste, immer gehasst.

An diesem Tag strich ein kühler Herbstwind über die Hügel, ließ Willurs blonde, schulterlange Haare nach hinten wehen, während er oben auf so einem Hügel stand und auf mehrere Dörfer, Felder und Wälder in der Umgebung blickte. Über ihm ließen sich Adler und andere Vögel durch die Luft gleiten.
Jetzt hielt er das blutige Schwert in die Höhe und sprach zu den versammelten Menschen:
„Damit kann ich noch mehr Räuber in nächster Zeit töten; aber es wäre trotzdem gut, wenn sich ein paar Mutige zu mir gesellen, denn nicht alle Räuber sind ja solche Einzelgänger wie Draxauxu!“
„Au ja! Zeigen wir es denen!“
So ähnlich ertönten einige Stimmen aus der Menge, vor allem von jüngeren Männern, von denen auch einige zu Willur auf den Hügel stiegen.
Dieser sprach weiter:
„Damit wir aber genug Zeit haben, um für solche Kämpfe zu üben, müsste ich euch ersuchen, uns etwas von eurer Ernte abzugeben! Wer es sich leisten kann, etwa ein Zehntel.“
Da zuckten viele der anwesenden Bauern die Schultern; aber einige sagten so etwas wie:
„Wenn es sein muss!“ oder: „Das wäre sicher angebracht, sie müssen wirklich viel Zeit mit Üben verbringen, wenn sie manche Räuber besiegen wollen!“
Da sagte Willur noch:
„Die Adler werden von der Luft aus sehen, wo etwas zu holen ist; mit einigen von ihnen stehe ich in guter Verbindung!“
„Da wirst du schon richtig adlig, also adlergleich!“, rief einer aus der Menge aus.
Willur sagte zu sich: „Eigentlich eine schöne Bezeichnung!“

Die Sternaufspieß-Bergkette – #WritingFriday, KW 39

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Zaubertrank, entdeckt, Bergkette, verborgen, Sternenhimmel

Im Nebel lag die Bergkette verborgen, es war ein frischer Herbstmorgen, als der Zauberschüler Adiü die Hexe Montmuta aufsuchte, um bei ihr ein Praktikum zu absolvieren. Seine langen schwarzen Haare waren bei der Windstille glatt geblieben.
Er hatte gehört, dass man diese Bergkette die „Sternaufspießberge“ nannte, weil drei ihrer Gipfel so spitz zuliefen, dass es bei Nacht – und wenn der Sternenhimmel günstig stand – so aussehen konnte, als würden sie ein paar Sterne aufspießen. Doch damit würde er wohl noch mindestens bis zur nächsten Nacht warten müssen, um dies zu beobachten, jetzt bei dem Nebel waren die Gipfel gar nicht zu erkennen.
Stattdessen klopfte er an eine Holztür, die wie ein Viertelkreis geformt war.
Es öffnete eine alte Frau mit einer spitzen Nase und hochaufgesteckten, aber noch blonden Haaren, und sprach:
„Willkommen bei mir in dieser Einöde!“
Dann führte sie ihn durch einen Raum voller Kessel und verschiedener Tinkturen zu einer kleinen Kammer, in der sein Schlafplatz für die nächsten zwei Wochen sein würde.

In der folgenden Nacht wollte er jedoch noch gar nicht so früh schlafen, sondern beobachtete lange den Nachthimmel, an dem die Sterne langsam sichtbar wurden. Schließlich ging ein Stern über einem der spitzen Gipfel auf, und so nah an der Spitze, dass es tatsächlich aussah, als würde dieser Stern von dem Gipfel aufgespießt!

In den folgenden Tagen führte die Hexe ihren Praktikanten in die verschiedenen Substanzen ein, die er für sie vorkochen sollte. Sie setzte anschließend jeweils das Werk fort; und gelegentlich kamen in den nächsten Tagen ab und zu Kunden vorbei, die etwas von den fertigen Mischungen mitnahmen.
Einmal sagte sie zu einem ihrer Kunden:
„Dies wird ein Trank, mit dem du eine Weile fliegen kannst – komm am besten morgen nochmal vorbei, er muss langsam reifen, ehe er seine volle Wirkkraft entfaltet!“
Da hatte Adiü nun tatsächlich von einem Zaubertrank erfahren! Er wartete die Nacht ab, bis sich die Hexe schlafen gelegt hatte, und konnte nun doch nicht widerstehen, etwas von diesem Trank zu probieren.
Er schmeckte zwar bitter, aber schon ein paar Augenblicke später fühlte Adiü sich ungewohnt leicht, und er schlich sich ins Freie und richtete seinen Blick auf die Bergkette. Auch in dieser Nacht sah es so aus, als würde ein Stern von einem dieser Berggipfel aufgespießt, und er fokussierte sich auf diesen Anblicke, fing an seine Arme zu bewegen.

Und prompt erhob er sich in die Luft, ließ sich vor Schreck wieder fallen. Dann aber versuchte er es noch einmal, erhob sich erneut und steuerte nun auf den Berggipfel zu.
Oben angekommen, waren sie Sterne jedoch genau so weit weg wie unten. Dafür vernahm er ein leises Wimmern, wie von einem Tier. Und schon bald hatte er die Herkunft dieses Geräusches entdeckt:
Ein Adler hatte sich den linken Flügel unter einem abgebrochenen Felsen festgeklemmt, konnte sich nicht fortbewegen.

Da versuchte Adiü, mit einiger Kraftanstrengung den Stein wegzurollen. Einfach war dies nicht, aber nach ein paar Anläufen konnte er doch so weit zur Seite bewegen, dass der Adler sich wieder in die Luft erheben konnte. Dieser drehte sich noch einmal zu Adiü um, bevor er davon flog, und kreischte laut.
Im selben Moment fühlte Adiü etwas in seiner rechten Hand liegen, und als er die Hand öffnete, entdeckte er einen weiß glänzenden, sechseckigen Stein, in dem er seine Kammer unten im Tal erblickte. Anschließend versuchte er, sich sein Zuhause um die hundert Kilometer entfernt, vorzustellen. Und tatsächlich erschien dieses Zuhause in dem Stein – da hielt er offenbar ein Mittel zum Hellsehen in der Hand!

Doch jetzt flog er am besten schnell zurück, bevor die Hexe etwas merkte.

Rosmarie und die Hundert-Jahre-Wahl – #WritingFriday, KW 38

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht.

Am 1. September des Jahres 1903 wurde im Waldschloss Eckdornheck der Grafenfamilie ein Mädchen geboren, das sie Rosmarie nannten.

Während die Mutter in den Wehen lag, hatte der Vater alte Bücher über Feen in der Gegend durchgewälzt. Und schließlich fragte er die Mutter:
„Glaubst du, dass es tatsächlich Feen in unserer Umgebung gibt?“
Und seine Gattin erwiderte:
„Ich hatte neulich eine Vision von zwölf oder dreizehn Feen – aber sicherlich nur ein Traum!“
„Ich bin nämlich von einer Mischung aus Waldmeister und Opium gelesen, mit der man solche Wesen herbeirufen kann!“
„Dann versuche es doch einmal!“

Und er mischte Waldmeister mit Opium, schüttete die Mischung in ein steinernes Gefäß und sprach:
„Bitte erscheint, ihr zwölf Feen!“

Er drehte sich im Kreis, und dabei erschienen hintereinander die Feen und wünschten dem Neugeborenen Glück aller Art. Nachdem die elfte ihren Spruch gesagt hatte, erschien die zwölfte, doch da musste der König kurz husten. Während dieses Hustens trat noch eine dreizehnte, mit grünschwarzen Haaren, in Erscheinung und sagte:
„An mich habt ihr nicht gedacht – dafür wünsche ich dem Mädchen etwas: Ihre Söhne sollen, wenn sie in den Krieg ziehen, darin umkommen!“
Dann verschwand sie wieder, und übrig blieb nur noch die zwölfte Fee, mit schwarzblauen Haaren, und sprach:
„Aufheben kann ich diesen Spruch nicht, ihn aber abmildern: Ich sehe es kommen, dass ein Krieg ausbricht, wenn sie genau 36 Jahre alt wird; viel weiter kann ich nicht blicken. Aber ich kann bewirken, dass sie sich an ihrem 16. Geburtstag an einer Nadel sticht und danach 100 Jahre schläft!“

Sechzehn Jahre später hatten die Menschen gerade einen Krieg hinter sich und glaubten nicht, dass es noch einmal zu so etwas komme. Daher achteten Rosmaries Eltern auch nicht mehr so sehr wie früher darauf, dass keine Nadeln im Schloss sichtbar wären.

So entdeckte Rosmarie, als die Feiern für ihren 16. Geburtstag vorbereitet wurden und sie daher nicht in den Schlosssaal durfte, ein unfertiges Kleid, in dem noch ein paar Nadeln steckten. Die Näherin hatte wohl gerade etwas anderes zu tun, jedenfalls konnte Rosmarie nicht widerstehen, eine der Nadeln aus dem Kleid zu reißen, um ein wenig damit zu spielen. Da wurde sie in den Festsaal gerufen.

Als sie zwischen ihren Eltern an der Tafel saß, kam unter anderem zur Sprache:
„Noch ein paar weitere Jahre, Rosi, dann darfst auch du den Reichstag mit wählen!“

Denn in diesem Jahr war das Frauenwahlrecht im Deutschen Reich eingeführt worden, freilich noch nicht mit sechzehn. Da sagte sich Rosmarie: „So etwas, erst in ein paar Jahren!“
Und sie stach sich instinktiv mit der Nadel in den Finger – und fiel sofort in einen tiefen Schlaf, und das ganze Schloss mit ihr. Zudem wuchs eine Dornenhecke um das Schloss.

So verschlief sie, dass an ihrem 36. Geburtstag der Zweite Weltkrieg ausbrach.

Und im Jahr 2019 spürte sie einen Kuss auf ihrer Stirn und schlug die Augen auf. Sie blickte in die Augen eines jungen Mannes, der aber seltsam gekleidet war! Sie fragte sogleich:
„Wer seid ihr?“
Und er erwiderte:
„Ich heiße Hubert Ritter und bin der neue Förster in diesem Wald. Die Dornenhecke sah nach den beiden vergangenen Sommern schon ziemlich verdorrt aus, da habe ich schon einen Teil weggeschnitten – und prompt dieses Schloss erblickt!“
„Und welches Jahr haben wir jetzt?“
„2019, gnädige Frau!“

Die Schätze im Schloss ermöglichten es den nun wieder erwachten Bewohnern, sich allerhand Lehrer und sonstige Berater kommen zu lassen, die sie in die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eingliederten.

Rosmarie jedoch konnte den jungen Förster nicht vergessen, und an ihrem 18. Geburtstag rief sie ihn an – Telefone hatten sie schließlich vor hundert Jahren auch schon gehabt! Im Grunde war es vielleicht auch ihr 118. Geburtstag – egal, in Kürze jedenfalls würde sie bei der Bundestagswahl 2021 erstmals wählen können!

Einige Jahre später, nachdem sie viel gelernt und vom Vermögen ihrer Familie eine Nadelfabrik gekauft hatte, gebar Rosmarie sich und ihrem Förstergatten auch einen Sohn. Ob dieser Sohn einmal einen Krieg erleben wird, kann noch keine Fee voraussehen. Es ist zumindest nicht zu hoffen …

 

Alfonsina wird plötzlich Elfe – #WritingFriday, KW 37

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” beginnt.

 

Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden, und das, obwohl Alfonsina eigentlich nicht an Freitag den Dreizehnten als Unglückstag glaubte.

Am Tag zuvor hatten andere auf einer Party einiges erzählt wie:

„Morgen ist wieder einmal ein Freitag der 13.!“

„Glaubst du, dass dies ein Unglückstag wird, Alfonsina?“

„Nein, daran glaube ich nicht. Kann mich nicht erinnern, dass mir an so einem Tag jemals was zugestoßen wäre!“, erwiderte sie.

Da meinte Sybille, ihre Freundin seit Kindheitstagen:

„Du wirst doch morgen 27!“

„Na und ?“

„Ich kenne einige, die seit diesem Lebensjahr an chronischen Krankheiten leiden!“

„Ach was“, sagte Opa Otto, der Gastgeber. „Lasst uns lieber um Mitternacht auf Alfonsina anstoßen!“ Dieser Otto war nicht wirklich schon Opa, sondern nannte sich bei Partys manchmal so wegen deren Retrocharme. So liebte er Dekors, die ans 19. Jahrhundert oder den Jugendstil erinnerten, mit phantastischen Wesen.

 

Am nächsten Morgen erwachte Alfonsina in ihrer Wohnung. Und als sie die Bettdecke zurückschlug, entdeckte sie, dass sie auf Flügeln lag, einem gelben und einem blauen! Ähnlich wie ihre blonden Haare und ihre blauen Augen. Sie sprang auf und musste sich im Spiegel ansehen, rannte ins Bad. Und dort sah sie, dass auch ihre Ohren spitz waren, wie bei einer Elfe!

Und sie hörte eine Stimme:

„Willkommen in der Welt der Elfen, Feen und Kobolde, Alfonsina! Ich heiße Tibold und bin ein Kobold, der gerne die Menschen aufsucht, besonders noch an Freitagen den Dreizehnten!“

Alfonsina sah nach unten – und erblickte ein gelb-schwarz gestreiftes Wesen, dessen Kopf ihr etwa bis zum Knie reichte, die hoch stehenden schwarzen Haare noch etwas weiter.

„Wirklich so gern am Freitag dem Dreizehnten?“, fragte sie, und der Kobold erwiderte:

„Ja; an diesen Tagen hatten wir früher immer wieder unseren Menschenstreichspieltag, und daher hielten ihn viele Menschen für einen Unglückstag! Doch schon seit längerer Zeit beteiligen sich die Feen und Elfen nicht mehr daran, mittlerweile auch die meisten Kobolde nicht mehr, und so sind die Menschenstreichspieltage fast in Vergessenheit geraten.“

„Aber heute?“

„Einmal wollte ich dir eine Geburtstagsüberraschung bereiten; und von deinem Geburtstag habe ich erfahren, weil ich bislang bei diesem Opa Otto gelebt habe und daher gestern bei der Party dabei war!“

„Ah ja“, meinte Alfonsina nun. „Und wie wird es nun weitergehen?“

„Das kannst du dir bis heute Abend, oder vielmehr noch bis morgen früh aussuchen! Und zwar, ob du eine Elfe auf Probe werden möchtest! Bis dahin kannst du deine Flügel und spitzen Ohren weg und wieder zurück wünschen, wie du möchtest.“

Da wünschte sich Alfonsina ihre Flügel weg und ihre Ohren in der ursprünglichen Form zurück. Und schon sah sie wieder normal aus, und der Kobold war verschwunden. Dann wünschte sie sich wieder die Flügel und die spitzen Ohren – und prompt hatte sie diese wieder, und neben ihr kicherte der Kobold.

Da sagte sie zu ihm:

„Jetzt – lass mich künftig im Bad allein!“

Und er erwiderte:

„Dies kann ich tun, werde mich aufs Sofa setzen. Aber trotzdem werde ich dich manchmal führen, wenn du deine Elfengestalt behalten möchtest!“

„Wenn gerade keine andere Elfe in der Nähe ist!“, vernahm Alfonsina jetzt eine andere Stimme und sah eine bläuliche Gestalt mit Flügeln aus dem Wasserhahn schlüpfen, die weitersprach:

„Am heutigen Tag wache ich über dich – aber im Bad lassen wir dich alleine!“

Da dachte sich Alfonsina als Elfe: Mal sehen, was dieser Tag noch mit sich bringt – und wen noch!

 

 

Das Wolfsrudel mit mir – #WritingFriday, KW 36

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Gewähltes Monatsthema:

Erzähle von einem Wolfsrudel, welcher Wolf wärst du? Was wäre deine Aufgabe im Rudel?

Wenn ich mir vorstelle, zu einem Wolfsrudel zu gehören, das gerade durch den Wald wandert, durch einen Landkreis, der früher einmal Wolfstein hieß (heute Freyung-Grafenau):

Dort heiße ich Wolfbert. Zum Alpha-Männchen eigne ich mich doch nicht so sehr, dafür kann ich mich nicht so durchsetzen, das überlasse ich unserem Bruder Wolfschnellgang. Andererseits möchte ich mir auch nicht so viel sagen lassen, daher warte ich nicht auf Anweisungen, sondern schnüffle von selbst nach Beute und mache manchmal die anderen darauf aufmerksam. Dabei spüre ich auch leicht, wenn sich das Wetter ändert und sich der Wind dreht, so dass wir uns möglichst entgegen der Windrichtung anschleichen.

Außerdem lasse ich mir immer wieder gerne etwas Neues einfallen:

Etwa, wie wir die weiße Rinde von den Birken abreiben könnten und uns damit leichter den Anschein geben, als steckten wir in Schafspelzen. Bis jetzt ist mir das aber noch nicht so richtig gelungen.

Leichter ging es hingegen schon, sich spitze Zweige auf den Kopf zu setzen, so dass wir zumindest ansatzweise schon einmal wie Ziegen aussahen. Werde ich aber noch weiter ausbauen müssen. Könnte auch mit Hirschgeweihen gelingen, wenn wir uns ganze Zweigbüschel auf den Kopf setzen, was allerdings schwerer hält als die kleinen Zweige.

Manchmal hören die anderen meinen Vorschlägen aufmerksam zu – vor allem, wenn ich spüre, wie sich der Wind dreht. Allerdings lässt sich unser Wolfschnellgang gerne von dem älteren Wolfsauerram beraten, der immer wieder so etwas sagt wie:
„Wo wanderten wir denn da hin? Haben unsere Vorfahren doch schon immer so gemacht!“

Gerne spähe ich auch heimlich aus dem Gebüsch den Menschen nach, wie sie ihre Laute mit so komischen Zeichen festhalten. In neuerer Zeit sieht man an ihren Autos wieder ein WOS, eine Kombination, die einem ganz alten Wolf einmal bekannt vorkam, sollte für „Wolfstein“ stehen. Da würde ich auch gerne einmal ein Heulbuch verfassen, in dem dann festgehalten wird, welche unserer Heullaute wofür stehen.

Während ich solchen Träumen nachhänge, stößt unser Wolfschnellgang schon das Geheul aus, welches bedeuten soll: Auf jetzt zur Jagd!

 

Brennender Regen auf der neuen Haut – #WritingFriday, KW 35

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Gewähltes Monatsthema:
Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil …

Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil sie zum einen so lange Zeit in der Wüste zugebracht hatte, und zum anderen war der Regen in den letzten Jahren alles andere als sauber. Und zudem musste sie sich auch erst noch an ihre neue Haut gewöhnen, und das in ihrem Alter.
Denn Bribra, die Kobra von der Oase des Dattelpalmen-Dreiecks hatte schon so viele Jahre überlebt, dass sie sich nur noch selten häutete. Und dabei hatten sie die Menschen sie schon manchmal bewundert, besonders wenn der alte Harun, der schon fast ihr Freund war, Reisende auf sie aufmerksam machte. Da schienen einige sogar schon etwas gedacht zu haben wie: Ach, könnte ich mich doch auch so leicht einfach mal erneuern!

Heute aber sagte Harun zu ein paar amerikanischen und europäischen Touristen:
„Seht, wie sich Bribra, unsere Kobra, heute windet – dies kann ein Zeichen dafür sein, dass der Regen auch in unserer Wüstenluft schon sauer geworden ist! Auch wenn dies hier der einzige Regen in diesem Jahr bleiben mag.“

Jetzt zog sich Bribra in ihr Versteck zwischen den Büschen zurück.

Der teils unversehrte Garten – #WritingFriday, KW 33

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Gewähltes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück

Nach dem Unglück vom Monatsanfang wurde langsam sichtbar, was ein Opfer der Flammen geworden war und was nicht:

Das Einfamilienhaus der Gogogs war abgebrannt, die Mauern standen noch halbwegs, das Dach war eingestürzt. Aber ein Malkasten war unversehrt in der Asche zu finden, ebenso eine Orange, die nicht in der Küche gelegen hatte, wo der alte Herd außer Kontrolle geraten war, sondern vorm Fenster.

„Mit der Apfelsine haben wir neulich Ball gespielt, und dabei ist sie aus dem Fenster geflogen!“, sagte der elfjährige Valentin zu seiner dreizehn Jahre alten Schwester Vanessa.

Diese erwiderte: „Stimmt. Dafür könntest du mich jetzt einmal damit malen, bei den Sonnenblumen, die den Brand einigermaßen überstanden haben!“

„Wie genau meinst du?“

„Mit der Apfelsine auf dem Kopf!“

„Ok, dann spiele ich jetzt Wilhelm Tell mit dem Pinsel! Oder den Maler, der so ähnlich heißt wie wir, mit dem Sonnenblumenbild, das früher im Wohnzimmer hing …“

„Van Gogh; aber jetzt gehen wir mal!“

 

Draußen gingen die beiden also durch den teilweise verkohlten Garten und stellten sich bei den Sonnenblumen auf, bis zu denen das Feuer nicht gereicht hatte, die Feuerwehr war für diese gerade noch rechtzeitig eingetroffen.

Valentin fing an zu malen. Die Orange bildete einen guten Kontrast zu Vanessas schwarzen Haaren.

Da erhob sich vor ihr etwas aus der Erde – eine Art Kobold, der sich dort vergraben haben musste! Valentin fiel der Pinsel aus der Hand und die Orange von Vanessas Kopf, direkt vor der Kobold, der nun zu ihnen sprach:

„Ich heiße Hunnbold und bin ein Gartenkobold! Und ich bin immer hungrig nach Lebensmitteln, die die Menschen in ihren Gärten oder auf ihren Komposthaufen entsorgen!“

„Bitte, du kannst die Apfelsine essen!“, sagte Vanessa zu ihm, und er antwortete:

„Später, wenn euer Bild fertig ist. Also, jetzt mal weiter, Junge – aber auch mit mir drauf!“

„Ja, ja“, sagte Valentin und hob den Pinsel wieder auf.

 

Später erklärte der Kobold den Geschwistern etwas:

„Ich habe einen Vorschlag für euch: Ihr bringt mir immer wieder etwas Essbares raus in den Garten – und ich benachrichtige ein paar Riesen, die ich gut kenne und die mir noch etwas schulden – und die euer Haus über Nacht wieder aufbauen können!“

Da erwiderten die Geschwister:

„Das wäre cool, wenn es wirklich geht!“ „Und wir haben immer etwas für dich!“

 

Die Nacht verbrachten sie, wie immer in der letzten Zeit, bei einer Tante und einem Onkel, die ein paar Kilometer entfernt wohnten. Doch am nächsten Tag fuhren sie schon in der Frühe, noch vor der Schule, mit dem Fahrrad zu ihrem Grundstück – und tatsächlich stand ihr Haus nun wieder fast so da wie zuvor!

Die Riesen würden noch eine weitere Nacht kommen, erklärte ihnen der Kobold, unter einer Bedingung:

„Wenn ihr nachher auch von ihnen ein Bild malt!“

„Aber wir wissen nicht, wie sie aussehen!“

„Stellt sie euch einfach so vor, wie ihr wollt!“

„Das wäre cool!“

 

Und so staunten bald auch ihre Eltern und die Baufirma darüber, wie schnell sich so ein Haus von selbst wieder aufbauen konnte.

 

 

 

Montagsfrage #1 KW 33 / 2019 – Erfahrungen mit Selfpublishing-Autoren?

MontagsfrageHeute beteilige ich mich erstmals an der Montagsfrage von Antonia von Laut und Leise. Gefragt ist hier nach Erfahrungen mit Selfpublishing-Autoren.

Ich selbst bin Selfpublisher und habe vor allem seit meinem Eintritt in den Selfpublisher-Verband viele andere kennen gelernt.

Eine Erfahrung gibt es aber, von der ich hier berichten möchte:

Einmal schrieb mich auf Lovelybooks ein anderer Selfpublisher, den ich noch nicht kannte, an und fragte, ob er mir ein Rezensionsexemplar zukommen lassen könne. Wie er auf mich kam, weiß ich nicht, vielleicht durch ähnliche Titel: Sein Buch hieß „Auf den Schultern des Riesen“, und ich hatte den ersten Band meines Zyklus „Die Vier Riesen“ schon veröffentlicht und im Vorjahr ein paar Rezensionen dazu erhalten.

Ob dies wirklich der Grund war, weiß ich nicht, zumal die Genres gänzlich verschieden sind. Jedenfalls habe ich angenommen, auch weil dies bislang die einzige derartige Anfrage an mich war.