Die Abenteuer eines Pinguins, einer Seeleopardin und eines Tauchers – #WritingFriday, KW 4

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart

Vorab noch ein Hinweis: Das „Geschenk“ aus der folgenden Geschichte ist einer Tiersendung entnommen:

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Muss ein schöner Tag an der Oberfläche sein – so klar, wie das Meer heute ist und wie es von der Sonne beschienen wird! Dies dachte Parditia, das Seeleoparden-Weibchen, während sie durch die momentan ruhige See am Rande der Antarktis schwamm.

An die Pinguine an Land konnte sie sich bei so einem Wetter schwerer heran schleichen, dafür konnte sie unter Wasser weiter sehen und erblickte in einiger Entfernung einen Schwertwal. Nein, in dessen Nähe wagte sie sich besser nicht! Lieber schwamm sie in die entgegen gesetzte Richtung, zu den sanften Buckelwalen, die sich von dem kleinen Krill ernährten, der auch heute in Massen herum schwamm.

Jetzt aber machte Parditia eine Entdeckung: Ein Zügelpinguin sprang ins Wasser und schwamm ganz sorglos in Richtung einer felsigen Insel. Den konnte sie sich schnappen! Gleichzeitig erblickte sie in einiger Entfernung einen Menschen, der in ihrem Revier tauchte. Diesen Menschen hatte sie schon einmal gesehen und ihm bereits ihr Gebiss hingestreckt, als Zeichen, dass sie hier die Herrscherin war und er ihr mit dem nötigen Respekt begegnen sollte, wenn er sich weiter in ihrem Revier aufhalten wollte. Nun war er zurückgekehrt; und wie er sie ansah, empfand er offenbar den gewünschten Respekt. Da konnte sie mit ihm Freundschaft schließen und ihm ein Freundschaftsgeschenk überreichen – und zwar diesen Pinguin, der da so sorglos ihr Gebiet durchschwamm!

So schnappte sie sich den Pinguin, hielt ihn aber so sanft, fast schon zart, mit ihren Zähnen, dass sie ihm keine Verletzungen zufügte und sie ihn dem Taucher möglichst unversehrt übergeben konnte.

Mit ihrer Beute im Gebiss schwamm sie also zu dem Taucher. Doch dieser wollte den Pinguin weder mit seinem Gebiss, das er irgendwo haben musste, noch mit seinen Armen fassen! Nach ein paar weiteren Versuchen, ihm den Pinguin zuzuspielen, sagte sie sich: Vielleicht ist so ein Pinguin nicht nach seinem Geschmack – oder er möchte großzügig zu der Beute sein!

 

Die will doch nur spielen! Das mag der Taucher gedacht haben. Für eine Seeleopardin jedoch war es, wenn ein anderer ein solches Geschenk nicht wollte, ein Zeichen, dass die Beute eine zweite Chance zum Leben erhalten sollte.

So ließ Parditia den Pinguin zurück an Land schwimmen, dachte aber noch, während sie ihm nachsah: Komm nicht nochmal in meine Nähe!

Dann drehte sie sich um und schwamm davon.

 

Zurück an Land, dachte sich der Pinguin: Geschafft – und wie langweilig war doch immer mein Name: Pingfünf – als Zeichen, dass ich das fünfte Küken meiner Eltern bin. Von jetzt an werde ich mich Zügel-ping-ui nennen!

Unter diesem Namen machte er sich in der Folgezeit bekannt, in immer mehr Pinguin-Kolonien, indem er allen Pinguinen von seinem Abenteuer erzählte, wie er dem Rachen der Seeleopardin entkommen war, und alle jungen Pinguine lehrte, beim Springen ins Wasser stets umsichtig zu sein.

 

Und der Taucher musste daheim sein Erlebnis ebenfalls festhalten, nicht nur als Video. Denn ein Bekannter seiner Großeltern besaß noch ein altes Tintenfass samt Feder und Tinte. Die Tinte war sicherlich schon stark eingetrocknet – aber dieser alte Mann wusste vielleicht eine Möglichkeit, damit noch zu schreiben – denn solch ein Seemannsabenteuer verdiente es, auch auf solch altmodische Art festgehalten zu werden!

 

Wie bereits oben gesagt: Das „Geschenk“ aus dieser Geschichte ist einer Tiersendung entnommen:

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