#WritingFriday KW34 – Lunas ungewohnt kleine Liebe

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
Gewählte Aufgabe: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Luna war so verliebt aber niemand hätte damit gerechnet, dass…“ beginnt.

 

Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass sie gerade heute ihre Sonnenbrille nicht dabei hatte, obwohl dies noch einmal ein heißer Tag zu werden versprach. Denn ihre hellblauen Augen waren sehr empfindlich gegen das Sonnenlicht.

Mit ihren 1,85 Metern war sie für eine Frau sehr groß. Doch hatte sie es bei ihren bisherigen Beziehungen immer verstanden, sich Jungs zu angeln, die noch größer waren.

Ihre Liaison mit dem knapp zwei Meter großen Uli Ranner, den sie gern „Uranus“ genannt hatte, war vor einigen Monaten in die Brüche gegangen. Angeblich weil sie sich geweigert hatte, ihn wegen seiner Größe „Jupiter“ zu nennen. Doch diesen Planeten, oder zumindest den Gott, nach dem er benannt war, fand sie zu herrschsüchtig. Da hatte sie sich lieber für einen anderen großen Planeten entschieden. In Wirklichkeit war ihr dieser Uranus eher zu unstet gewesen, mit ihren knapp dreißig Jahren wollte sie allmählich lieber mehr zu Hause kuscheln.

In den letzten Tagen hatten ihre Bekannten sie mit einem Mann gesehen, der um die 1,70 groß war, dem etwa 35 Jahre alten Kurt Merger. Bei ihren früheren großen Freunden hatte sie es immer wieder verstanden, sich bei Sonnenschein so zu stellen, dass die Köpfe ihrer Begleiter die Sonne ein wenig verdeckten. Umso unverständlicher war es also, dass sie ausgerechnet heute ihre Sonnenbrille daheim gelassen hatte, dachte sich Vera Nussi, ihre beste Freundin, als die beiden in den Park gingen, wo sie Kurt treffen wollten.

Als sie ihn erblickten, eilte Luna zu ihm hin, fasste ihn an den Händen und drehte sich und ihn so, dass sie die Sonne im Rücken hatte.
„Mein Merkur!“, sagte sie zu ihm, worauf er die Augenbrauen hochzog und erwiderte:
„Wie? Das bin ich für dich?“
„Ich nenne andere gerne nach Planeten, sobald wir uns nahestehen! Siehst du die Sonne?“
„Nicht richtig, dein Kopf verdeckt sie!“
„Sehr gut; so kann ich jetzt tatsächlich einmal den Mond spielen, wie er eine Sonnenfinsternis verursacht!“
Dann küsste sie in so, dass er für einen Moment gar nichts sah.

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#WritingFriday – KW 32: Der Waldladen

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche – ACHTUNG, DIESER TEXT KANN TRIGGER ENTHALTEN! – :

Gewählte Aufgabe:
Schreibe eine Geschichte zu folgender Situation: Du betrittst einen schummrigen, alten Laden und kaufst … (Platz für eigene Ideen)… dafür wirst du dann aber verfolgt.

 

Nun stand Adiü, der Zauberschüler, vor dem Laden im Wald, wo unter anderem Antiquitäten und Fundstücke aus dem Wald verkauft wurden, aber manchmal auch verlorene Wünsche.
So auch in den letzten Tagen, als in Prospekten und im Netz verschiedene Wünsche angeboten wurden, die von anderen irgendwie zurückgelassen worden waren.

An diesem heißen Tag spendete der Wald eine angenehme Kühle, als Adiü vor diesem Laden stand, der aus schon ziemlich altem Holz erbaut zu sein schien und nur kleine Fenster aufwies, dafür mit einem großen Plakat beklebt war, auf dem geschrieben stand: „Wünsche heute besonders günstig zu verkaufen!“
Auf dem Platz davor lungerten ein paar Motorradfahrer in dunkler Kluft herum, ungefähr so dunkel wie Adiüs lange Haare und seine Augen. Aber er achtete nicht auf sie, sondern betrat kurzerhand den Laden, der innen ziemlich dunkel war, Licht von außen drang kaum herein.
Hinter einem Tresen stand eine ältere Frau mit dunkelgrünen bzw. dunkelgrün gefärbten Haaren und fragte ihren Kunden:
„Was brauchen Sie? Viel ist heute schon nicht mehr im Angebot!“
„Haben Sie denn noch ein paar Wünsche vorrätig?“
„Einen habe ich jetzt noch, fand ihn auf den Steinen am Wasserfall! Muss also jemand verloren haben. Habe ihn neu verschlossen, aber keine Ahnung, was für einen Wunsch er enthält! Kostet daher nur 19,99.“
Adiü hatte gerade noch einen Zwanziger und ein paar Münzen, beschloss aber, es zu riskieren. Also reichte er der Verkäuferin den Zwanziger; und sie gab ihm eine violette Stofftüte, von der Art, in der Wünsche häufig verpackt wurden, oben mit einem Korken verschlossen und mit einem Kupferdraht zugeschnürt. Sobald man diesen Draht öffnete und den Korken zog, sollte der Wunsch in Erfüllung gehen.

Der etwa einen Kilometer entfernte Wasserfall war ein beliebter Ort, um sich etwas zu wünschen, und dort wollte Adiü nun also hingehen. Kurz nach ihm setzten sich auch die Motorradfahrer, die vor dem Laden herumgelungert hatten, in Bewegung.

Die Mittagssonne ließ den Wasserfall glitzern, als Adiü dort anlangte. Ungefähr dreizehn Meter tief fiel das Wasser hier. Trotz des Tosens hörte Adiü, wie ein paar Motorräder hinter ihm hielten, und er drehte sich um. Es waren zwei Jungs und ein Mädchen, alle ungefähr achtzehn bis zwanzig Jahre alt. Einer der Jungs zog ein Messer, während der andere sagte:
„Gib uns den Wunsch, den du gerade gekauft hast, sonst wird mein Freund dir gleich eine schöne Narbe auf die Kehle ritzen!“
Leider hatte Adiü erst vor ein paar Wochen mit dem Zauberlehrgang angefangen, daher fiel ihm noch kein Zauber ein, mit dem er sich gegen diese Verfolger wehren konnte. Vielleicht würde der Wunsch aus der Stofftüte ihm jetzt schon helfen …
Hastig fing er an, den Kupferdraht, der die Tüte verschloss, auseinander zu biegen, da bekam er einen Schlag auf den Kopf und fiel benommen zu Boden. Das Mädchen hatte sich hinter ihn geschlichen, während er nur auf die Jungs geachtet hatte, und ihm mit einer Flasche diesen Schlag auf den Kopf versetzt.

Einige Zeit später, es musste schon später Nachmittag sein, kam Adiü langsam wieder zu sich, rieb sich den Kopf. Als er sich umsah, lagen um ihn herum die drei jungen Menschen, die ihn verfolgt hatten, rührten sich überhaupt nicht. Er trat näher an sie heran, beugte sich hinab.
Ganz eindeutig: Alle drei waren tot! Aber offenbar alle ganz friedlich entschlafen! Was war nur geschehen?

Die Stofftüte mit dem Wunsch lag offen in der Nähe, und Adiü schaute in sie hinein. Drinnen befand sich auch ein Zettel, den er herauszog und las:
Danke, liebe Hexe, dass du wenigstens bereit warst, mir zu helfen, in meinem Krebs-Endstadium! Meine Eltern und die Ärzte weigern sich immer noch, mir einen schnellen Tod zu schenken, obwohl ich es nicht mehr aushalte. Ich hoffe, dein Zauber wird mich hier friedlich über dem Wasser einschlafen lassen! Lebt wohl, ihr alle!

Ein paar Wochen vorher, so erinnerte sich Adiü, hatte man unterhalb des Wasserfalls die Leiche eines siebzehnjährigen Mädchens gefunden, stammte aus einem reichen Elternhaus. Man wunderte sich über den Zustand der Leiche, sie wies keinerlei Spuren von Gewalt oder von einem Aufprall auf.

So gesehen hatten ihm seine drei Verfolger das Leben gerettet! Diesen Wunsch konnte er eigentlich wieder verkaufen – oder einen Stein in die Stofftasche stecken und damit den Wunsch in den Wasserfall werfen …

 

#WritingFriday: Er konnte tatsächlich fliegen!

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche:

 

Als Käferfried sechs Jahre alt war und bald in die Schule kam, schickten ihn seine Eltern zunächst in eine Schwimmschule, wo er bald das Schwimmen gut erlernt hatte.
Da sagte er zu seiner Mutter:
„Es sollte doch auch eine Fliegschule geben!“
„Ja, das sollte es wirklich geben!“, erwiderte seine Mutter lächelnd.

Später, als Käferfried schon erwachsen war, stand er an einem Autobahnrastplatz und blickte auf die nahen Gipfel des Mittelgebirges. Auf diese Gipfel fliegen konnte er immer noch nicht, aber seit kurzem zumindest Auto fahren.
Warum ihn seine Eltern so genannt hatten, sollte zwei Gründe gehabt haben: Zum einen kam seiner Mutter bei seiner Geburt sein Schädel schon so hart vor wie der Panzer eines Käfers, und zum anderen hatten seine Eltern damals noch einen VW Käfer gefahren. Momentan besaßen sie einen Nissan, den auch er an diesem Tag benutzen konnte, da sich seine Eltern gerade auf einer Flugreise befanden. Seine länglichen Haare, braun wie bei einem Maikäfer, wehten im Wind, der auf diesem hochgelegenen Rastplatz wehte.

Es ging die Sage, dass in diesem Gebirge früher einmal Drachen gehaust hätten. Gleichsam als hätte er ein Kommando gegeben, erblickte er in der Ferne etwas Großes fliegen, sah tatsächlich wie ein Drache aus! Er rieb sich die Augen, und als er sie wieder öffnete, war der vermeintliche Drache auch schon wieder verschwunden. War sicher nur ein größerer Adler gewesen!

Als er später in Richtung seiner Heimatstadt fuhr, kam er aber durch eine kleine Stadt, in der die Feuerwehr gerade damit beschäftigt war, einen großen Brand zu löschen. Der Verkehr staute sich, und er hörte die Leute von einem Drachen reden, der gezielt das Juweliergeschäft aufgesucht und dessen Schaufenster zertreten hatte, um den Schmuck aus dem Schaufenster mitzunehmen! Bevor er seine Tatzen damit behängte und weitere Kostbarkeiten mit den Zähnen packte, steckte er noch die Bäume an der Straße in Brand, so dass niemand an ihn herankam, er ungestört davon fliegen konnte.
Irgendwo auf seinem Smartphone hatte Käferfried doch ein Buch mit den alten Sagen gespeichert … und nach einigem Suchen, während er im Stau stand, fand er diese Datei. Ein Autofahrer hinter ihm hupte schon, und er fuhr auf einen Parkplatz. Die Straßensperre wurde aufgehoben, aber ihn überkam ein alter Kindheitstraum, nämlich einen Drachen zu töten. Nach dem, was an diesem Tag passiert war, hatte er da keine Bedenken mehr; beim nächsten Mal könnten auch Menschen ums Leben kommen! In der Datei war der Weg zur Höhle des Drachen zu lesen – auf Landkarten war diese Höhle auch als „Drachenhöhle“ bezeichnet – wie auch ein Bericht, nach dem die Drachen in dieser Gegend, wenn sie einmal Feuer gespien hatten, ein paar Tage brauchten, um dieses Feuer zu erneuern, und auch sonst an diesen Tagen erschöpft sein konnten. Nur hatte Käferfried keine Waffe dabei, mit der er einem Drachen beikommen könnte …

Jetzt fiel ihm die leere Weinflasche im Kofferraum ein: Diese könnte er zerbrechen und somit scharf machen. Nur würde er noch ein Rohr zur Verlängerung brauchen – aber in der Nähe befand sich ein Baumarkt, etwas außerhalb gelegen. Dort mussten doch allerhand Rohre verfügbar sein!

Schließlich fand Käferfried ein paar Rohre, die passen konnten, und nahm gleich mehrere davon mit.
Anschließend fuhr er auf einen Parkplatz in der Nähe der Drachenhöhle, musste von dort noch ungefähr einen Kilometer wandern, durch einen Wald mit vielen Tannen und Fichten. Schwer war die Höhle nicht zu finden, die Bäume in ihrer Umgebung waren geknickt, ein paar kleine Tannen sogar entwurzelt. Von drinnen war ein Schnarchen zu hören.
Käferfried drehte sich schon um, lief ein paar Schritte zurück, bis er an einen Baumstumpf gelangte, der sich quasi anbot, die Rohre mit der zerbrochenen Flasche auszuprobieren.
Tatsächlich konnte Käferfried nach ein paar Versuchen eines der Rohre mit der Flasche zusammensetzen, seine Konstruktion auf den Baumstumpf legen und mit ein wenig Kraftanstrengung stabilisieren.
Nun musste er wohl zurück zur Höhle, doch dachte er jetzt gar nicht mehr nach, sondern marschierte einfach wieder dorthin, blieb erst am Höhleneingang stehen.
Jetzt öffnete der Drache, ungefähr so groß wie ein Nashorn, ein Auge, und ein paar Augenblicke später sprach er:
„Du hast keine Chance gegen mich, Mensch! Deine Vorfahren haben meinen Eltern ihre Schätze geraubt. Aber vor einiger Zeit bin ich, Fenfur, endlich aus dem Ei geschlüpft, habe mich erst noch versteckt, werde mir aber jetzt andere Schätze holen, wenn ihr die auch anderswo so offen zeigt! Also verschwinde!“
Sein geöffnetes Auge blinzelte schon, so als wäre er schon wieder erschöpft von seiner Rede.
Da holte Käferfried das Rohr mit der zerbrochenen Flasche hinter seinem Rücken hervor und schnitt damit rasch an der Kehle des Drachen herum. Da richtete dieser sich auf, schien aber wirklich insgesamt recht träge zu sein. So konnte Käferfried rasch noch mit der Flasche in den Bauch des Drachen stechen, wo dessen Haut tatsächlich weicher war als anderswo.
Jetzt brach der Drache zusammen und ergoss sein Blut über den Höhlenboden, ein Teil davon floss auch in eine nahegelegene Mulde.

Käferfried entsann sich, dass er in diesem Blut baden konnte. Also zog er sich aus und stieg in das Blut. Jetzt vernahm er die Stimmen der Vögel in der Umgebung; und eine Vogelstimme erklärte ihm:
„Dafür, dass du den Drachen getötet hast, darfst du dir jetzt aussuchen, ob du von nun an unverwundbar sein möchtest, also einen Panzer wie ein Maikäfer haben wirst – oder ob du wie ein Maikäfer fliegen möchtest!“
Dies waren in der Tat zwei verlockende Angebote; aber sein alter Kindheitswunsch war dann stärker.

Bald stieg er also aus dem Blut und begann, die Arme hoch und runter zu bewegen. Auch wenn es jetzt noch etwas ruckartig war, erhob er sich dabei wirklich schon ein Stück vom Boden, und nach einer Stunde und einer weiteren Stunde Üben stieg er immer höher. Er konnte tatsächlich fliegen!

Aktion #WritingFriday – Schreibe eine Story, bei der folgende Wörter irgendwo darin auftauchen: Sonnenschein / ungeduldig / Kunststück / Raupe / Sommergewitter

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Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche:

An einem Freitag dem 13. Juli flog die Elfe Ellifer, mit der Gewitterfee Wittrina auf ihrer Hand, über das Hügelland, das weithin von teils schon recht trockenen Wiesen bedeckt war. Die abwechselnd dunkelblauen und gelben Flügel der Fee flatterten im Sonnenschein, als sie von der Hand der Elfe hochflog. Ähnlich flatterten die dunkelblauen Flügel der Elfe und ihre hellblauen Haare im Wind, der für einen Moment aufkam, und ihre gelben Augen leuchteten im Sonnenlicht.
„Wartest du immer noch so ungeduldig auf ein Sommergewitter?“, fragte die Elfe, und die Fee erwiderte: „Ja; und heute spüre ich eines kommen, nachdem es in letzter Zeit so trocken war!“

Jetzt kam ihnen Tibold, ein gelbschwarz gestreifter Kobold, entgegen geflogen und rief ihnen zu:
„Heute ist endlich wieder ein Freitag der 13.; und ihr seid herzlich eingeladen zum Menschenstreichspieltag!“
„Daran beteiligen wir Feen und Elfen uns doch schon lange nicht mehr!“, entgegnete Ellifer, worauf der Kobold sagte:
„Ja; und deshalb glaubt heute kaum noch ein Mensch an einen Unglückstag, weil es nichts Richtiges mehr wird, seitdem ihr nicht mehr mitmacht!“
Irgendwann, als Ellifer und Wittrina noch jünger waren, hatten sie gemeinsam mit einigen Kobolden den Menschen an einem Freitag dem 13. mehrfach Streiche gespielt, waren dann aber irgendwann vor langer Zeit ausgestiegen. Aber seitdem hatte sich offenbar bei den Menschen ein Mythos gehalten, nach dem dieses Datum immer ein Unglückstag wäre.

Während sie so in Gedanken weiterflogen, erblickten sie in einiger Entfernung einen Hügel, auf dem eine einsame Eiche stand. Und am Fuße dieser Eiche lagen zwei junge Menschen beieinander, ein Mädchen und ein Junge, offenbar ein Liebespaar.
Da schrie der Kobold entzückt auf und rief aus: „An denen kann ich jetzt wenigstens ein kleines Kunststück vollbringen!“
„Wenn du es nicht lassen kannst“, sagte die Fee Wittrina. „Wir sollten sie aber auch vor dem aufziehenden Gewitter warnen!“
Zwar waren Eichen nicht speziell anfällig für Blitze; aber dieser Baum stand so isoliert und bildete den höchsten Punkt in der Landschaft weit und breit, so dass es durchaus wahrscheinlich war, dass ein Blitz in ihn einschlug. Doch davon merkten die jungen Menschen offenbar nichts, zu sehr schienen sie miteinander beschäftigt.
Beide hatten Turnschuhe getragen, diese aber hier oben abgestreift und sie ein paar Meter weiter hingeschleudert. Es war auf den ersten Blick schwer zu unterscheiden, welche Schuhe wem gehören mochten.

Da nahm der Kobold eine Raupe vom Boden auf und legte sie in einen dieser Schuhe, wollte sich noch nach weiteren Tierchen umsehen. Doch da rief die Fee von unten:
„Ihr Menschen, kommt da runter, ein Gewitter zieht auf!“
Doch die beiden hörten nicht. Da flogen die Fee und die Elfe hoch und schrien beiden nochmals ihre Warnung zu. Beide hatten aber für Menschen zu hohe Stimmen; und so sahen das Mädchen und der Junge nur kurz auf, meinten dann aber irgendein Insekt gehört zu haben und vertieften sich wieder ineinander.

Nun aber flog der Kobold über ihren Köpfen umher und rief:
„Buh! Sssssummmmm!“

Der Junge sprang auf und rief: „Eine riesige Wespe!“
Das Mädchen drehte sich um und schrie: „Eine Riesenhornisse!“
Beide wollten wegrennen, stolperten aber sogleich über eine dicke Wurzel der Eiche und rollten den Abhang hinunter, direkt in ein ausgetrocknetes Bachbett. Und in diesem lagen so viele Steine, dass beide mit dem Kopf anstießen und benommen liegen blieben.

Wenige Augenblicke später frischte der Wind stark auf, und ein Donnergrollen war in einiger Entfernung zu hören. Der Kobold starrte entsetzt auf die zwei Menschen, doch die Elfe sagte zu ihm:
„Wittrina weiß etwas, was sie mit deiner Raupe machen wird!“
Währenddessen flog die Fee über die Turnschuhe und vollführte mit ihren Händen kreisende Bewegungen.

Kurz darauf ertönte ein besonders lauter Donner, und ein Blitz schlug in die Eiche ein, während ein starker Gewitterregen auf die Erde prasselte.

Doch nach wenigen Minuten schon war das Gewitter weitergezogen, und der Regen ließ langsam nach. Die zwei Menschen lagen allerdings noch immer unbeweglich in dem ausgetrockneten Bachbett, das sich auch jetzt kaum mit Wasser gefüllt hatte.

Nun aber flog aus dem besagten Turnschuh ein Schmetterling empor, mit gelb und violett gestreiften Flügeln.
„Das ging aber schnell!“, sagte der Kobold. Doch die Fee erklärte:
„Das ist ein Donnerblitzfalter, der während eines Gewitters eine ganz besondere Transformation durchgemacht hat, von der Raupe über ein ganz kurzes Puppenstadium eben zu dieser Wandlung zum Schmetterling – zumindest mit Hilfe meines Feenspruches!“
Ellifer winkte dem Schmetterling zu, der daraufhin auch zu ihnen angeflogen kam und über den zwei Menschen ein paar Kreise drehte, während sie ein wenig von dem Elfenstaub aus ihren Flügeln über sie warf.

Da bewegte sich zunächst das Mädchen, hob nach einiger Zeit den Kopf und kroch zu dem Jungen hin. Sie rüttelte an ihm, und da schlug auch er die Augen auf.

„Ein schönes Kunststück habt ihr vollbracht!“, sagte der Kobold.
„Aber auch du hast dafür gesorgt, dass die beiden nicht vom Blitz getroffen wurden!“, antwortete Ellifer, während die drei unauffällig weiterflogen, dem Gewitter nach.

 

 

 

 

Aktion #WritingFriday – KW 25 – Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weggehen musste.

writing-friday[1]Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weggehen musste. Nicht nur, weil es ihr in ihrem Elternhaus immer wieder zu eng wurde, sondern auch, weil sie ihren Zwillingsbruder Gwunny suchen musste, dazu fühlte sie sich verpflichtet. Ihre Eltern waren für manche Strapaze schon zu alt, deshalb blieb diese Obliegenheit an ihr hängen. Zumal sie auch immer wieder spüren konnte, wie es ihrem Zwillingsbruder gerade erging, auch wenn sie weit voneinander entfernt weilten.

So packte sie nachts ein paar Sachen heimlich zusammen, vor allem Proviant und Geld. Sie hatte die Ahnung, dass Gwunny schon weit gefahren war, bevor er eventuell gefangen genommen wurde.

Zum Glück streikten die Lokführer gerade nicht, und sie konnte sicherlich so weit fahren, wie sie wollte. Auch beim Studieren des Fahrplanes half ihr ihre spezielle Intuition – ein bestimmter Zug leuchtete für einen kurzen Moment violett auf dem gelben Fahrplan, so als wollte ihr Zwillingsbruder ihr anzeigen, dass sie diesen Zug nehmen musste!

Ein paar Stunden passierte nicht viel, weder im Großraumwagen, noch im Bordrestaurant. Aber dann, nach etwa sechs Stunden Fahrt, leuchtete für einen Moment das Schild des Ortes, in dem der Zug gerade hielt, in einem hellen Grün. Da wusste sie, hier in der Nähe musste ihr Bruder sich aufhalten!

Allerdings war es bereits zu spät, der Zug setzte sich schon wieder in Bewegung. Sie konnte noch erkennen, dass dieser Ort „Zaubern am See“ hieß. Von diesem Kaff hatte sie noch nie gehört. Aber ihr Bruder liebte Seen. Und der Ortsname „Zaubern“ war sicherlich nur eine Verballhornung, hatte mit Zauberei gewiss nichts zu tun.

Beim nächsten Halt stieg sie aus, hoffte, dass zumindest ein Bus nach diesem Zaubern am See fuhr. Nach einigem Suchen fand sie eine passende Linie, in knapp zwei Stunden. Und die Stationen vor Zaubern am See hießen Ynnewg und Ynnuwg – so hatten die Geschwister sich früher eine Zeitlang genannt, indem sie ihre Namen von hinten sprachen.

Schließlich kam der Bus, und Gwenny sagte zum Busfahrer:
„Einmal nach Ynnewg, bitte!“
Doch der Busfahrer erwiderte:
„Einen solchen Ort fahre ich nicht an!“
Da fragte Gwenny:
„Oder nach Ynnuwg, geschrieben mit Y?“
„Nein, auch nicht!“
„Oder nach Zaubern am See!“
Da sah der Busfahrer Gwenny an und meinte:
„Wollen Sie mich ver…“
Gwenny sagte schnell:
„Aber nach Spießhausen fahren Sie doch!“
Diese Station kam laut Fahrplan nach Zaubern am See, mit einigen Minuten Abstand.
„Ja, dorthin schon!“, sagte der Busfahrer und gab Gwenny einen Fahrschein.

Etwa zwanzig Minuten später, der Bus fuhr auf einer kurvigen Straße durch ein Waldstück, erblickte Gwenny eine Haltestelle und meinte die Bezeichnung „Ynnewg“ zu erkennen, und hinter der Kurve eine weitere Haltestelle. Da stand sie auf und drückte den Halteknopf.
„Wollen Sie hier raus?“, fragte der Busfahrer. „Hier ist doch weit und breit keine Haltestelle!“
„Ja, möchte ich!“, erwiderte sie, und der Bus hielt an und fuhr rasch weiter, nachdem sie ausgestiegen war.

Etwa hundert Meter musste Gwenny zu Fuß gehen, bis sie an der Haltestelle anlangte, auf der sie die Bezeichnung „Ynnuwg“ las.
Hinter ihrem Rücken vernahm sie eine tiefe männliche Stimme:
„Sehen Sie dort eine Haltestelle?“
Sie drehte sich um und erblickte einen jungen Mann mit schulterlangen schwarzen Haaren.
„Ja, wieso?“
„Weil nur Eingeweihte die Orte hier erkennen, für die anderen ist dies bloß ein einsames Waldstück!“
Jetzt endlich hörte sie eine bekannte Stimme:
„Ist gut, Waltan, das ist meine Schwester!“

Allerdings erkannte Gwenny ihren Bruder kaum wieder: Seine blonden Haare lagen unter einer violetten Kappe verborgen, und er ließ sich einen Bart wachsen.
Er sagte nun zu ihr:
„Da du hierher gefunden hast, bist offenbar auch du ausersehen, von hier aus zu wirken!“
„Also ist es wahr, dass wir von unserer Großmutter die – Zauberkräfte geerbt haben?“
„Es sieht so aus!“, meinte ihr Bruder. „Aber jetzt ist es erst einmal am besten, du kehrst vorerst nach Hause zurück und erzählst den Eltern, ich wäre …“
„Ich kann ihnen sagen, die Großmutter deines besten Freundes, die ein paar hundert Kilometer entfernt wohnt, wäre gestorben, und du wolltest deinem Freund beistehen!“
„Ja, das wäre gut! Dafür steigst du am besten morgen früh in Spießhausen in den Bus. Das ist nur einen Kilometer von hier entfernt, wir werden dich dorthin begleiten!“
Gwenny aß erst noch mit ihrem Bruder und übernachtete in einem Haus im Wald. Dieses Haus war mit einem solchen Grün angestrichen, dass es unter den Bäumen kaum auszumachen war.

Am nächsten Morgen verabschiedeten sie sich mit einer Umarmung, wobei sie wussten, dass Gwenny bald hierher zurückkommen würde.

 

Ein Tag ohne Internet – Aktion #WritingFriday

Dies ist ein Text, den ich an diesem Freitag schreiben, aber noch nicht veröffentlichen kann. Weil ich eben ohne Internet bin und auch das Smartphone nur eingeschränkt funktioniert.
Es gäbe aber allerhand, was ich in der Zeit erledigen könnte. Zum einen ist da ein Teilprotokoll der Sitzung der UNICEF-Gruppe von gestern zu schreiben. Ein paar Zahlen zu Verkäufen hatte ich notiert, kann ich dann dem Gruppenleiter schicken, sobald das Internet wieder funktioniert.
Mit einem Bilderbuch, das ich für meine Nichte zum 5. Geburtstag nachträglich erstellen wollte, bin ich heute gut weitergekommen – ist etwas aufwändig, so aussagekräftige Bilder zu erstellen, dass sie auch fünfjährigen Kindern gefallen sollen.
Nachtrag:
An diesem Freitag konnte ich den monatlichen Beitrag fürs Internet zumindest schon einmal nachzahlen ¬– direkt im O2-Shop, dort geht es schneller. Es dauerte dann aber ungefähr 48 Stunden, bis am Sonntagnachmittag die Verbindung endlich wieder funktionierte, und dann erwarteten mich mehr als hundert ungelesene Nachrichten!

Aktion – #WritingFriday : Schreibe eine Geschichte, ohne zu erzählen, wie das Ganze begonnen hat

writing-friday[1]„Jetzt hat er es nicht mehr erfahren, was ihn so weit gebracht hat“, fing Pfarrer Silent seine Predigt an. Neben ihm war Sieghards Sarg in der Friedhofskirche aufgebahrt.
„Ich werde auf Wunsch der nächsten Angehörigen auch nicht davon erzählen, sondern lieber aus den Jahren vor dem Tag, an dem er – unter anderem – sein Gedächtnis verlor!“

Später am Grab, als die Hinterbliebenen Erde auf den Sarg warfen, sagte Valerie zu Hildie:
„Seinen Führerschein hat mein Bruder sich hart erkämpft, ihn erst bei der dritten Prüfung erhalten! Hast du wenigstens eine Kopie davon?“
„Ich sehe zu Hause einmal nach!“, erwiderte Hildie, nunmehr Witwe, während sie und ihre Schwägerin weiter zum offenen Grab schritten.

Tatsächlich war Sieghards Führerschein daheim eingescannt. Hildie ließ diesen Scan, mit Sieghards Bild, als Foto ausdrucken und hängte das Foto schließlich, in einem vergoldeten Rahmen, an den Grabstein.

 

Aktion – Writing Friday

Ab diesem Freitag werde ich häufiger an ELLIZYS #WritingFriday vom Blog Read Books And Fall In Love teilnehmen.

Gewählte Aufgabe: Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen

Kann sie jemand erraten? 🙂

Buch 1
Ein Komponist möchte durch ein ureigenes Werk die Unsterblichkeit erlangen und schließt dafür einen Pakt mit dem Teufel.

Buch 2
Nach dem Tod seiner Mutter rettet ein Junge zunächst mit einer Namensgebung eine Phantasiewelt, reist danach selbst durch diese Welt und findet am Ende die Liebe zu seinem Vater.

Buch 3
Ein Junge im Rollstuhl findet nur langsam Anschluss an eine Kinderbande in seinem Vorstadtviertel, aber dann überführen sie gemeinsam ein Einbrecher-Trio.

Faszinierende Schilderung einer gruseligen Zukunftsepoche

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WetGrave wurde von Alf Stiegler geschrieben, ursprünglich als kürzere Geschichte, jetzt als Roman.
Das Cover hat mich gleich gereizt, das Buch zu lesen.
Insgesamt hat es einen starken Eindruck hinterlassen, aber bei mir eigentlich erst in der zweiten Hälfte so richtig. Erst hier beginnt der gruselige Trip zu besagtem WetGrave, die erste Hälfte schildert das Leben auf den Bases. Da konnte ich mich noch nicht so richtig mit der Geschichte anfreunden, erst ungefähr ab der Mitte. Vorher wird aber das spätere Grauen schon mehrfach angedeutet, und im Laufe des Buches zeigt sich hinter allem der Sinn.
Der Autor hat einen flüssigen, zwar häufig derben, aber insgesamt angenehmen Schreibstil. Fehler gibt es nur sehr wenige, und einige Male waren die Formulierungen auf Anhieb noch nicht gleich verständlich. Solche Schwächen waren aber die Ausnahme.
Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes Buch, für alle, die Science Fiction mögen und sich von gruseligen Orten und einer derben Sprache nicht abschrecken lassen.

Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar!

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