Die Fee Blaubinia und der U-Kürbis – #WritingFriday, KW 43

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.

Dies ist Hexenwerk, dachte sich Blaubinia, eine Fee mit langen, blauen Haaren, als sie den Keller des Feenhauses im Schilf betrat. Damit meinte sie nicht nur das Hochwasser, das nun den Keller, in dem so viele Feenwerkzeuge lagerten, überschwemmt hatte.
Nein, auch als sie den Kürbis mit den drei Augen sah. Diese Augen waren Löcher, wie man sie an Halloween häufig in Kürbisse bohrte, aber diese drei Löcher waren mit dem speziellen Hexenglas gefüllt, welches im Wald geblasen wurde. Diesen Kürbis musste irgendeine Hexe vor die Tür des Seeganges gestellt haben!
Dieser Gang führte vom Keller zum Feerellensee, zu einer Höhle knapp oberhalb des Ufers, welche aber momentan unter Wasser stehen musste. Von diesem See sagte man, dass über einen Bach, der in ihn floss, manchmal Feerellen in ihn gelangten, also Forellen mit Feenkräften. Gesehen hatte eine solche Feerelle allerdings noch niemand. Und von den Welsen in dem See sagte man, dass die Hexen mit deren Barteln das Wasser behexen konnten.
Da hatte die Fee eine Idee: Mit ihrer Größe würde sie gut in den Kürbis hinein passen, dies hatte sie auch schon bei anderen Exemplaren geschafft, indem sie gleichsam durch die Schale hindurch schlüpfte – dazu musste sie nur die Schale an einer weichen Stelle mit ihrem linken Mittelfinger kurz berühren, und schon wurde diese für etwa eine Minute durchlässig für sie.
Sie tastete an eine Stelle – die war zu hart! Noch eine – und noch eine – hier schaffte sie es schließlich, und von innen konnte sie gut durch die gläsernen Augen des Kürbisses blicken. Wie sie einen Kürbis zum Rollen bringen konnte, hatte sie schon früher gelernt, nämlich indem sie ihn mit je drei Fingern von beiden Händen von innen anstieß.
So fing auch dieser Kürbis nun an zu rollen, und zwar den Gang hinunter, der zum Feerellensee führte. Die Tür dazu hatte Blaubinia vorher noch geöffnet.

So landete sie schließlich im See, konnte durch die Augen des Kürbisses prima auf die Welt unter Wasser schauen. Indem sie die Innenseite weiter mit den Fingern berührte, konnte sie den Kürbis lenken. Dabei entdeckte sie ein paar umher schwimmende Welse.

An der Stelle, wo der Bach in den See mündete, tauchte sie mehrmals hin und her. Und schließlich kam aus diesem Bach eine Forelle auf sie zu geschwommen, mit einer Blaufärbung, die ihren eigenen blauen Haaren ähnelte!
Eine Weile musterte die Forelle den Kürbis, und schließlich sprach sie:
„Ich bin die Feerelle Seebachschnelle, ich wach hier über die Quelle und die Welle! Fee vom Land, wie heißt du, und womit bist du denn hierher gelangt?“
„Ich heiße Blaubinia. Und das ist ein ausgehöhlter Kürbis, den ich zu einem Unterwasser-Kürbis gemacht habe – zu einem U-Kürbis!“
„Und gefällt es dir hier unten?“
„Ja, sieht wirklich schön hier unter Wasser aus! Aber sag, über was für Kräfte verfügst du? Kannst du vielleicht gut mit den Welsen umgehen?“
„Unter anderem: Ich kann ihnen ein Teil von ihren Barteln abbeißen, ohne dass es ihnen wehtut. Ansonsten ist es in so einem stehenden Gewässer auch manchmal nötig, Sauerstoff herbei zu holen oder sauren Regen zu neutralisieren!“
„Könntest du mir dann drei Welsbarteln beschaffen? Dafür darfst du dir auch etwas wünschen!“
„Wenn du mir ein paar leckere Tierchen vom Land mitbringst, sammle ich jetzt ein paar Welsbarteln für dich!“
„Ja, das tu ich gerne!“

Also kürzte die Feerelle Seebachschnelle dann ein paar Welsen die Barteln, mit denen die Fee Blaubinia zurück in ihren Keller fuhr und sich anschließend zu der Hexe Aquagria begab, die auf allerhand Wasser- und Bodenzauber spezialisiert war.
Die Hexe erklärte dann auch:
„Mit diesen Barteln kann ich schon einmal bewirken, dass der Boden aufnahmefähiger für das Hochwasser wird! Und wenn das nächste Mal Niedrigwasser herrscht – müssen wir sehen, aber ich könnte dann damit etwas von diesem versickerten Hochwasser wieder nach oben holen!“
„Da bin ich gespannt!“, erwiderte Blaubinia. Zumindest war, als sie zurück zu ihrem Feenhaus kam, tatsächlich das Hochwasser aus dem Keller verschwunden, und auch in der näheren Umgebung war das Wasser im Boden versickert.

Werbeanzeigen

Hinter bloßen Knochen – #WritingFriday, KW 42

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

https://readbooksandfallinlove.com/

https://readbooksandfallinlove.com/2018/10/02/writingfriday-oktober-2018-die-schreibaufgaben/


Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.

Er sah nach hinten, und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn den Knochenweich-Dämon fürchtete der Sensenmann am meisten. Gewöhnlich war dieser Dämon genauso unsichtbar wie er selbst; aber manchmal zeigte er sich kurz in Form von ein paar Knochen, die sich von alleine auflösten. Der Hautabpell- und der Muskelschwund-Dämon konnten dem Sensenmann wenigstens nichts anhaben, da er weder Haut zum Abpellen noch Muskeln hatte. Aber seine Knochen waren eben alles für ihn!

Diese Dämonen trieben sich besonders gerne in Krankenhäusern herum, aber eigentlich seltener in Kinderkliniken, und auf eine solche hatte es der Sensenmann in dieser Nacht abgesehen. Ein Mädchen und ein Junge waren bei einem Unfall schwer verletzt worden, und die Ärzte hatten ihnen hinter vorgehaltener Hand keine Chance mehr gegeben. So meinte der Sensenmann leichtes Spiel zu haben, als ihn der Knochenweich-Dämon von hinten sanft berührte: Aber eben diese Sanftheit war besonders unangenehm für den Sensenmann, wie eine sanft verabreichte Giftspritze, die stunden- oder tagelang Schmerzen verursachen konnte!

Er erinnerte sich noch genau an eine schicksalshafte Begegnung, als ein paar Ärzte dem späteren Physiker Stephen Hawking nur noch wenige Jahre gaben. Ihn hatte er erlösen wollen, doch setzte ihm damals der Knochenweich-Dämon besonders schmerzlich zu, so dass er sich jahrzehntelang nicht mehr an diesen Physiker wagen wollte, der danach noch mehr als fünfzig Jahre lebte.

Auch nach der heutigen Begegnung fühlte sich der Sensenmann so schwach, dass er zu dem Mädchen und dem Jungen ins Zimmer ging und jeweils zu ihnen sagte:

„Ihr habt Glück im Unglück gehabt, wart schon nahe am Hirntod! Aber heute kann ich meine Sense nicht mehr führen. Bald werdet ihr auch wieder gehen können, nur ein paar Narben werdet ihr davontragen, wie ich sehe! Der Knochenweich-Dämon beschert in den meisten Fällen eine Osteoporose, aber manchmal sorgt er auch dafür, dass Knochen wieder zusammenwachsen – so wie jetzt bei euch. Also lebt wohl, in siebzig Jahren mag ich euch vielleicht einmal wiedersehen!“

Beide Kinder hörten ihn nicht bewusst, da sie im Koma lagen. Doch wenige Tage später staunten die Ärzte, als beide aus diesem Koma erwachten. So wie auch zwei Tage lang niemand in der Stadt gestorben war, was es noch nie gegeben hatte, solange sich jemand im Gesundheitsamt oder im Standesamt erinnern konnte.

 

 

Milchohr – #WritingFriday, KW 41

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.

Casper der Geist liebte es, mit der Pforte zur Welt der Sterblichen zu spielen. So auch an diesem Tag, als das Haus überraschenden Besuch erhielt: Erstmals seit langem hatte der Balltänzer; ein etwa zwölf Jahre alter Junge, jemanden zu sich eingeladen. In letzter Zeit hatte der Junge immer nur mit seinem Fußball getanzt, manchmal allein, manchmal mit seiner älteren Schwester, der das Zimmer daneben gehörte.

Die Pforte zur Welt der Sterblichen befand sich in einer Lücke zwischen zwei Schränken, die schon seit hundert Jahren in diesem Haus standen und von den jetzigen Bewohnern übernommen worden waren. Sehr lange hatte das Haus leer gestanden, doch mittlerweile mussten auch schon Jahre vergangen sein, seit die jetzige Familie eingezogen war. Am Anfang lag der blonde Junge, dem dieses Zimmer jetzt gehörte, in einer Wiege und wurde von seinen Eltern und seiner größeren Schwester in den Arm genommen. Aber nun war er fast genauso groß wie seine Schwester, die immer wieder mal rüberkam. Dann tanzten beide manchmal um den Fußball herum oder sprangen immer wieder über ihn hinweg. Deshalb hatte Casper die beiden einmal Balltänzerin und Balltänzer genannt.

An diesem Tag jedoch besuchte ein Junge mit schwarzen Haaren den Balltänzer, war fast genauso groß wie dieser. Casper konnte immer sehr gut hören, was die Menschen sprachen – umgekehrt freilich nicht. So hörte er den fremden Jungen jetzt sagen:
„Gibt es eigentlich noch einen Raum neben deinem Zimmer?“
„Nur das Zimmer meiner Schwester!“, antwortete der Balltänzer, aber der fremde Junge fragte weiter:
„Ich meinte auf der anderen Seite, wo die zwei großen Schränke stehen! Euer Korridor reicht ja noch weiter, da wäre noch Platz für einen weiteren Raum!“
„Nein, wirklich nicht!“
Doch jetzt streckte der fremde Junge seine linke Hand in die Lücke zwischen den Schränken, klopfte gegen die Wand und hielt gleichzeitig sein linkes Ohr in die Lücke, so weit er konnte. Ehe Casper sich verziehen konnte, hatte er schon dieses Ohr berührt.
Zwar spürte der Junge dies nicht, aber als er sich wieder zu seinem Freund drehte, sah dieser ihn seltsam an.
Ohne sich etwas zu denken, sagte er:
„Es hört sich irgendwie hohl hinter der Wand an! Aber was starrst du mich denn so an?“
„Dein linkes Ohr, Michi – es ist ganz weiß geworden!“

Michi sah in einen Spiegel, der an einer anderen Wand hing. Aber darin konnte er sein linkes Ohr gar nicht mehr erkennen! Er fasste mit der Hand danach, und jetzt erschien dieses Ohr doch noch in dem Spiegel, war aber in der Tat ganz weiß geworden! Sobald er es losließ, war es auch schon wieder unsichtbar im Spiegel.
Caspar probierte einfach etwas aus und sagte:
„Willkommen in der Geisterwelt!“
Michi sah den Balltänzer an und fragte ihn:
„Hast du das auch gehört: Willkommen in der Geisterwelt?“
„Ach du spinnst ja!“, erwiderte der Balltänzer und fügte noch hinzu:
„Wenn du noch mehr hörst, was ich nicht höre, nenne ich dich ab jetzt Milchohr!“
Auch Casper rief jetzt aus: „Milchohr!“
Aber der Angesprochene tat so, als hätte er nichts gehört. Mit der Zeit jedoch könnte er seine neue Gabe nutzen, da wusste Casper so einige Möglichkeiten. Schließlich gab es anderswo auch Geister, die untereinander Streiche mit den Menschen verabredeten!

Für heute hatte Casper erst einmal genug, und er zog sich in seinen türlosen Raum auf der anderen Seite der Wand zurück.

Die Eiche im Martinswald – #WritingFriday, KW 40

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich?

Hallo, ich bin eine noch recht junge Eiche aus dem Martinsmischwald. Dieser Wald soll eine Zeitlang nur aus Fichten bestanden haben, von denen aber vor Jahren in einem Sturm zu vielen umgeknickt sind. Da sollen sich die Menschen entschlossen haben, hier noch andere Bäume zu pflanzen.

So wachsen hier nun neben Fichten auch Tannen und eben Eichen wie ich. Die Fichten, die den Sturm überstanden haben, sagen, dass seitdem auch nicht mehr so viele Borkenkäfer ihr Unwesen treiben wie früher.

Oh Schreck, bei all dem Nachdenken habe ich jetzt gar nicht bemerkt, wie viele meiner Blätter ich in diesem Herbst schon verloren habe! Ein kalter Wind ist gerade aufgekommen, und der weht bald auch die letzten Blätter weg, die noch lose an mir haften!

Auch mein Lieblingsblatt aus diesem Jahr liegt schon am Boden, aber wie lange noch? Es war ein besonders wohlgeformtes, zuletzt mit einer ganz schönen Rotfärbung. Und in diesem Jahr sind noch nicht die Menschen mit den Laternen gekommen, die zu dieser Zeit immer wieder durch den Wald ziehen. Die kleineren unter ihnen sammeln gern Blätter vom Boden auf. Wie gerne würde ich denen mein Lieblingsblatt schenken, aber es gelingt mir nicht, das Blatt am Boden festzuhalten – meine Eicheln sind sehr klein, und meine Äste ziemlich unbeweglich, so dass ich nicht genug von ihnen auf das Blatt werfen kann.

Jetzt bewegt die Tanne mir gegenüber auf der anderen Seite des Weges ihre Zweige und schleudert einige ihrer Tannenzapfen auf den Weg – und einen besonders schönen auf mein Lieblingsblatt! Als ob sie meine Gedanken geahnt hätte, sie neigt sich auch kurz in meine Richtung!

Ein paar Tage später ist es dann soweit: Jetzt kommen wieder die Menschen mit den Laternen durch den Wald. Und zwei kleine unter ihnen erblicken den schönen Tannenzapfen und heben ihn auf, entdecken unter ihm dann mein Lieblingsblatt! Beides zeigen sie einem größeren Menschen, der mit ihnen geht, und der legt das Blatt in eines ihrer festen Dinger, die sie Bücher nennen, wo es glatt gepresst wird.
Dann ziehen sie weiter, kommen hoffentlich nächstes Jahr wieder.

Jenseits des Dschungels – #WritingFriday KW 37

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
Gewähltes Monatsthema:
Du irrst nun schon seit mehreren Tagen durch den Dschungel, als du plötzlich …(Platz für eigene Idee)… siehst.

Mehrere Tage schon irrten Umutl, die Medizinfrau im Krokodillederanzug, und Ali Zisch, der Schlangenbeschwörer, durch den Dschungel, als sie plötzlich zwei Tiere sahen, die eine seltsame Symbiose eingingen.

Aber der Reihe nach:
In diesen Dschungel hatten sie sich im Auftrag von Don Manuel begeben, der sie dafür aus dem Gefängnis der Inquisition geholt hatte, indem er die Wächter bestach. Umutl, die heimlich alte Indio-Bräuche weiter betrieb, und Ali als maurischer Schlangenbeschwörer waren der Obrigkeit ein Dorn im Auge, weshalb ihnen der Scheiterhaufen gedroht hatte. Irgendetwas musste sich Don Manuel jedenfalls davon versprechen, dass er sie befreit hatte.

Es war einmal wieder schwül an diesem Tag, und viel Dampf lag überall in der Luft. Hinter den beiden erhoben sich Mückenschwärme, auch das Fauchen eines Jaguars war zu hören. Musste irgendwo in der Nähe lauern, hatte es aber sicherlich nicht auf Menschen abgesehen.
Schlangen konnte Ali Zisch seltsamerweise schon seit mehreren Kilometern nicht mehr wahrnehmen; und er hörte es immer genau, wenn welche in der Nähe waren, auch wenn sie noch so leise zischten.

Und nun lichtete sich vor ihnen der Dschungel, und sie erblickten ein Krokodil, um dessen Schwanz sich eine Schlange wand und in die andere Richtung als das Krokodil blickte! Dahinter führte eine Brücke über einen Fluss, und auf der anderen Seite schimmerte undeutlich irgendetwas. Aber dieses Krokodil und die Schlange bildeten wohl ein schwer zu überwindendes Hindernis!
Als Umutl und Ali näher traten, entnahm Ali dem Zischen der Schlange auch schon eine Botschaft: Wenn ihr über den Fluss wollt, müsst ihr in weitem Bogen über uns springen!

Doch da wusste Ali etwas anderes, schließlich war er jahrelang darin geübt, Schlangen seinen Bewegungen folgen zu lassen. Bei wilden Schlangen musste er dafür zwar mehr Geduld aufbringen als bei denen auf dem Basar; aber wenn er ganz langsam seitwärts ging, musste es für ihn zu schaffen sein!

Umutl ihrerseits kannte ein Duftmittel, mit dem sie Krokodile für einen Moment betäuben konnte. Allerdings musste sie dann schnell an dem Krokodil vorbei rennen; es war immer wieder schwer zu berechnen, wie lange die Wirkung anhielt.
So gelangte sie einige Zeit vor Ali, der sich langsam an der Schlange vorbei schlich, auf die Brücke, die über den Fluss führte. Jetzt könnte sie eigentlich alleine weiterziehen und sich womöglich einige Schätze sichern – aber es war in solch unbekanntem Terrain doch sicherer zu zweit. Außerdem wehte hier an der Brücke ein so frischer Wind, und es roch so würzig – richtig angenehm nach der langen Schwüle des Dschungels!

Krokodil_Schlange_50_Text

#StopptRückwürfe – Aktion gegen Beifang in der Fischerei

Petition

Neues Trickfilmvideo hierzu:

Fischregen

Aktion #StopptRückwürfe gegen Beifang in der Fischerei, ihr könnt gerne auf obigen Screenshot klicken!

Ungefähr so könnte es ablaufen:

Beifang_10
Ein Fischer wirft seine Netze aus.
Beifang_3
Einige Meerestiere sind brauchbar …
Beifang_5
… andere nicht!

 

#WritingFriday KW 36 – Plusterkuchen

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
Gewähltes Monatsthema:
Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Dieser kunterbunte Vogel konnte einfach nicht anders, als…“ beginnt.

Dieser kunterbunte Vogel konnte einfach nicht anders, als sich aufzuplustern, während er auf das Museumscafé zuflog.
Es war warm an diesem Tag, daher saßen viele Gäste draußen auf der Terrasse, viele von ihnen aßen Kuchen. Besonders auf den ebenfalls kunterbunten Obstkuchen hatte es dieser Vogel abgesehen und flog schnurstracks darauf zu.
Als er dort angelangt war, pickte er ein wenig in dem Kuchen herum, während gerade ein Kellner daneben stand. Dieser sagte zu den Gästen, einem älteren Ehepaar:
„Das ist Plusterkuchen – so nennen wir diesen Vogel! Ein Stammgast von uns. Aber wenn er Sie stört, kann ich ihn verscheuchen!“
„Aber nein, junger Mann“, erwiderte die ältere Dame. „Wir haben schon früher gerne Vögel gefüttert. Sie haben sicher keine Vorstellung davon, was es 1963 für ein Winter war, als wir beide noch Kinder waren! Da sind die Vögel immer wieder zu uns ans Fenster gekommen und haben sich immer über unser Brot und unseren Kuchen gefreut!“
„Da war ich noch nicht auf der Welt!“, antwortete der Kellner, und jetzt erzählte der ältere Herr:
„1985 war es dann ähnlich kalt, auch im Februar 86 und im Januar 87. Da haben unsere Kinder ebenso gerne die Vögel gefüttert!“
Jetzt drehte sich der bunte Vogel zum Museum und flog auf einen Fenstersims.

Von diesem Fenstersims aus konnte er gut ein Gemälde erkennen, mit drei nackten, dicken Menschen, die allerhand Trauben naschten. Viele Male hatte Plusterkuchen schon probiert, sich hier aufzuplustern, so weit er konnte, und dann mit aller Kraft mit dem Schnabel die Fensterscheibe zu hacken. Bislang war es ihm allerdings nicht gelungen. In den letzten Wochen hatte er seinen Schnabel zusätzlich an ein paar Felsen geschärft – und tatsächlich konnte er heute wenigstens einen Sprung in die Scheibe hacken! Da eilte ein Museumswärter herbei, und er flog lieber davon.

Alsbald ergab sich aber eine weitere Gelegenheit, denn die Scheibe musste nun ausgewechselt werden. Nachdem also der Glaser die alte Scheibe herausgenommen, die neue aber noch nicht eingesetzt hatte, flog Plusterkuchen so rasch er konnte hinein, zu dem Gemälde mit den Trauben. Dort krallte er sich fest und hackte mit dem Schnabel auf diese Trauben, schmeckte aber nur Papier! Ähnlich wie das ungenießbare Zeug, auf dem die Menschen manchmal ihr Essen aufbewahrten.

Gleichzeitig ertönte die Alarmanlage, und mehrere Wächter eilten herbei. Einer von ihnen sagte:
„Ach, das ist ja Plusterkuchen! Hat er sich jetzt an den Rubens herangemacht. Los, holt wir ihm ein Stück Kuchen! Ich kann ihn solange auf den Finger nehmen.“

Seitdem hat sich Plusterkuchen wohl wieder mit dem Café begnügt.

 

#WritingFriday KW 35 – Blick aus dem Fenster

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:
Blicke aus dem Fenster – was siehst du? Beschreibe dies so genau wie möglich.

Vor meinem Wohnzimmerfenster im zweiten Stock des Hauses ist der Himmel heute die meiste Zeit bedeckt.
Zwischen den Häusern erstreckt sich ein Rasen mit ein paar hölzernen Spielgeräten, umrahmt von meinem Haus und links von einem weiteren vierstöckigen, gelben Haus; weiter entfernt auf der rechten Seite ein fünfstöckiges, grünes Doppelhaus. Gegenüber liegt ein Wohnheim der Lebenshilfe, getrennt durch einen Zaun und die Einfahrt. Auch stehen an dieser „Grenze“ ein paar Bäume, und einer von ihnen färbt manche seiner Blätter schon gelb.
Draußen spielen ein paar Kinder. Heute sind gerade keine Mädchen dabei, auch nicht die zwei Schwestern aus dem Erdgeschoss, die gestern eine ganze Weile geschaukelt haben. Dafür ein paar Jungs, die schon im Teenie-Alter zu sein scheinen und die ich noch nie gesehen habe, die aber noch die Doppelschaukel benutzen. Ein paar andere Jungen sind sicherlich noch unter zehn.
Am Nachmittag kam zeitweise die Sonne hervor, jetzt aber hat es angefangen zu regnen. Nun ist auch niemand mehr draußen.

 

#WritingFriday KW34 – Lunas ungewohnt kleine Liebe

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.
Gewählte Aufgabe: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Luna war so verliebt aber niemand hätte damit gerechnet, dass…“ beginnt.

 

Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass sie gerade heute ihre Sonnenbrille nicht dabei hatte, obwohl dies noch einmal ein heißer Tag zu werden versprach. Denn ihre hellblauen Augen waren sehr empfindlich gegen das Sonnenlicht.

Mit ihren 1,85 Metern war sie für eine Frau sehr groß. Doch hatte sie es bei ihren bisherigen Beziehungen immer verstanden, sich Jungs zu angeln, die noch größer waren.

Ihre Liaison mit dem knapp zwei Meter großen Uli Ranner, den sie gern „Uranus“ genannt hatte, war vor einigen Monaten in die Brüche gegangen. Angeblich weil sie sich geweigert hatte, ihn wegen seiner Größe „Jupiter“ zu nennen. Doch diesen Planeten, oder zumindest den Gott, nach dem er benannt war, fand sie zu herrschsüchtig. Da hatte sie sich lieber für einen anderen großen Planeten entschieden. In Wirklichkeit war ihr dieser Uranus eher zu unstet gewesen, mit ihren knapp dreißig Jahren wollte sie allmählich lieber mehr zu Hause kuscheln.

In den letzten Tagen hatten ihre Bekannten sie mit einem Mann gesehen, der um die 1,70 groß war, dem etwa 35 Jahre alten Kurt Merger. Bei ihren früheren großen Freunden hatte sie es immer wieder verstanden, sich bei Sonnenschein so zu stellen, dass die Köpfe ihrer Begleiter die Sonne ein wenig verdeckten. Umso unverständlicher war es also, dass sie ausgerechnet heute ihre Sonnenbrille daheim gelassen hatte, dachte sich Vera Nussi, ihre beste Freundin, als die beiden in den Park gingen, wo sie Kurt treffen wollten.

Als sie ihn erblickten, eilte Luna zu ihm hin, fasste ihn an den Händen und drehte sich und ihn so, dass sie die Sonne im Rücken hatte.
„Mein Merkur!“, sagte sie zu ihm, worauf er die Augenbrauen hochzog und erwiderte:
„Wie? Das bin ich für dich?“
„Ich nenne andere gerne nach Planeten, sobald wir uns nahestehen! Siehst du die Sonne?“
„Nicht richtig, dein Kopf verdeckt sie!“
„Sehr gut; so kann ich jetzt tatsächlich einmal den Mond spielen, wie er eine Sonnenfinsternis verursacht!“
Dann küsste sie in so, dass er für einen Moment gar nichts sah.

#WritingFriday – KW 32: Der Waldladen

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche – ACHTUNG, DIESER TEXT KANN TRIGGER ENTHALTEN! – :

Gewählte Aufgabe:
Schreibe eine Geschichte zu folgender Situation: Du betrittst einen schummrigen, alten Laden und kaufst … (Platz für eigene Ideen)… dafür wirst du dann aber verfolgt.

 

Nun stand Adiü, der Zauberschüler, vor dem Laden im Wald, wo unter anderem Antiquitäten und Fundstücke aus dem Wald verkauft wurden, aber manchmal auch verlorene Wünsche.
So auch in den letzten Tagen, als in Prospekten und im Netz verschiedene Wünsche angeboten wurden, die von anderen irgendwie zurückgelassen worden waren.

An diesem heißen Tag spendete der Wald eine angenehme Kühle, als Adiü vor diesem Laden stand, der aus schon ziemlich altem Holz erbaut zu sein schien und nur kleine Fenster aufwies, dafür mit einem großen Plakat beklebt war, auf dem geschrieben stand: „Wünsche heute besonders günstig zu verkaufen!“
Auf dem Platz davor lungerten ein paar Motorradfahrer in dunkler Kluft herum, ungefähr so dunkel wie Adiüs lange Haare und seine Augen. Aber er achtete nicht auf sie, sondern betrat kurzerhand den Laden, der innen ziemlich dunkel war, Licht von außen drang kaum herein.
Hinter einem Tresen stand eine ältere Frau mit dunkelgrünen bzw. dunkelgrün gefärbten Haaren und fragte ihren Kunden:
„Was brauchen Sie? Viel ist heute schon nicht mehr im Angebot!“
„Haben Sie denn noch ein paar Wünsche vorrätig?“
„Einen habe ich jetzt noch, fand ihn auf den Steinen am Wasserfall! Muss also jemand verloren haben. Habe ihn neu verschlossen, aber keine Ahnung, was für einen Wunsch er enthält! Kostet daher nur 19,99.“
Adiü hatte gerade noch einen Zwanziger und ein paar Münzen, beschloss aber, es zu riskieren. Also reichte er der Verkäuferin den Zwanziger; und sie gab ihm eine violette Stofftüte, von der Art, in der Wünsche häufig verpackt wurden, oben mit einem Korken verschlossen und mit einem Kupferdraht zugeschnürt. Sobald man diesen Draht öffnete und den Korken zog, sollte der Wunsch in Erfüllung gehen.

Der etwa einen Kilometer entfernte Wasserfall war ein beliebter Ort, um sich etwas zu wünschen, und dort wollte Adiü nun also hingehen. Kurz nach ihm setzten sich auch die Motorradfahrer, die vor dem Laden herumgelungert hatten, in Bewegung.

Die Mittagssonne ließ den Wasserfall glitzern, als Adiü dort anlangte. Ungefähr dreizehn Meter tief fiel das Wasser hier. Trotz des Tosens hörte Adiü, wie ein paar Motorräder hinter ihm hielten, und er drehte sich um. Es waren zwei Jungs und ein Mädchen, alle ungefähr achtzehn bis zwanzig Jahre alt. Einer der Jungs zog ein Messer, während der andere sagte:
„Gib uns den Wunsch, den du gerade gekauft hast, sonst wird mein Freund dir gleich eine schöne Narbe auf die Kehle ritzen!“
Leider hatte Adiü erst vor ein paar Wochen mit dem Zauberlehrgang angefangen, daher fiel ihm noch kein Zauber ein, mit dem er sich gegen diese Verfolger wehren konnte. Vielleicht würde der Wunsch aus der Stofftüte ihm jetzt schon helfen …
Hastig fing er an, den Kupferdraht, der die Tüte verschloss, auseinander zu biegen, da bekam er einen Schlag auf den Kopf und fiel benommen zu Boden. Das Mädchen hatte sich hinter ihn geschlichen, während er nur auf die Jungs geachtet hatte, und ihm mit einer Flasche diesen Schlag auf den Kopf versetzt.

Einige Zeit später, es musste schon später Nachmittag sein, kam Adiü langsam wieder zu sich, rieb sich den Kopf. Als er sich umsah, lagen um ihn herum die drei jungen Menschen, die ihn verfolgt hatten, rührten sich überhaupt nicht. Er trat näher an sie heran, beugte sich hinab.
Ganz eindeutig: Alle drei waren tot! Aber offenbar alle ganz friedlich entschlafen! Was war nur geschehen?

Die Stofftüte mit dem Wunsch lag offen in der Nähe, und Adiü schaute in sie hinein. Drinnen befand sich auch ein Zettel, den er herauszog und las:
Danke, liebe Hexe, dass du wenigstens bereit warst, mir zu helfen, in meinem Krebs-Endstadium! Meine Eltern und die Ärzte weigern sich immer noch, mir einen schnellen Tod zu schenken, obwohl ich es nicht mehr aushalte. Ich hoffe, dein Zauber wird mich hier friedlich über dem Wasser einschlafen lassen! Lebt wohl, ihr alle!

Ein paar Wochen vorher, so erinnerte sich Adiü, hatte man unterhalb des Wasserfalls die Leiche eines siebzehnjährigen Mädchens gefunden, stammte aus einem reichen Elternhaus. Man wunderte sich über den Zustand der Leiche, sie wies keinerlei Spuren von Gewalt oder von einem Aufprall auf.

So gesehen hatten ihm seine drei Verfolger das Leben gerettet! Diesen Wunsch konnte er eigentlich wieder verkaufen – oder einen Stein in die Stofftasche stecken und damit den Wunsch in den Wasserfall werfen …