Drachen-hinter-Haaren die uralte Weide – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Dies ist mein Beitrag für diese Woche.

Thema ist diesmal:
Eine uralte Weide berichtet über ein Geheimnis. Was hat die Weide gesehen?

Ich bin Drachen-hinter-Haaren, eine Weide, und schon sehr alt – manche der Eichen in meiner Nachbarschaft sagen, ich stünde schon mehrere hundert Jahre hier.

Jedenfalls habe ich noch Zeiten erlebt, in denen Menschen verbrannt wurden. Und als ich noch ganz jung war, ist einmal ein Mensch in einem seltsamen Metall auf einem Pferd zu mir geritten. Meine Blätter waren gerade erstmals so lang gewachsen, und er stach mit einer großen Nadel aus Metall hinter meine Blätter – jedenfalls kam es mir wie eine Nadel vor, schmerzhafter als bei den Fichten, hat mich ordentlich gepiekt.

Dann ritt der Mensch um mich herum und rief so etwas aus wie:
„Wo die Blätter der Weide so tief runterhängen, lebt ein Drache, und dem habe ich mit meinem Schwert einen Schrecken eingejagt!“

Seitdem heiße ich also Drachen-hinter-Haaren.

Tiere, die wirklich gerne um meinen Stamm und meine Wurzeln herumkriechen, sind zum Beispiel Kreuzottern. Einmal trat ein Mann, der nicht mit so einem schweren Metall verkleidet war, auf eine solche Kreuzotter, und sie biss ihn ins Bein.

Normalerweise ist dies nicht tödlich für Menschen; aber er fiel offenbar besonders unglücklich hin, landete mit dem Kopf auf einem großen Stein und rührte sich nicht mehr.

Kurz darauf kamen ein paar weitere Menschen herangeritten und besahen sich den Leichnam.

Einer von ihnen sagte dann so etwas wie:
„Serphulda, die alte Hexe, hat den Vogt getötet. Wir wussten doch immer, dass sie mit Schlangen in Verbindung steht!“

Ein paar Tage darauf wurde eine Menschenfrau mit langen, grauen Haaren vor den Stein zu meinen Wurzeln geschleppt, wo die Menschen Reisig zu einem Haufen türmten und anzündeten, dann ihre eigene Artgenossin draufstellten und mit verbrannten.

Heute ist so etwas schon lange her; doch halten manche Menschen immer wieder einen ihrer Finger vor den Mund, wenn sie an mir vorbei gehen.

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