Kurt vom Schwarzweißbogen – #WritingFriday

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.


Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Kurt war zum Mörder geboren, könnte man meinen, wenn da nicht…” beginnt.

Dies ist der fünfte Teil nach vier anderen Writing-Friday-Beiträgen:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Kurt war zum Mörder geboren, könnte man meinen, wenn da nicht das Holzschwert an seinem Gürtel gewesen wäre. Denn ansonsten schmückte er sich mit Totenköpfen: einen trug er ebenfalls am Gürtel, einen anderen vor der Brust und einen weiteren auf dem Rücken. Sein schwarzer Vollbart reichte, wenn er aufrecht saß, bis knapp oberhalb des Totenkopfes auf seiner Brust.

Ebenso mit Totenköpfen geschmückt hatte sich sein Auftraggeber, der Fürst vom Schwarzweißbogen. Diesen Titel hatte er sich einmal selbst ausgedacht, als Kontrast zu den Regenbögen, denen er gern hinterher jagte. Das Tor zu seinem Schlossbereich war dafür aus schwarzem Basalt und weißem Marmor errichtet. Und statt eines echten Parks wies der Schlossbereich nur eine große Fläche aus Asche auf.

Dennoch lockte den Fürsten immer wieder das Gegenteil – alles Farbige, wie etwa ein Regenbogen. Zumal er fest an der Hoffnung festhielt, dass am Ende eines solchen Regenbogens ein Schatz zu finden wäre.

Neulich hatte er von einem Regenbogen gehört, dessen Ende auf der Erde sichtbar wurde. Und dorthin schickte er seinen Gefolgsmann Kurt. Dessen Familie war einst von Räubern erschlagen worden, er selbst hatte sich dabei gut versteckt. Doch schließlich hatte sich Kurt an den Mördern seiner Familie gerächt, drei von ihnen erschossen und deren Schädel als Trophäen genommen, die er nun immer mit sich führte.

Ein Rabe wies ihm und zehn weiteren Gefolgsleuten den Weg zu dem Regenbogenende, das vor ein paar Wochen so gut sichtbar auf der Erde abgebildet gewesen sein sollte.

Bald schon blökten Schafe und meckerten Ziegen ganz nahe, dazwischen heulte ganz offensichtlich ein Wolf!

Kurt sah aus seinen Träumen auf und trieb seinen Apfelschimmel an.

Kurze Zeit später schon erschien eine Wiese mit vielen Tieren, dahinter eine Hütte vor einem Wald. Und auf dieser Wiese lief ein Wolf friedlich zwischen den Schafen und Ziegen umher – war vielleicht auch nur gerade gesättigt.

Da wollte Kurt am liebsten auch seine Pistolen einfach stecken lassen, die er gezwungenermaßen unter seinem Holzschwert am Gürtel trug – aber wenn es hier einen Schatz gab, und die Menschen ihn nicht herausrücken wollten, würde er dem Befehl seines Fürsten zuwider handeln!

Vor der Hütte erschienen drei Frauen, und aus dem Wald kamen noch einige weitere Menschen, in bäuerlicher Kleidung, genau wie zwei der Frauen. Die dritte trug etwas merkwürdige Kleidung, zwar auch ein Kleid, aber aus ungewöhnlichen Stoffen.

Die mittlere Frau, mit den schwarzen Haaren und dem weißen Gewand, sprach zu den Neuankömmlingen:
„Was wollt ihr hier?“

Da erwiderte Kurt:
„Eigentlich möchten wir euch nichts tun; aber wir sind beauftragt, nach einem Schatz zu suchen!“

„Hier werdet ihr keinen finden!“, sagte die Frau im weißen Kleid, die aber nun von ihrer Nachbarin angestupst wurde:

„Sieh mal, Jasmin, was für ein Schaf dort angerannt kommt!“

Jetzt sah auch Kurt in diese Richtung; und dort kam ein schwarzweiß gestreifter Widder ihnen entgegen gerannt!

Da sagte Pluvinura, die neben Jasmin stand:
„Das ist Albnig, einer unserer Widder, die sich kaum auf der Weide blicken lassen, sondern immer irgendwo umher streifen! Wenn er mit euch gehen will, könnt ihr ihn mitnehmen!“

Dazu meinte Kurt:
„Ein solches schwarzweiß gefärbtes Tier wollte unser Fürst eigentlich immer haben! Der kann ihm viele ähnliche Nachkommen zeugen!“

„Hab ich doch nur zum Spaß gesagt“, flüsterte Pluvinura den zwei anderen Frauen zu. Aber tatsächlich blökte der Widder Albnig erst laut und trottete dann ganz friedlich weiter, hin zu Kurts Gefolgsleuten. Diese verschwanden augenblicklich, mit dem Widder, und Kurt blieb allein zurück!

„Anscheinend hat der Regenbogen dich nun für eine andere Aufgabe ausersehen, bei der du vielleicht besser aufgehoben bist!“, rief Jasmin ihm zu, und Emma ergänzte:
„Das kannst du ihr glauben; ähnlich wie anscheinend bei mir!“

„Ja, das scheint tatsächlich so zu sein!“, sagte Kurt; und als er noch weiter zögerte, sagte Pluvinura:
„Steig erst einmal von deinem Pferd ab; für unser Dorf wärest du sicherlich ein guter Wächter!“

Fortsetzung wird folgen, voraussichtlich im August

7 Gedanken zu “Kurt vom Schwarzweißbogen – #WritingFriday

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