Jasmin am Ende des Regenbogens, #WritingFriday

Hier ist der erste Teil der Geschichte zu lesen!

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche:

Gewähltes Monatsthema:

Jasmin trifft eine mutige Entscheidung. Erzähle, welche dies ist und was Mut für sie bedeutet.

Sie befand sich am Ende des Regenbogens!

Dies dachte sich Jasmin, als sie die Farben auf der Wiese erblickte. Zwar konnte sie nicht wirklich den Regenbogen sehen, wohl aber die Verfärbungen des Grases:

Rot, orange, gelb, grün, blau, indigo und violett – so hatten sich ein paar Quadratmeter der Wiese verfärbt.

Man sagte, dass sich an einer solchen Stelle Wolf und Schaf einen guten Morgen wünschten. Dies passte sogar zu Jasmins schwarzen Augen und Haaren und ihrem heutigen weißen Gewand, und konnte eigentlich etwas Positives bedeuten.

Wie dem auch sei – Jasmin hatte sich immer vor solch einer Konstellation gefürchtet. Ihre Großmutter hatte ihr prophezeit, und diese hatte es von ihren Großeltern, dass an einem solchen Tag Räuber kämen, die einen Schatz am Ende des Regenbogens vermuteten. Und wenn die Räuber in Jasmins Hütte auch nicht viel Geld fanden, so könnten sie doch ihre Schafe mitnehmen …

Jasmin eilte zu ihrer Holzhütte, die etwa zwanzig Schritte entfernt lag, und wollte dort nach möglichen Waffen suchen.

Nach einigem Suchen fand sie zumindest eine alte Axt, mit der ihre Eltern einst die Bäume für diese Hütte gefällt haben dürften. Diese waren aber vor ein paar Jahren gestorben; und sonst war niemand mehr da, der ihr beistehen konnte!

An diesem Tag aber ließ sich niemand blicken, und so schlief Jasmin schließlich ein, fand aber nur einen unruhigen Schlaf.

Auch am nächsten Morgen blieb zunächst alles ruhig. Und als Jasmin schon erleichtert nach draußen gehen wollte, erklang undeutlich eine weibliche Stimme, dann meckerte eine fremde Ziege, und ein unbekanntes Pferd wieherte.

Es blieb also nichts anderes übrig, als die Axt in die Hand zu nehmen und vorsichtig, ganz leise, die Tür zu öffnen. Wer wusste schon, wie viele Begleiter diese Frau, deren Stimme draußen zu hören war, noch hatte!

„Komm schon, Caprodura!“, sagte die fremde Frau jetzt, und die Ziege meckerte abermals.

Die fremde Frau saß, in Hosen gekleidet, auf einem schwarzen Pferd, und bewaffnet mit Pfeil und Bogen! Sie schien aber allein zu sein.

Jasmin warf einen weiteren Blick zurück in die Hütte, und dieser Blick fiel auf eine große Eisenpfanne. Ja, diese Pfanne konnte sie als Schild benutzen, und damit müsste sie sich doch trauen, dieser möglichen Räuberin entgegen zu treten!

So nahm sie die Pfanne, stieß die Tür mit dem Fuß auf und trat, mit der Pfanne in der linken und der Axt in der rechten Hand, hinaus.

Das Pferd mit der fremden Frau stand jetzt nur noch ein paar Meter von ihr entfernt; und nun hielt Jasmin die Pfanne vor sich, hob die Axt in die Höhe und nahm sich weiter zusammen, um der der fremden Frau zuzurufen:„Was willst du hier?“

Doch die fremde Frau stieg von ihrem Pferd, streckte ihr die leeren Hände entgegen und sagte:
„Ich komme in friedlicher Absicht, wollte nur das Ende des Regenbogens sehen!“

Und noch etwas geschah: Grasverstecker, Jasmins scheuestes Schaf, das sich sonst häufig in hohem Gras versteckte, rannte zu der fremden Ziege hin, blökte ihr etwas zu, und die Ziege meckerte zurück, doch ihr Meckern klang fast wie ein Lachen.

„Die beiden scheinen sich schon einmal gut zu vertragen“, meinte die fremde Frau. „Ich heiße Pluvinura, komme aus einem Dorf jenseits dieser großen Wiesen. Und es wäre schön, wenn wir genauso miteinander auskämen!“

Fortsetzung folgt

10 Gedanken zu “Jasmin am Ende des Regenbogens, #WritingFriday

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