Auf der Ebene der Windmühlen – #WritingFriday

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Gewähltes Monatsthema:

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein:  Warnung, unglaublich, Windmühle, vergessen, gelogen

Hier ist der erste Teil der Geschichte zu lesen, die nun fortgesetzt wird:

Eine Weile musste Yaunee neben einem leise plätschernden Bach entlang laufen. Doch dann erreichte er schließlich den Ausgang des Tales, in dem er so lange gelebt hatte.

Am Zugang zur Ebene war ein Schild angebracht, auf dem geschrieben stand:

Warnung vor dem Wind
Er kann sich an dich heften und dich an etwas heften

Yaunee zuckte mit den Schultern, als er dies las.

Er marschierte weiter und erblickte schon bald die ersten Windmühlen. Der Blick reichte weit, über weite Wiesen und  Kornfelder, dazwischen eingestreut ein paar Laub- und Mischwälder, nicht so viele Nadelbäume wie in seinem Tal. Der Wind wehte momentan sanft darüber.

Während er so in die Ferne starrte, näherte sich ihm von links ein älterer Mann mit einem grau-grünen Vollbart, der sein Gesicht zu einem ungewöhnlich großen Teil bedeckte, und sagte zu ihm:

„Was auf dem Schild am Ausgang des Tals geschrieben steht, ist alles gelogen! Hast du etwas dabei, was du mir geben könntest?

Yaunee kramte in den Taschen seines Lederumhangs und übergab dem Mann schließlich eine silberne Münze aus seinem Tal.

„Fein“, sagte der Mann und fügte hinzu: „Geh immer nur geradeaus, dann wirst du bald auf dein Glück stoßen!“

Schnell wie ein starker Wind war der alte Mann kurz darauf schon davon geeilt.

 

Yaunee marschierte weiter. Während die Sonne im Westen immer höher stieg, nahm auch der Wind an Stärke zu – und plötzlich erfasste ihn eine Bö von hinten und trug ihn durch die Luft, heftete ihn schließlich an den Flügel einer Windmühle!

Kurz darauf trat eine ältere Frau, auch sie mit grau-grünem Haar, aus der Tür der Mühle und schaute zu ihm herauf.

Unglaublich, was mir der Wind so alles zu bringen vermag“, sagte sie. Dann hob sie die Hände, und die Flügel der Windmühle standen still, ließen Yaunee los, der daraufhin sanft in die Arme dieser Müllerin hinab schwebte.

„Komm rein!“, sprach sie weiter und führte den benommenen jungen Mann ins Innere der Mühle. Dort servierte sie ihm Brot und Kaffee, welcher allerdings ein wenig scharf nach Kräutern schmeckte.

Es dauerte nicht lange, und er fühlte sich erneut schummrig, kurz darauf aber ungewohnt stark, reckte seine Arme in die Höhe.

Da sagte die Müllerin zu ihm:
„Jetzt bist du soweit, um draußen den Wolf zu erschießen, der immer wieder unsere Schafe reißt!“

Sie gab ihm einen Degen in die Hand in die Hand und führte ihn nach draußen, über eine Wiese, auf welcher eine Herde Schafe weidete und laut blökte, bis an einen Waldrand.

Sein Geruchssinn war nach dem scharfen Frühstück in der Mühle ungewohnt fein, zudem drehte der Wind aus Richtung des Waldes, so dass Yaunee den Wolf riechen konnte, der sich im Gebüsch versteckte und auf den er nun zusprang.

Erst sprang der Wolf einen Meter zurück und fletschte die Zähne, aber Yaunee stach rasch zu mit seinem Degen und bescherte dem Wolf einen ebenso raschen Tod.

„Gut gemacht“, sagte die Müllerin hinter ihm. „So hat der Wolf nicht leiden müssen, und seine Knochen werden uns frische Energie bescheren! Und jetzt nimm ihn, und komm mit!“

Jetzt marschierten sie zurück zur Mühle, wobei Yaunee den toten Wolf auf den Schultern trug.

Als sie an der Mühle angelangt waren, sagte die Müllerin:
„Zunächst werde ich den Wolf ausnehmen, und morgen wirst du mit mir seine Knochen in der Mühle zermahlen.

So verbrachte die Müllerin den Rest des Tages mit dem Ausnehmen des Kadavers, während Yaunee sich von seiner Wanderung ausruhen konnte.

Am nächsten Tag zeigte sie ihm das Mühlenrad, das gerade sehr schnell lief, da draußen ein starker Wind wehte. Dort hinein warfen sie die Knochen des Wolfes, die daraufhin zu einem feinen Mehl zermahlen wurden.

Am Abend gab es eine kräftige Brühe zum Trinken. Nach einer Weile fasste sich Yaunee an den Kopf und fragte:
„Wie bin ich eigentlich hierher gekommen – und von wo?“

Die Müllerin erwiderte:
„Woher du kommst, hast du wohl schon vergessen! Das ist gut so!“

Fortsetzung folgt

 

 

3 Gedanken zu “Auf der Ebene der Windmühlen – #WritingFriday

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s