Die Drosselborste des Hexenbesens – #WritingFriday, KW 44

writing-friday[1]

Diese Aktion wurde von ELIZZYs #WritingFriday von ihrem Blog read books and fall in love ins Leben gerufen. Hier ist mein Beitrag für diese Woche.

Diesmal habe ich zwei Monatsthemen zusammengefügt, noch aus dem Oktober, die ich aber beide gerne noch verwenden wollte:
Erzähle aus der Sicht eines Hexenbesens. Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond

Wie schön, dass es uns Besen im 21. Jahrhundert immer noch gibt, nachdem schon vor etwa vierzig Jahren die Hexe Schrumpeldei nachgedacht hatte, doch lieber auf einem Staubsauger zu reiten. Aber wir Besen sind eben auch leiser.

Und genau dies kam neulich auch meiner Besitzerin, der Hexe Zauberstaubfrei, gelegen. Es war ein besonderer Vollmond, den die auch nachts vorhandenen roten Wellenanteile des Sonnenlichts wie einen Blutmond aussehen ließen, wie mir die Hexe erklärte. Diesen Mond wollte sie sich intensiv ansehen. Wir leben mitten in der Stadt, daher musste sie auf mir hoch über die Dächer fliegen, kreiste dort immer wieder umher.

Doch als sie wieder tiefer flog, ließ es sich nicht vermeiden, dass sie jemand erblickte, der aus irgendeinem Grund um diese Zeit auf den Straßen unterwegs war und bei unserem Anblick laut schrie.

Nach diesem Schrei wollte sie nicht noch mehr Lärm mit einem Staubsauger machen, sondern lieber still und heimlich durchs Fenster in die Wohnung zurück fliegen und anschließend den Staub vom Fenstersims fegen. In der Eile schrammte sie eine Laterne. Zuhause merkte sie, dass sie blutete, wenn auch nicht schwer. Es war aber Januar, und so war auch der Schnee vor unserer Wohnung blutig gefärbt.

Dann kam eins zum anderen: Obwohl es auch eine Kehre zum Schneeschippen an der Tür der Wohnanlage gab, nahm sie rasch mich, um den blutigen Schnee wegzufegen. Doch auch der Hausmeister der Wohnanlage hatte den Schrei gehört und wollte auf der Straße nach dem Rechten sehen, erblickte dabei meine Hexe. Diese streckte sogleich ihre Hände aus, um ihn für einen Moment zu bannen, und riss mir kurzentschlossen eine meiner langen Borsten aus, um den Hausmeister damit zu erwürgen. Kurz darauf lag also auch er erdrosselt im Schnee, und sie musste ihn irgendwie beseitigen.

Deshalb setzte sie sich mit der Leiche auf mich und flog auf mir in den Wald, wo sie ebenfalls eine Hütte besitzt, die sie aber schon lange nicht mehr aufgesucht hatte. Aber unter Spinnweben stehen dort einige Gerätschaften herum, auch ein Spaten.

Immer noch erhellte der Blutmond die Nacht, und so konnte meine Hexe ihr Werk in seinem Schein gut fortsetzen. Seitdem liegt somit der Hausmeister vor einer Eiche im Wald vergraben. Vor Kreuzen schreckt die Hexe ein wenig zurück; aber meine Borste, mit der sie ihn erdrosselt hatte, hat sie ihm zum Gedenken an den Baum geklebt, was immerhin entfernt an einen Kreuzesstamm erinnern mag.

2 Gedanken zu “Die Drosselborste des Hexenbesens – #WritingFriday, KW 44

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